Pflegekinder im Landkreis Tübingen

Für Kinder im Landkreis Tübingen ist die Unterbringung in einer Pflegefamilie dann eine Lösung, wenn familienunterstützende Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um Versorgung, Erziehung und Förderung eines Kindes in seiner Herkunftsfamilie sicherzustellen

Jedes Kind, das nicht mehr in seiner Ursprungsfamilie leben kann hat viele Erfahrungen gemacht und bringt sie in die neue Familie mit ein. Die Kinder haben sozusagen einen Rucksack bei sich, in den man nicht hineinschauen kann. Ihre Vergangenheit begleitet sie ihr Leben lang.

Pflegekinder leiden unter dem Gefühl „anders“ zu sein und von ihren Eltern „hergegeben“ worden zu sein. Sie fürchten auch, schuld zu sein daran, dass sie nicht zu Hause sein können, daran, dass es der Mutter schlecht geht, daran, dass das Geschwisterchen schreit...Sie kommen so gut wie nie aus einer heilen Welt. Sie sind durch außerordentliche Erfahrungen und Beziehungsabbrüche belastet, verstört, verunsichert, verletzt. Mit der Unterbringung in eine Pflegefamilie gerät die Welt der Kinder aus den Fugen. Alles ist neu: versorgt werden, klare Regeln, ein eigenes Zimmer, die Sprache, der Umgang der Familienmitglieder miteinander, die Wertvorstellungen. Pflegekinder erleben einen regelrechten Kulturwechsel! Die Veränderungen machen Angst und können Abwehr auslösen.

Die Mädchen und Jungen zeigen oft ungewohnte, fremde und unverständliche Verhaltensweisen. Sie haben Überlebensstrategien entwickelt, die einmal sinnvoll waren und die sie nur langsam aufgeben können. Sie machen sich unsichtbar oder fordern permanent Aufmerksamkeit. Sie lassen sich nicht anfassen oder sind besonders anhänglich. Sie vertrauen niemandem oder würden mit jedem mitgehen, der freundlich ist. Sie geben mit diesen Verhaltensweisen und Reaktionen Signale. Pflegeeltern sollten Hintergründe für solch „originelles Verhalten“ durchschauen lernen, um besser damit umgehen zu können. Pflegekinder geben ihrer verletzten Kinderseele oft mit Provokationen hilflosen Ausdruck. Sie wollen ihre Grenzen abstecken, herausfinden: wer sind die? Werden die mit mir fertig? Wollen die mich überhaupt? Wie sicher kann ich mich fühlen?

Pflegeeltern sollten kein Übermaß an Dankbarkeit erwarten. Kinder brauchen viel Zeit, sich auf Neues einzulassen, aber jeder neu erlernte und von anderen anerkannte Schritt baut ein klein wenig mehr Vertrauen und Sicherheit auf.

Informationen kompakt

Hier finden Sie die Informationen nochmals kompakt zusammengefasst

  
 

Abt. 21 Jugend

Aufgabenbereich

Fachdienst für Pflegefamilien

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R.Perse@kreis-tuebingen.de