Kultur im Landratsamt Tübingen

Veranstaltungen

Jugendguides aktiv: Auf den Spuren der Stolpersteine
Öffentlicher Stadtgang im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
So, 15.9.2019 um 16.00 Uhr
In Tübingen erschließen seit 2018 Stolpersteine Orte von Verfolgten und Opfern des Nationalsozialismus in der Tübinger Innenstadt. Die meisten Stolpersteine erinnern an Menschen, die die Nationalsozialisten als jüdisch ausgrenzten. Jugendguides haben sich über deren Schicksale und über Strukturen der Verfolgung und des Massenmords informiert. Sie gehen in dem Stadtgang den Spuren dieser NS-Verbrechen nach.
 
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Die Universität Tübingen mit Hakenkreuz
Öffentlicher Stadtgang im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
So, 29.9.2019 um 16.00 Uhr
Führungspersonal und mehrere Institute der Universität Tübingen bemühten sich nach der Machtübergabe an Adolf Hitlers 1933 um eine führende Rolle. Sie stellten sich in den Dienst eines zunehmend ideologisch und rassistisch ausgerichteten Staates und der ihn dominierenden Partei. Jugendguides befassen sich bei ihrem Stadtgang unter anderem mit der rassenkundlichen sowie volkskundlichen Forschung auf Schloss Hohentübingen und der Rolle ehemals Studierender als Führer der als „Einsatzgruppen“ bezeichneten Todesschwadronen im Zweiten Weltkrieg.
 
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Treffpunkt ist in dem Innenhof des Schlosses Hohentübingen. Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Eugenik, Euthanasie-Morde und Tübingen
Öffentlicher Stadtgang im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
So, 20.10.2019 um 16.00 Uhr
Für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Massenmord im Nationalsozialismus trugen nicht nur Täter im engeren Sinn Verantwortung. Jugendguides geben während des Stadtgangs Einblicke in das Zusammenwirken der staatlich legitimierten NS-Rassenideologie mit Wissenschaft, Verwaltung, Justiz, Medizin und Gesellschaft. Vom Standort des 1935 gegründeten „Staatlichen Gesundheitsamts“ in der Grabenstraße geht es zum Gerichtsgebäude, wo zeitweise das „Erbgesundheitsgericht“ tagte. Nächstes Ziel ist die Alte Universitätsfrauenklinik, deren Ärzte von 1933 bis 1944 mindestens 740 Zwangssterilisierungen an Frauen vornahmen. Im Denken der NS-Ideologen setzten die „Euthanasie“-Morde in der Tötungsanstalt Grafeneck diese Maßnahmen zum „Schutz der Volksgesundheit“ fort.
 
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Ausstellung: Kurt Gerstein – Widerstand in SS-Uniform
7.11. – 8.12.2019
Eine der eindrücklichsten Schilderungen über den Massenmord an Jüdinnen und Juden wurde in Tübingen verfasst. Ihrem Verfasser widmet der Landkreis Tübingen eine Ausstellung vom 7. November bis zum 8. Dezember 2019 in der Glashalle. Kurt Gerstein (1905 bis 1945) hatte in Tübingen Medizin studiert und hielt sich beim Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Haus in der Gartenstraße auf. Heutzutage geht die Wissenschaft mehrheitlich davon aus, dass Gerstein in die SS eintrat, um Beweise für deren Verbrechen zu sammeln. Andererseits trug er als Abteilungsleiter Gesundheitstechnik beim SS-Führungshauptamt zum Einsatz von Blausäure zum Massenmord in den Vernichtungslagern bei. In einem mehrseitigen Bericht, den er in Tübingen verfasste, beschrieb Gerstein aufgrund eigener Besuche die Abläufe in den Vernichtungslagern detailliert. Er war persönlich Augenzeuge des Gasmordes an 6700 Menschen. Gerstein stellte sich noch im April in Reutlingen der französischen Armee und bot sich als Zeuge an. Er wurde schließlich verhaftet und zur Vernehmung nach Paris gebracht. Am 25. Juli 1945 wurde er in seiner Zelle im Militärgefängnis Cherche-Midi in Paris erhängt aufgefunden. Kurt Gersteins Schicksal hat der Autor Rolf Hochhuth in dem Drama „Der Stellvertreter“ (1963) verarbeitet, das 2002 als Film erschien. Die Ausstellung haben das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Förderkreis Kurt Gerstein erarbeitet.

Landrat Joachim Walter eröffnet die Ausstellung am 7.11.2019 um 18:30 Uhr im Landratsamt Tübingen. Vom Landkreis Tübingen qualifizierte Jugendguides führen am 12.11., 21.11., 28.11. und 3.12. jeweils um 17:30 Uhr durch die Ausstellung. Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Die Ausstellung ist an Arbeitstagen von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Exkursion in die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg
Mi, 6.11.2019 um 10.00 Uhr
Prozesse gegen frühere NS-Täter werden seit 1958 für ganz Deutschland von der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ juristisch vorbereitet. Deren Sitz ist in Ludwigsburg bei Stuttgart. Dort liegen Tausende von Akten, welche auch Täter aus der Umgebung Tübingens aufführen. Im Rahmen der diesjährigen Jugendguides-Qualifizierung durch den Landkreis Tübingen und KulturGUT e.V. findet dort am Mi, 6. November 2019 ein 5-stündiger Workshop „Ermitteln wie ein Staatsanwalt – Nebenlager in der Region“ statt. Bernd Kress von der Zentralstelle wird uns dabei exklusive Einblicke in den Gang eines Ermittlungsverfahrens geben.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und ist in der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg statt. Um eine Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
  
 

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