Jugend im Gleichschritt – die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Eröffnung einer Ausstellung des nsdok Köln in der Glashalle des Landratsamts Tübingen am 16. Januar 2018 um 18:30 Uhr

Vom 17. Januar bis zum 22. März 2018 gastiert die Ausstellung „Jugend im Gleichschritt – die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ in der Glashalle des Landratsamts Tübingen. Das renommierte NS-Dokumentationszentrum Köln hat diese Ausstellung erarbeitet. Den Kooperationspartnern Landratsamt Tübingen und Stadt Tübingen ist es gelungen, diese Ausstellung nach Tübingen zu holen und sie jetzt erstmals außerhalb des NS-Dokumentationszentrums zu zeigen. Die allgemeinen Informationen zur Hitlerjugend werden durch Informationen aus Landkreis und Stadt Tübingen angereichert.

Ziel der Ausstellungsmacher war es, zu zeigen, dass sich die Lebenswirklichkeit Jugendlicher zwischen 1933 und 1945 beträchtlich von dem unterscheid, was die Reichsjugendführung in Berlin anordnete und propagierte. Nach wie vor wirken Bilder nationalsozialistischer Propaganda fort: Hitlerjungen, in mächtigen Blöcken angetreten, zehnjährige „Pimpfe“, im Gleichschritt marschierend, BDM-Mädchen, die frenetisch dem „Führer“ zujubeln.
 
Die Wanderausstellung zeigt demgegenüber eher die Heterogenität der NS-Jugendorganisation. Sie präsentiert die Hitlerjugend als Erziehungsinstanz, die im Nationalsozialismus mit Elternhaus, Schule und Kirche um die Vormachtstellung in der Jugenderziehung konkurrierte. Arbeit und Ziele der Hitlerjugend werden unter den Aspekten Organisation, „Dienst“ und „Führer“ vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Wehrerziehung, die vor allem die Aktivitäten in Jungvolk und HJ wesentlich prägte. Diese vormilitärische Erziehung sollte konsequent auf den Einsatz der Hitlerjugend im Krieg zu führen.
 
Landrat Joachim Walter und Tübingens Erste Bürgermeisterin Dr. Christine Arbogast sprechen Grußworte. Dr. Martin Rüther, Projektleiter des NS-Dokumentationszentrums Köln, führt in das Thema ein. Nach Köln ist Tübingen ist die erste Station dieser Wanderausstellung, zu der ein umfangreiches Begleitprogramm gehört (siehe Anlage). Ergänzend zeigt das Tübinger Stadtarchiv ab 24. Januar 2018 eine Fotodokumentation zur Hitlerjugend in Tübingen im Rathaus (weitere Informationen folgen).
 
Das umfangreiche Begleitprogramm von Landkreis und Stadt Tübingen mit Vorträgen, Führungen und Workshops wendet sich an alle Interessierten und insbesondere an junge Menschen. Es richtet nicht nur den Blick zurück auf die Zeit des Nationalsozialismus, sondern bezieht auch die heutige politische und gesellschaftliche Situation Jugendlicher in unterschiedlichen Ländern mit ein.
 
Weitere Informationen bietet das Begleitprogramm  (598,2 KiB)
 

  
 

Landkreis Tübingen

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