Kultur im Landratsamt Tübingen

Veranstaltungen

Eugenik, Euthanasie-Morde und Tübingen
Öffentliche Führung im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
Fr, 31.5.2019 um 14.00 Uhr
Für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Massenmord im Nationalsozialismus trugen nicht nur Täter im engeren Sinn Verantwortung. Wolfgang Sannwald gibt Einblicke in das Zusammenwirken der staatlich legitimierten NS-Rassenideologie mit Wissenschaft, Verwaltung, Justiz, Medizin und Gesellschaft. Vom Standort des 1935 gegründeten „Staatlichen Gesundheitsamts“ in der Grabenstraße geht es zum Gerichtsgebäude, wo zeitweise das „Erbgesundheitsgericht“ tagte. Nächstes Ziel ist die Alte Universitätsfrauenklinik, deren Ärzte von 1933 bis 1944 mindestens 740 Zwangssterilisierungen an Frauen vornahmen. Alfred Brasser als Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts, Amtsgerichtsdirektor Oskar Gmelin als Vorsitzender des Erbgesundheitsgerichts und August Mayer als Leiter der Universitätsfrauenklinik trugen Verantwortung für die Umsetzung der NS-Eugenik vor Ort, die auf die Beendigung von „Blutlinien“ zielte. Im Denken der NS-Ideologen setzten die „Euthanasie“-Morde in der Tötungsanstalt Grafeneck diese Maßnahmen zum „Schutz der Volksgesundheit“ fort.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion nach Buttenhausen zur Erinnerungsstätte Matthias Erzberger
Fr, 28.6.2019 um 14.00 Uhr
Matthias Erzberger unterzeichnete als Verhandlungsführer der deutschen Delegation im Auftrag der Reichsregierung im Wald von Compiègne den Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Großbritannien am Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Dieser beendete die Kampfhandlungen dieses Krieges. Der gebürtige Buttenhauser setzte sich auch für den Abschluss des Friedensvertrags von Versailles ein. Dessen Unterzeichnung führte am 28. Juni 1919 völkerrechtlich zum Ende des Ersten Weltkrieges. Viele Zeitgenossen feindeten Erzberger aufgrund seiner Fürsprache für diesen Vertrag an. Die Mehrheit der Deutschen empfand den Vertrag wegen seiner hart erscheinenden Bedingungen als demütigend. Diese Auffassung wurde später von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken instrumentalisiert.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger (Mühlsteige 21, 72525 Münsingen-Buttenhausen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion in die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg
Mi, 6.11.2019 um 10.00 Uhr
Prozesse gegen frühere NS-Täter werden seit 1958 für ganz Deutschland von der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ juristisch vorbereitet. Deren Sitz ist in Ludwigsburg bei Stuttgart. Dort liegen Tausende von Akten, welche auch Täter aus der Umgebung Tübingens aufführen. Im Rahmen der diesjährigen Jugendguides-Qualifizierung durch den Landkreis Tübingen und KulturGUT e.V. findet dort am Mi, 6. November 2019 ein 5-stündiger Workshop „Ermitteln wie ein Staatsanwalt – Nebenlager in der Region“ statt. Bernd Kress von der Zentralstelle wird uns dabei exklusive Einblicke in den Gang eines Ermittlungsverfahrens geben.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und ist in der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg statt. Um eine Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
  
 

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