Kultur im Landratsamt Tübingen

Veranstaltungen

„Jugend und Wählen heute“: Jugendbeteiligungskonferenz  - Do. , 28.03.2019 um 18.30 Uhr
Der Landkreis Tübingen führt im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen und der Europawahl zwei Veranstaltungsreihen („Wählen hat Wert“ und „Europa ist mehr“) durch, die insbesondere junge Wählerinnen und Wähler ansprechen sollen. Am Freitag, 28. März 2019 um 18.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamts sind Jugendliche und junge Erwachsene eingeladen, an einer Jugendbeteiligungskonferenz teilzunehmen. Dabei stellen das Kreisjugendreferat des Landkreises Tübingen sowie Akteure der Jugendbeteiligung im Landkreis Tübingen Möglichkeiten, Projekte und Angebote der Jugendbeteiligung und Beteiligungsprozesse im Landkreis Tübingen vor. Im Fokus des Abends steht die Motivation der jungen Menschen, die sich für ihren Sozialraum und das Gemeinwesen engagieren – und insbesondere die Frage, wie man die große Bedeutung von Beteiligung vermitteln und junge Menschen dafür begeistern kann. Auch besteht die Gelegenheit eines offenen Austauschs.  Die Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung unter D.Stumfol@kreis-tuebingen.de wird gebeten.  Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wählen hat Wert“, mit der der Landkreis Tübingen herausstellen möchte, dass das Wahlrecht eine Errungenschaft unserer Gesellschaft darstellt, die erst erkämpft werden musste. Informationen zu dieser und weiterer Veranstaltungen finden sich unter www.kreis-tuebingen.de
Integration von Geflüchteten: Praktische Forschung - Informationsabend mit Ausstellung - Mi. , 27.03.2019 um 17.30 Uhr
Integration ist in Deutschland zum Schlüsselbegriff der gegenwärtigen Migrations- und noch stärker der aktuellen Flüchtlingsdebatte geworden. Was bedeutet Integration – theoretisch und praktisch? Wie wird Integration durch Behördenhandeln praktiziert? Und wie lassen sich die Integrationsinstrumente der Verwaltung beschreiben und analysieren? Mit diesen und weiteren Fragestellungen haben sich Studierende des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaften in einem Kooperationsseminar mit der Abteilung Soziales des Landratsamtes Tübingen aus wissenschaftlicher Perspektive auseinandergesetzt. Dabei spielt insbesondere das Instrument der Integrationszielvereinbarung eine wichtige Rolle.  Am Mittwoch, 27. März 2019 um 17:30 Uhr stellen im Landratsamt Tübingen (Wilhelm-Keil-Str. 50, Großer Sitzungssaal) stellen Studierende und Mitarbeitende des Fachdienstes für Geflüchtete im Landratsamt Tübingen (Großer Sitzungssaal) im Rahmen eines von Wolfgang Sannwald moderierten Gesprächs die Ergebnisse vor, die auf Plakatwänden dokumentiert und in Form einer Ausstellung auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Den Abend eröffnet Landrat Joachim Walter.
Ausstellung und Kunstsalon mit Mostafa Elyasian: Vor der Zensur gerettet - Fotos von sozialer Not in Teheran
Do, 14.03.2019 um 18.30 Uhr, Glashalle
Laufzeit: 12.03.-11.04.2019
Mostafa Elyasian ist Anfang des 21. Jahrhunderts mit wachem Blick durch die Straßen Teherans gegangen. Der Fotograf hat die Sehenswürdigkeiten, aber auch die Schattenseiten der iranischen Hauptstadt wahrgenommen: soziale Not, Arbeitslosigkeit, (Drogen)Sucht – in seinen Worten ein „Dreieck des Leids“.
 
Von 2001 bis 2006 hat Elyasian das menschliche Elend mit seiner Kamera dokumentiert. Nicht um seine Heimatstadt und sein Heimatland schlecht zu machen, sondern um mit seinen Bildern aufzurütteln und etwas zu bewirken – dass Passanten nicht länger achtlos an den Notleidenden vorbeigehen und die Politik das Problem nicht länger ignoriert, sondern nach Lösungen sucht.

Elyasian wollte damals seine Bilder in einer staatlichen Einrichtung für Fotografie ausstellen. Doch die Verantwortlichen lehnten das ab: zu negativ. Die Zensoren wollten die Realität nicht wahrhaben, sagt Elyasian. Sie verboten ihm zu fotografieren und nahmen ihm die Kamera ab. Sie wollten auch die Negative seiner Aufnahmen haben. Doch die hatte Elyasian vorsorglich bei einem Freund versteckt.

Seit den ersten Aufnahmen sind 18 Jahre vergangen. Ähnliche Bilder könnten aber heute noch in Teherans Straßen entstehen. Elyasian hofft, dass seine Aufnahmen über soziale Medien den Weg zurück in den Iran finden und dort wahrgenommen werden. Und dass die Regierung endlich etwas gegen das soziale Elend tut. Das ist kein spezifisches Problem des Iran, so Elyasian: „Arbeitslosigkeit, Armut und Sucht können jeden Menschen auf der Welt treffen.“
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Wahlen unter Lebensgefahr mit Redaktionsmitgliedern von tünews INTERNATIONAL
Do, 21.3.2019 um 18.30 Uhr, Großer Sitzungssaal
Dass wir in Deutschland ein freies, allgemeines und gleiches Wahlrecht haben, erscheint als Selbstverständlichkeit. Für dieses Recht und seine Wahrnehmung müssen heutzutage Menschen in anderen Staaten kämpfen und sterben. Mitglieder der Redaktion von tünews INTERNATIONAL beschreiben und illustrieren bei der Veranstaltung, wie es um das Wählen in Afghanistan, Syrien, dem Irak, dem Iran, Somalia oder Nigeria heutzutage steht. Sie berichten dabei aus eigener Erfahrung oder von Erzählungen aus ihren Herkunftsländern.
 
Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Wählen hat Wert“. Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Das Gedenken an Sally Adamsohn
Fr, 29.3.2019 um 17.00 Uhr
Der Arzt Dr. Sally Adamsohn versorgte jahrelang die Gomaringer Bevölkerung medizinisch. Seit 1933 wurde er ausgegrenzt. Der drohenden Deportation wollte Adamsohn durch Selbsttötung zuvorkommen. Er überlebte und wurde in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. In dem Totenschein für ihn steht, dass er am 1. September 1942 an „Altersschwäche“ gestorben sei. Gemeinsam mit Kreisarchivar Wolfgang Sannwald befassen sich Jugendguides mit dem Schicksal Adamsohns und dem Verlauf des Gedenkens an ihn aus Anlass der Verlegung eines Stolpersteins.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist in Gomaringen. Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Die Universität Tübingen mit Hakenkreuz
So, 5.5.2019 um 14.00 Uhr
Führungspersonal und mehrere Institute der Universität Tübingen bemühten sich nach der Machtübergabe an Adolf Hitlers 1933 um eine führende Rolle. Sie stellten sich in den Dienst eines zunehmend ideologisch und rassistisch ausgerichteten Staates und der ihn dominierenden Partei. Jugendguides befassen sich bei ihrem Stadtgang unter anderem mit der rassenkundlichen sowie volkskundlichen Forschung auf Schloss Hohentübingen und der Rolle ehemals Studierender als Führer der als „Einsatzgruppen“ bezeichneten Todesschwadronen im Zweiten Weltkrieg.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Redewettbewerb „Jugend redet zu Europa“
Do, 9.5.2019 um 18.30 Uhr
Studierende der Allgemeinen Rhetorik unter Anleitung von Nikos Andreadis bereiten Reden zum Thema vor und konkurrieren in einem öffentlichen Wettbewerb um die besten Argumente und den besten Vortrag. Die Reden kommentieren Landrat Joachim Walter und Joachim Knape, Professor am Institut für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Vortrag Wolfgang Sannwald und Jugendguides aktiv: Abgekriegt. Vom Ersten Weltkrieg zu Europa als Friedensraum
Do, 16.5.2019 um 18.30 Uhr
Wer heutzutage die ehemaligen Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs bereist, erfährt, was Europa als Friedensraum bedeutet. Kreisarchivar Prof. Wolfgang Sannwald zeigt anhand von aktuellen und historischen Bildern, welche Relevanz der seit mehr als 100 Jahren beendete Krieg bis heute hat. Einerseits thematisiert er den regionalen Bezug beispielsweise zu heutigen Namen von Tübinger Stadtquartieren. In Orten wie Thiepval oder Loretto sind zwischen 1914 und 1918 besonders viele Soldaten aus dem Kreisgebiet ums Leben gebracht worden. Andererseits befasst er sich mit dem gesellschaftlichen Umgang damit. Der Umgang mit dem Krieg war ein Topthema der Weimarer Republik und belastete die Demokratie. Die nationalsozialistische Propaganda benutzte in hohem Maße erinnerungskulturelle Themen. Deren Ideologen verfolgten ein revanchistisches erinnerungskulturelles Konzept, dem auch die Benennung von Kasernen in Tübingen Ausdruck verlieh. In der Konsequenz  der „Dolchstoßlegende“ liegen sowohl der Terror gegen Gegner im Deutschen Reich wie auch der absichtsvoll begonnene Zweite Weltkrieg. Anhand der seit 2014 in den französischen Gedenkstätten Thiepval und Loretto errichteten Erinnerungseinrichtungen schlägt Sannwald den Bogen zur aktuellen Dimension Europas als Friedensraum.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Eugenik, Euthanasie-Morde und Tübingen
Öffentliche Führung im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
Fr, 31.5.2019 um 14.00 Uhr
Für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Massenmord im Nationalsozialismus trugen nicht nur Täter im engeren Sinn Verantwortung. Wolfgang Sannwald gibt Einblicke in das Zusammenwirken der staatlich legitimierten NS-Rassenideologie mit Wissenschaft, Verwaltung, Justiz, Medizin und Gesellschaft. Vom Standort des 1935 gegründeten „Staatlichen Gesundheitsamts“ in der Grabenstraße geht es zum Gerichtsgebäude, wo zeitweise das „Erbgesundheitsgericht“ tagte. Nächstes Ziel ist die Alte Universitätsfrauenklinik, deren Ärzte von 1933 bis 1944 mindestens 740 Zwangssterilisierungen an Frauen vornahmen. Alfred Brasser als Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts, Amtsgerichtsdirektor Oskar Gmelin als Vorsitzender des Erbgesundheitsgerichts und August Mayer als Leiter der Universitätsfrauenklinik trugen Verantwortung für die Umsetzung der NS-Eugenik vor Ort, die auf die Beendigung von „Blutlinien“ zielte. Im Denken der NS-Ideologen setzten die „Euthanasie“-Morde in der Tötungsanstalt Grafeneck diese Maßnahmen zum „Schutz der Volksgesundheit“ fort.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion nach Buttenhausen zur Erinnerungsstätte Matthias Erzberger
Fr, 28.6.2019 um 14.00 Uhr
Matthias Erzberger unterzeichnete als Verhandlungsführer der deutschen Delegation im Auftrag der Reichsregierung im Wald von Compiègne den Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Großbritannien am Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Dieser beendete die Kampfhandlungen dieses Krieges. Der gebürtige Buttenhauser setzte sich auch für den Abschluss des Friedensvertrags von Versailles ein. Dessen Unterzeichnung führte am 28. Juni 1919 völkerrechtlich zum Ende des Ersten Weltkrieges. Viele Zeitgenossen feindeten Erzberger aufgrund seiner Fürsprache für diesen Vertrag an. Die Mehrheit der Deutschen empfand den Vertrag wegen seiner hart erscheinenden Bedingungen als demütigend. Diese Auffassung wurde später von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken instrumentalisiert.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger (Mühlsteige 21, 72525 Münsingen-Buttenhausen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion in die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg
Mi, 6.11.2019 um 10.00 Uhr
Prozesse gegen frühere NS-Täter werden seit 1958 für ganz Deutschland von der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ juristisch vorbereitet. Deren Sitz ist in Ludwigsburg bei Stuttgart. Dort liegen Tausende von Akten, welche auch Täter aus der Umgebung Tübingens aufführen. Im Rahmen der diesjährigen Jugendguides-Qualifizierung durch den Landkreis Tübingen und KulturGUT e.V. findet dort am Mi, 6. November 2019 ein 5-stündiger Workshop „Ermitteln wie ein Staatsanwalt – Nebenlager in der Region“ statt. Bernd Kress von der Zentralstelle wird uns dabei exklusive Einblicke in den Gang eines Ermittlungsverfahrens geben.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und ist in der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg statt. Um eine Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
  
 

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