Jugendguides aktiv

Hier sehen Sie aktuelle  Veranstaltungen und Aktivitäten der Jugendguides

Vortrag Karl Kleinbach: Aufgeworfen und untergepflügt: Erkundungen im Geländegedächtnis
Di, 19.2.2019 um 18:30 Uhr
Während des Zweiten Weltkriegs versuchte das Deutsche Reich seit 1944 unter anderem bei Dußlingen, Gomaringen und Nehren Treibstoff aus Ölschiefergestein zu gewinnen. Für den Aufbau der erforderlichen Industrieanlage wurden KZ-Häftlinge eingesetzt. Kleinfunde der Schieferölgewinnung kommen immer wieder durch landwirtschaftliche Nutzung des Geländes ans Tageslicht. Seit 2015 sammelt und dokumentiert Karl Kleinbach aus Bisingen solche Pflugfunde. In seinem Vortrag stellt er aktuelle Ergebnisse von Begehungen in Dußlingen erstmals öffentlich vor.
 
Der Vortrag ist Teil des Begleitprogrammes zur Ausstellung „WAHRvergangenHEIT - Die schwierige Erinnerung an den Nationalsozialismus und das Recht auf Wahrheit“.
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Vortrag Aleida Assmann: Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur
Do, 21.2.2019 um 18:30 Uhr
Die renommierte Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann beschäftigt sich in ihren Publikationen seit Jahren mit Formen der Erinnerungskultur und deren Bedeutung für Europa sowie für die Menschenrechte. In ihrem Vortrag reflektiert sie neue Formen des Unbehagens an der historisch-politischen Aufarbeitung nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern.
 
Der Vortrag ist Teil des Begleitprogrammes zur Ausstellung „WAHRvergangenHEIT - Die schwierige Erinnerung an den Nationalsozialismus und das Recht auf Wahrheit“.
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Schwierig erinnert in Tübingen
So, 24.2.2019 um 14.00 Uhr
Das Erinnern an die Jahre 1933 bis 1945 steht im Mittelpunkt der deutschen und der Tübinger Erinnerungskultur. Jugendguides befassen sich mit dem Gang dieser örtlichen Erinnerungskultur von 1945 bis zur Gegenwart. Alleine schon auf dem Tübinger Holzmarkt repräsentieren sechs Erinnerungszeichen die verschiedenen erinnerungskulturellen Phasen, bis hin zur Verlegung von Stolpersteinen 2018.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Vortrag Michael Jaesrich: Lilli Zapf und Tübingen
Do, 28.2.2019 um 18:30 Uhr
Die Forschungen der Tübingerin Lilli Zapf und ihr Buch „Die Tübinger Juden“ von 1974 sind ein Meilenstein in der Tübinger Erinnerungskultur. Zapf stand zunächst als Einzelakteurin am Beginn des Aufarbeitungsprozesses von NS-Verbrechen in der Universitätsstadt. Der Historiker Michael Jaesrich hat Lilli Zapf eine eigenständige Untersuchung gewidmet. Er befasst sich unter anderem mit den Beweggründen Lilli Zapfs, sich so intensiv mit den Schicksalen vertriebener und ermordeter Tübinger Juden zu beschäftigen.
 
Der Vortrag ist Teil des Begleitprogrammes zur Ausstellung „WAHRvergangenHEIT - Die schwierige Erinnerung an den Nationalsozialismus und das Recht auf Wahrheit“.
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Vortrag Wolfgang Sannwald: Angekreuzt. Demokratische Wahlen im Landkreis Tübingen in 100 Jahren
Di, 12.3.2019 um 18.30 Uhr
Kreisarchivar Prof. Wolfgang Sannwald hat die Ergebnisse der demokratischen Wahlen im Gebiet des Landkreises Tübingen ausgewertet. Deren Tradition begann mit den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung 1919 vor 100 Jahren. Sie endete nach acht freien Wahlen der Weimarer Republik. Erst die alliierte Militärverwaltung ermöglichte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder freie Wahlen. Sannwald hat das langfristige Wahlverhalten für jeden Ort im Landkreis Tübingen untersucht. Er stellt raumbezogene Grundstrukturen dar, deren Folgen bis zu heutigen Bundestagswahlen erkennbar geblieben sind.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Auf den Spuren der Stolpersteine
So, 17.3.2019 um 14.00 Uhr
In Tübingen erschließen seit 2018 Stolpersteine Orte von Verfolgten und Opfern des Nationalsozialismus in der Tübinger Innenstadt. Die meisten Stolpersteine erinnern an Menschen, die die Nationalsozialisten als jüdisch ausgrenzten. Jugendguides haben sich über deren Schicksale und über Strukturen der Verfolgung informiert und erzählen darüber bei einem öffentlichen Stadtgang in der Tübinger Innenstadt.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Das Gedenken an Sally Adamsohn
Fr, 29.3.2019 um 17.00 Uhr
Der Arzt Dr. Sally Adamsohn versorgte jahrelang die Gomaringer Bevölkerung medizinisch. Seit 1933 wurde er ausgegrenzt. Der drohenden Deportation wollte Adamsohn durch Selbsttötung zuvorkommen. Er überlebte und wurde in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. In dem Totenschein für ihn steht, dass er am 1. September 1942 an „Altersschwäche“ gestorben sei. Gemeinsam mit Kreisarchivar Wolfgang Sannwald befassen sich Jugendguides mit dem Schicksal Adamsohns und dem Verlauf des Gedenkens an ihn aus Anlass der Verlegung eines Stolpersteins.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt wird bekanntgegeben. Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Die Universität Tübingen mit Hakenkreuz
So, 5.5.2019 um 14.00 Uhr
Führungspersonal und mehrere Institute der Universität Tübingen bemühten sich nach der Machtübergabe an Adolf Hitlers 1933 um eine führende Rolle. Sie stellten sich in den Dienst eines zunehmend ideologisch und rassistisch ausgerichteten Staates und der ihn dominierenden Partei. Jugendguides befassen sich bei ihrem Stadtgang unter anderem mit der rassenkundlichen sowie volkskundlichen Forschung auf Schloss Hohentübingen und der Rolle ehemals Studierender als Führer der als „Einsatzgruppen“ bezeichneten Todesschwadronen im Zweiten Weltkrieg.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Redewettbewerb „Jugend redet zu Europa“
Do, 9.5.2019 um 18.30 Uhr
Studierende der Allgemeinen Rhetorik unter Anleitung von Nikos Andreadis bereiten Reden zum Thema vor und konkurrieren in einem öffentlichen Wettbewerb um die besten Argumente und den besten Vortrag. Die Reden kommentieren Landrat Joachim Walter und Joachim Knape, Professor am Institut für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Vortrag Wolfgang Sannwald und Jugendguides aktiv: Abgekriegt. Vom Ersten Weltkrieg zu Europa als Friedensraum
Do, 16.5.2019 um 18.30 Uhr
Wer heutzutage die ehemaligen Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs bereist, erfährt, was Europa als Friedensraum bedeutet. Kreisarchivar Prof. Wolfgang Sannwald zeigt anhand von aktuellen und historischen Bildern, welche Relevanz der seit mehr als 100 Jahren beendete Krieg bis heute hat. Einerseits thematisiert er den regionalen Bezug beispielsweise zu heutigen Namen von Tübinger Stadtquartieren. In Orten wie Thiepval oder Loretto sind zwischen 1914 und 1918 besonders viele Soldaten aus dem Kreisgebiet ums Leben gebracht worden. Andererseits befasst er sich mit dem gesellschaftlichen Umgang damit. Der Umgang mit dem Krieg war ein Topthema der Weimarer Republik und belastete die Demokratie. Die nationalsozialistische Propaganda benutzte in hohem Maße erinnerungskulturelle Themen. Deren Ideologen verfolgten ein revanchistisches erinnerungskulturelles Konzept, dem auch die Benennung von Kasernen in Tübingen Ausdruck verlieh. In der Konsequenz  der „Dolchstoßlegende“ liegen sowohl der Terror gegen Gegner im Deutschen Reich wie auch der absichtsvoll begonnene Zweite Weltkrieg. Anhand der seit 2014 in den französischen Gedenkstätten Thiepval und Loretto errichteten Erinnerungseinrichtungen schlägt Sannwald den Bogen zur aktuellen Dimension Europas als Friedensraum.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Eugenik, Euthanasie-Morde und Tübingen
Öffentliche Führung im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
Fr, 31.5.2019 Uhrzeit wird bekanntgegeben
Für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Massenmord im Nationalsozialismus trugen nicht nur Täter im engeren Sinn Verantwortung. Wolfgang Sannwald gibt Einblicke in das Zusammenwirken der staatlich legitimierten NS-Rassenideologie mit Wissenschaft, Verwaltung, Justiz, Medizin und Gesellschaft. Vom Standort des 1935 gegründeten „Staatlichen Gesundheitsamts“ in der Grabenstraße geht es zum Gerichtsgebäude, wo zeitweise das „Erbgesundheitsgericht“ tagte. Nächstes Ziel ist die Alte Universitätsfrauenklinik, deren Ärzte von 1933 bis 1944 mindestens 740 Zwangssterilisierungen an Frauen vornahmen. Alfred Brasser als Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts, Amtsgerichtsdirektor Oskar Gmelin als Vorsitzender des Erbgesundheitsgerichts und August Mayer als Leiter der Universitätsfrauenklinik trugen Verantwortung für die Umsetzung der NS-Eugenik vor Ort, die auf die Beendigung von „Blutlinien“ zielte. Im Denken der NS-Ideologen setzten die „Euthanasie“-Morde in der Tötungsanstalt Grafeneck diese Maßnahmen zum „Schutz der Volksgesundheit“ fort.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion nach Buttenhausen zur Erinnerungsstätte Matthias Erzberger
Fr, 28.6.2019 um 14.00 Uhr
Matthias Erzberger unterzeichnete als Verhandlungsführer der deutschen Delegation im Auftrag der Reichsregierung im Wald von Compiègne den Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Großbritannien am Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Dieser beendete die Kampfhandlungen dieses Krieges. Der gebürtige Buttenhauser setzte sich auch für den Abschluss des Friedensvertrags von Versailles ein. Dessen Unterzeichnung führte am 28. Juni 1919 völkerrechtlich zum Ende des Ersten Weltkrieges. Viele Zeitgenossen feindeten Erzberger aufgrund seiner Fürsprache für diesen Vertrag an. Die Mehrheit der Deutschen empfand den Vertrag wegen seiner hart erscheinenden Bedingungen als demütigend. Diese Auffassung wurde später von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken instrumentalisiert.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger (Mühlsteige 21, 72525 Münsingen-Buttenhausen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion in die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg
Mi, 6.11.2019 Uhrzeit wird bekanntgegeben
Prozesse gegen frühere NS-Täter werden seit 1958 für ganz Deutschland von der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ juristisch vorbereitet. Deren Sitz ist in Ludwigsburg bei Stuttgart. Dort liegen Tausende von Akten, welche auch Täter aus der Umgebung Tübingens aufführen. Im Rahmen der diesjährigen Jugendguides-Qualifizierung durch den Landkreis Tübingen und KulturGUT e.V. findet dort am Mi, 6. November 2019 ein 5-stündiger Workshop „Ermitteln wie ein Staatsanwalt – Nebenlager in der Region“ statt. Bernd Kress von der Zentralstelle wird uns dabei exklusive Einblicke in den Gang eines Ermittlungsverfahrens geben.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und ist in der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg statt. Um eine Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
  
 

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