Häufig gestellte Fragen

Wie können wir als Eltern Ruhe- und Erholungsphasen schaffen?

Selbstfürsorge ist die Basis für ein gutes Miteinander!

Definieren Sie klar abgegrenzte Stunden, die jede/r für sich allein verbringt.

Versuchen Sie die Wirkung von Entspannungsübungen (Anleitungen auch gut über Internet zu finden)

Bewegen Sie sich! Bewegung an der frischen Luft bewirkt Wunder im Kopf und wirkt sich, wissenschaftlich nachgewiesen, positiv auf unsere Psyche aus.

Atmen Sie bewusst durch! Gehen sie dazu kurz auf den Balkon oder auf die Terrasse., trinken Sie zum Beispiel einen Kaffee in Ruhe alleine – Kinder solange mit Aktivitäten oder Aufgaben versorgen.

Sprechen Sie über Ihre Gefühle! …z.B. mit einer hilfreichen Bezugsperson. Sollte diese im näheren Umfeld nicht vorhanden sein, holen Sie sich professionelle Hilfe, z.B. bei uns im JFBZ, Krisendienst, Notfallseelsorge, lokalen und überregionalen Hotlines, die derzeit eingerichtet werden.

Begrenzen Sie das Grübeln! Nehmen Sie sich vorab festgelegt am Tag 10-20 Minuten Zeit, in der Sie so viel Grübeln können wie Sie möchten. Wenn außerhalb dieser Zeiten Sorgen auftauchen, sagen Sie zu sich selbst: „Darüber denke ich nachher (oder morgen) in meiner Grübelzeit nach – aber nicht jetzt.“

Bedienen Sie nicht alle Rollen gleichzeitig! …z.B. Hausfrau, Mutter/Vater, Lehrer*in, Freizeitanimateur*in/ Mitarbeiter… Benennen Sie den Kindern gegenüber die jeweilige Rolle und führen sie diese nacheinander bzw. im Wechsel durch.

Greifen Sie auf Ihre inneren und äußeren Kraftquellen zurück! Was habe ich bisher schon alles in meinem Leben bewältigt? Was kann ich gut? Was trägt mich? Wobei fühle ich mich gut?


Wie schaffe ich es, Haushalt, Home-Office, Kinderbetreuung, und Schularbeiten unter einen Hut zu bekommen, ohne verrückt zu werden?

Gut, dass Sie vorhaben, sich nicht verrückt machen zu lassen!
Hierfür gibt es einige nützliche Tipps:
Schaffen sie eine klare und haltgebende Alltagsstruktur und Routinen! Struktur hilft gegen Chaos, gibt Sicherheit und stärkt in Stresssituationen. Vorhersehbarkeit und Selbstwirksamkeit werden dadurch gefördert, und Zustände von Hilflosigkeit werden reduziert.

Das bedeutet konkret: nicht im Pyjama bleiben, sondern wie immer aufstehen, sich anziehen, übliche Essens-, Schlafens-, Arbeits- oder Lernzeiten (und auch Feierabendzeiten) einhalten.
Je kleiner die Kinder, umso wichtiger ist die regelmäßige Struktur. Erstellen Sie eine Tages- und Wochenstruktur, die am bisherigen Alltag der Kinder orientiert ist.
Beziehen Sie die Kinder in die Planung mit ein, machen Sie deutlich, dass dies zurzeit eine ganz besondere Situation und Herausforderung ist und dass es auf jeden ankommt. Und dann würdigen Sie die Kinder auch für den Teil, den sie zum Gelingen beitragen!
Machen Sie deutlich, wann wer was tun kann oder zu tun hat und wann Sie Zeit für die Kinder haben. Sorgen Sie für Entspannungsmöglichkeiten und Auszeiten für alle Beteiligten. Auch Sie selbst brauchen ab und zu eine Auszeit. Wenn sich mehrere Erwachsene die Betreuung teilen, dann sprechen Sie Zeiten ab, in denen der eine für die Kinder zuständig ist, so dass der andere ausspannen kann.
Und vor allem: Schrauben Sie Ihre Ansprüche etwas herunter! Jetzt sind Gelassenheit, Humor und gute Stimmung viel wichtiger als perfekt erledigte Aufgaben. Es ist niemandem gedient, wenn Sie sich verrückt machen!

Zum Homeoffice:
Die Vorstellung, ganz normal eben mal seine Arbeit zu Hause zu erledigen, und nebenher die Kinder zu betreuen, ist schlichtweg utopisch. Konzentration, Disziplin und Verständnis sind von allen Seiten nötig, damit Homeoffice in einem gewissen Rahmen gelingt.
Wie Homeoffice mit kleinen Kindern leichter praktiziert werden kann, zeigt folgender Link:
https://www.kika.de/erwachsene/aktuelles/homeoffice-mit-kindern-100.html


Wie kann ich meine Kinder trotz verordnetem Kontaktverbot/ Hausarrest beschäftigen?

Vorbeugend, um die Gefahr von Krisen zu minimieren, und Sicherheit für sich und die Kinder herzustellen, empfiehlt es sich, einen einigermaßen stabilen Tagesrhythmus/eine Tagesstruktur beizubehalten.

Eltern/teile erstellen Tages- und Wochenstruktur, diese sollte wie im Kindergarten oder Schule, ähnliche Abläufe aufweisen. Behalten Sie bisher praktizierte Rituale/Gewohnheiten, wie etwa Gute-Nachtgeschichte zum Einschlafen, gemeinsames Essen, bei. Mit von den Kindern ausgeschnittenen oder gemalten Bildchen lässt sich daraus ein auch für die Kinder verstehbarer Wochenplan mit Tagesstrukturierung erstellen, der auch für die Kinder gut sichtbar macht, wie die Abläufe sein werden.

Im Tagesplan sollten sich Zeiten von Regelspielen, kreativen Angeboten (basteln, malen, Musik machen etc.) Eigenbeschäftigung (z.B. Freispiel oder bauen mit Lego), Bewegungsspielen, wenn möglich auch draußen oder Spazier-und Erkundungsgängen, Geschichte vorgelesen bekommen oder Hörspiele hören, abwechseln. Ähnlich wie im Kindergarten/Kita auch. Jede Menge Ideen und Anregungen gibt es auf der Homepage der Jugend- und Familienberatung, unter Links für die ganze Familie.

Grundsätzlich sind auch Medien wie TV, PC, Hörbuch (mit adäquaten Inhalten) eine gute Möglichkeit für bestimmte Zeiträume.

Ebenso kann das gemeinsame Hausarbeiten machen mit in die Tagesstrukturierung aufgenommen werden. Erfahrungsgemäß dauert das gemeinsame Waschmaschinen einräumen oder Essen vorbereiten mit Kindern um einiges länger, es sollte also genügend Zeit eingerechnet und Geduld dafür da sein. Bitte zwingen Sie ihre Kinder nicht, sondern vermitteln Ihnen, dass ihre Hilfe wichtig ist. Wenn die Kinder bei der Hausarbeit geholfen haben, sparen Sie nicht mit Lob, dann fühlen sich ihre Kinder wertvoll und selbstwirksam.


Wie können sich Babys und Kleinkinder unter den aktuellen Umständen entspannen?

Kinder bekommen mit, dass etwas nicht stimmt und reagieren mit Aufregung, Angst, motorischer Unruhe, möglicherweise auch mit aggressiv wirkendem Verhalten.
Kinder brauchen in dieser Verfassung Erwachsene, die ruhig bleiben können. Jede positive Art von Körperkontakt ist wirksam, um Kinder zu beruhigen. Die ganz Kleinen mögen es gehalten, gestreichelt oder massiert zu werden. Die etwas älteren Kinder genießen es, auf dem Schoß zu sitzen, mit Ihnen ein Buch anzuschauen, vorgelesen oder kleine Geschichten erzählt zu bekommen.
Vor allem die Gegenwart einer entspannten, freundlichen und zugewandten Bindungsperson bringt kleine Kinder in einen entspannten Modus.


Wie kann der aktuell fehlende Kontakt zu anderen Kindern ersetzt werden?

Wie auch zu den Großeltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen kann der Kontakt zu Gleichaltrigen über Telefon, Handy, Post, Mail/Internet, je nach Alter, mit Unterstützung der Eltern, gehalten werden. Bilder aus dem eigenen Alltag können gemalt, fotografiert und ausgetauscht werden, Fortsetzungsgeschichten am Telefon erzählt oder abwechselnd geschrieben und anschließend bebildert werden. Für größere Kinder sind auch interaktive Spiele eine gute Möglichkeit.

Nach dem Vorbild der italienischen, spanischen und inzwischen auch vielen Kinder hier in Deutschland können von den Kindern gemalte Regenbögen ins Fenster oder an die Türe gehängt werden. Dieses Symbol sagt, wir halten uns an die Beschränkungen, gehen nicht hinaus und treffen keine Freunde oder Freundinnen.

Beim Spazieren gehen können sie dann mit ihren Kindern Bilder von Regenbögen suchen und zählen. So wird auch für die Kleinen ganz bildhaft sichtbar, dass es den anderen Kindern auch so geht.
 


Mein Grundschulkind schafft die vielen Schularbeits-Aufträge nicht. Was kann ich tun?

Die Schularbeits-Aufträge sind so gedacht, dass das Kind vormittags mit Lernen und Üben verbringen kann. Hilfreich ist es, wenn die Aufträge portioniert sind. Dabei sollten Sie sich daran orientieren, was Ihr Kind an einem Vormittag leisten kann. Unterteilen Sie den „riesigen Berg“ in kleine „Kletteretappen“, legen Sie kurze Zeitblöcke (15-20 Min) mit der Küchen- oder Eieruhr fest und loben Sie das Kind, wenn es eine Etappe geschafft hat.
Vergessen Sie nicht bei der Einteilung des Stoffes Pausen für Ihr Kind einzuplanen, in denen es aufstehen, essen und sich bewegen kann. Unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie in der Nähe sind, Fragen beantworten oder Inhalte erklären.


Meine 7-jährige Tochter weigert sich, etwas für die Schule zu machen. Ihre kleineren Geschwister, die noch Kindergartenkinder sind, müssten ja auch nichts zuhause arbeiten. Sie habe auch Ferien. Wie gehe ich damit um?

Erklären Sie Ihrem Kind, dass es keine wirklichen Ferien hat, sondern eine besondere Form der Schulzeit. Stellen Sie Vergleiche her zu Schulkameraden, die momentan auch lernen müssen, eventuelle kann das Kind mit einem Freund/Freundin telefonieren. Auch die Kindergartenkinder haben keine Ferien, sondern ebenfalls eine besondere Form der Kindergartenzeit. So, wie sie normalerweise im Kindergarten gespielt hätten, spielen sie jetzt zuhause. Vielleicht ist es möglich, dass das Kindergartenkind in der Lernzeit des Schulkindes ebenfalls etwas malt oder bastelt.


Wie kann ich die Pausen zwischen den Schuleinheiten mit meinen Grundschulkindern gut gestalten?

Pausen sind eine wichtige Strukturierungshilfe einer morgendlichen Schuleinheit und es ist hilfreich diese mit dem Kind vorher zu planen. Je nachdem können Sie kurze Pausen und längere Pausen einplanen:
Kurze Pausen (5-10 Min): aufstehen, sich strecken, auf Toilette gehen, aus dem Fenster schauen: den Blick weit stellen, etwas trinkenLange Pausen (15-20 Min): aus dem Raum gehen, etwas essen und trinken, rausgehen, frische Luft schnappen, sich bewegen, jonglieren, mit einem Luftballon spielen, musikhören, kleine Entspannungsübungen, z.B. Yoga machen.


Wie lassen sich die schulischen Arbeiten mit Pubertierenden am besten zuhause umsetzen?

Jugendliche haben in der Regel schon eine eigene Arbeits- und Organisationsstruktur hinsichtlich Schularbeiten entwickelt auf die sie nun zurückgreifen können. Viel Unterricht oder Schulthemen werden von den Lehrern für die Jugendlichen per Video, digital oder per Mail aufbereitet, was auch Anreiz sein kann, da es etwas Neues ist. Eltern sollten wie bei jüngeren Kindern auch bei Jugendlichen einen Überblick über die Arbeitsblöcke bewahren, nachfragen und Unterstützung anbieten, ggf. auch im Kontakt mit den Lehrern.
Wichtig von Elternseite ist es, die Jugendlichen dabei zu unterstützen, dass sie eine Tagesstruktur einhalten. Pubertierende neigen rasch dazu ihren Tagesrhythmus zu verschieben, bleiben lange wach und schlafen morgens aus. Das sollte mit dem/der Jugendlichen thematisiert werden und vereinbart werden, dass die „offiziellen“ Schulzeiten weiterhin gelten und sich daran orientiert werden soll. Achten Sie in dieser besonderen Zeit darauf, dass Ihre Beziehung zum „Pubertier“ durch das Schulthema nicht überstrapaziert wird und wägen Sie gut ab, wo und wann ein Kampf zwingend notwendig ist!


Wir wohnen als Großfamilie sehr eng beieinander. Was können wir tun, damit das Familienklima nicht kippt?

Das enge Zusammenleben bedeutet für alle eine Herausforderung. Einerseits kann es sehr schön sein, mehr gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen, andererseits kann die Enge auch Konflikte verschärfen und Stress erzeugen. Daher: Nutzen Sie die Freiräume, die möglich sind! Das heißt:

Bewegen Sie alleine und mit den Kindern, gehen Sie dazu auch hinaus ins Freie.

Strukturieren Sie den familiären Tagesablauf (Wann wird gelernt, gekocht, gegessen, wann arbeitet wer, wann darf es laut sein, wann macht jeder etwas für sich…) Sehr wichtig: Planen Sie Rückzugs- und Ruhezeiten ein!

Verteilen Sie Aufgaben untereinander – und gestehen den Zuständigen zu, dass sie sie auf ihre je eigene Weise erledigen.

Bei alldem: Versuchen Sie, geduldig zu bleiben, sich selbst und Ihrer Familie gegenüber. Es geht um gemeinsame Krisenbewältigung, nicht um Grundsatzlösungen.

Schauen Sie auch mal weg, wenn Ihre Toleranz erschöpft ist, und schaffen Sie Distanz – um dann überlegt (also nicht im Moment emotionaler Erregung) zu entscheiden, was Sie ansprechen wollen und wann und wie das geschehen soll.

Sorgen Sie für entspannte Momente, in denen Sie miteinander spiele, lachen, reden können.

Gönnen Sie sich und allen Familienmitgliedern Pausen von der Großfamilie. Versuchen Sie, auch Zeiten mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin möglich zu machen.

Nutzen Sie die hilfreiche Wirkung von Ritualen.

Manche gute Idee, manches Vorhaben lässt sich vielleicht nicht in die Tat umsetzen. Das Bewusstsein, dass diese Situation ungewohnt, neu und herausfordernd ist, dass es normal ist, dass nicht alles klappt, kann dabei helfen, gelassen zu bleiben.


Mein dreijähriges Kind ist gewohnt, eng mit den Großeltern, die im gleichen Haus mit uns wohnen, in Kontakt zu sein. Nun muss ich mein Kind von den Großeltern fernhalten. Trotz Erklärungen macht diese Veränderung unser Kind aggressiv. Wie kann ich einigermaßen gut umgehen?

Auch wenn es den Grund der Distanzierung rational einigermaßen verstehen kann, fehlt ihrem Kind der Kontakt zu den Großeltern; es ist wütend und traurig. Ihr Kind braucht Ihr Verständnis, Ihren Trost, Konsequenz und Geduld, um den Verlust verarbeiten zu können.

Wenn Sie klar bleiben, die Gefühle des Kindes verstehen, vielleicht auch benennen und selbst aushalten, geben Sie Sicherheit und Schutz. Wenig hilfreich wäre ein „Umschwenken“ nach dem Motto: „Wenn es so schlimm ist, dann geh halt zu Oma und Opa.“ Suchen Sie stattdessen kreative Möglichkeiten des Kontakts mit den Großeltern.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Großeltern und beziehen eine zukünftige Zeitperspektive mit ein (z.B.: „Wenn wir Oma und Opa wieder besuchen dürfen, spielen wir gemeinsam das neue Spiel…“). Halten Sie dadurch den Kontakt zu den Großeltern „indirekt“ aufrecht.

Welche Bedürfnisse des Kindes wurden von den Großeltern vielleicht besonders befriedigt? Vielleicht können Sie selbst (andere) Wege dafür finden.


Was kann ich tun, wenn ich merke, dass ich als Mutter mit kleinen Kindern kurz vor dem Platzen bin?

Die momentane Situation, in der Familien notgedrungen räumlich sehr aufeinander bezogen sind, kann Stress verursachen – insbesondere mit kleinen Kindern. Daher ist es gut, wenn Sie als Eltern verlässliche „Antennen“ haben und rechtzeitig merken, wann Ihre Geduld am Ende ist und Sie der der Erschöpfung entgegen gehen.

Was dann hilft und was sinnvoll ist, hängt sowohl vom Alter der Kinder als auch von der Situation ab. Immer gilt jedoch: Abstand gewinnen, innere und unter Umständen auch äußere Distanz sind sinnvoll. Falls ein anderer Erwachsener da ist: Bitten Sie ihn, den Kinderjob eine Weile zu übernehmen.

Wenn möglich: Verlassen Sie kurz die Situation, nehmen Sie eine kleine Auszeit - Schon ein Atemzug am offenen Fenster kann Distanzierung ermöglichen.
Eventuell können Sie Ihren Kindern sagen, dass Sie eine kleine Pause machen, und diesen eine interessante und ungefährliche Aufgabe oder Beschäftigungsmöglichkeit geben.
Falls das alles nicht möglich ist, versuchen Sie, die Perspektive zu wechseln – stellen Sie sich vor, Sie schauen von oben auf die Szene herab – was sehen Sie? Vielleicht kennen Sie eine Distanzierungs- oder Entspannungstechnik, die mit Hilfe der Aktivierung von Vorstellungen emotionale Erholung ermöglicht.

Hilfreich ist auch eine aktive Veränderung der Situation – etwa indem Sie gemeinsam ein Buch anschauen oder lesen, sich gegenseitig massieren, Pizza backen auf dem Rücken o.ä.


Was kann ich machen, wenn ich meine Kinder im Stress beschimpft habe, obwohl ich das nicht wollte?

Entschuldigen Sie sich bei ihren Kindern. Erklären Sie, möglichst mit einem anschaulichen Bild oder aus Sicht der Kinder, was passieren kann, wenn manches zusammenkommt und man nicht rechtzeitig gegensteuern kann. Bringen Sie Ihre Reaktion in Zusammenhang mit der ungewohnten und auch anstrengenden Situation.

Halten Sie die Erklärung dazu kurz und machen dann etwas Anderes mit Ihren Kindern – wenn es etwas ist, das Sie durch die Krisensituation wiederentdecken konnten oder für das Sie sonst keine Zeit haben, können Sie mit Ihren Kindern darüber ins Gespräch kommen, dass die Situation auch gute Seiten hat und Chancen birgt.

Versuchen Sie, zukünftig dem Stress gedanklich etwas voraus zu sein, Pausen und kleine Distanzierungsmöglichkeiten im Alltag zu verankern und zu nutzen.


Was kann ich tun, wenn meine Kinder sich streiten, sich anschreien und schlagen?

Streit zwischen Geschwistern gehört zum Familienleben. Er stellt die Nerven der Eltern oft auf eine harte Probe, ist aber in der Regel wichtig und entwicklungsfördernd für die Kinder. Wenn das Kräftegleichgewicht einigermaßen ausgewogen ist und der Streit ohne körperliche oder verbale Gewalt verläuft, ist elterliche Einmischung oft kontraproduktiv, vor allem, wenn sie vorschnell Partei ergreift.
Anders gestaltet es sich bei unfairen Voraussetzungen und/oder wenn es sich nicht um eine spielerische Rauferei handelt, sondern wenn Gewalt im Spiel ist. Dann ist es gut, wenn Eltern entschieden dazwischen gehen und die Situation auflösen. Sorgen Sie für räumliche Trennung und „Abkühlung“ und im Anschluss daran für eine Gesprächsmöglichkeit, entweder mit beiden Beteiligten oder, wenn die emotionale Erregung noch nicht abgeklungen ist, zuerst mit je einem der Kinder im Einzelgespräch.
Unterstützen Sie die Kinder, ihre Gefühle zu benennen, und bringen Sie zum Ausdruck, dass diese normal und verständlich sind. Schließlich befinden sich nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder in einer Ausnahmesituation, die diffuse Ängste und Sorgen mit sich bringt. Zudem haben Kinder ein feines Gespür für die emotionale Verfasstheit der Erwachsenen, wodurch sich in räumlicher Enge schnell gefährliche Stressspiralen entwickeln können. Daher ist es für die Streitschlichtung wichtig, dass Sie selbst als Vater oder Mutter einigermaßen gelassen bleiben.
Falls die Kinder auch mit Ihrer Hilfe zu keiner Lösung kommen und der Graben bleibt, geben Sie eine klare Struktur vor, worauf es jetzt im Umgang ankommt, und eröffnen Sie die Aussicht auf eine spätere Klärung (etwa: „Wir lassen das jetzt so stehen, nach dem Essen macht jede/r) etwas für sich, und morgen sprechen wir nochmals darüber“).
Helfen Sie den Kindern, die Perspektive des „Gegners“ einzunehmen und Wünsche statt Vorwürfe zu formulieren. Sprechen Sie gemeinsam über alternative Möglichkeiten, mit Kränkung, Ärger, vielleicht auch Traurigkeit umzugehen, und beziehen Sie die Kinder ein – sie sind oft sehr erleichtert, wenn sie erleben, dass ihr Gefühl akzeptiert wird, und äußerst kreativ beim Finden neuer Lösungswege.
Vor dem Ins-Bett-Gehen hilft es Kindern, wenn man die Tageserlebnisse gemeinsam bespricht und sammelt. Vielleicht kann ein Streit bei dieser Gelegenheit zu einem inneren Abschluss kommen. Wichtig ist, auch die schönen Erlebnisse nicht zu vergessen und die Sammlung mit diesen abzuschließen.


Soll ich mich beim Streit meiner Kinder gleich einmischen?

Das ist häufig nicht sinnvoll - viele Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten können Kinder ohne die Hilfe von Erwachsenen lösen. Daran lernen Kinder und entwickeln soziale Kompetenz. Eine zu schnelle Einmischung von Eltern kann daher kontraproduktiv sein.
Nötig wird eine Einmischung durch Erwachsene, wenn der Streit allzu heftig und verletzend wird, wenn Kinder von ihren Emotionen überrollt werden oder wenn es sehr unfair zugeht und ein Kind seine Überlegenheit ausnützt. Dann ist die Unterstützung durch die Eltern im Sinne einer „Streitmoderation“ sinnvoll – das heißt, das Eingreifen durch Erwachsene sorgt für eine Zäsur und unterstützt die Kinder dabei, auch die Perspektive des oder der anderen mit einzubeziehen.
Falls Sie den Eindruck haben, dass es sehr unfair und gefährlich wird: Stoppen Sie den Streit, ohne Partei zu ergreifen. Hören Sie jedem Kind zu. Erarbeiten Sie gemeinsam mit den Kindern Lösungsstrategien. Verstehen Sie sich dabei eher als Moderator*in als „Richter*in*.


Was kann ich im Vorfeld dafür tun, dass meine Kinder sich nicht ständig in die Haare kriegen?

Die ungewohnte Situation ist auch für Kinder verunsichernd. Viele haltgebende Selbstverständlichkeiten fehlen, das kann Stress verursachen und damit Reizbarkeit und Streit“lust“.
Gegensteuern können Eltern mit einer guten Alltagsstruktur, die auch Pausen, Freiräume, und Möglichkeiten, um sich auszupowern beinhaltet, und eigener möglichst geduldiger Präsenz. Das ist angesichts von Home-Office und dem engen Zusammensein natürlich oft leichter gesagt als getan.
Hier kann weniger mehr sein – das eigene Anspruchslevel neu zu justieren und das Hauptaugenmerk auf ein einigermaßen gutes Miteinander zu legen, hilft, Stress zu reduzieren.
Kindern möchten Situationen einschätzen können, Das vermittelt Sicherheit und Orientierung. Besprechen Sie daher in einer ruhigen halben Stunde, wie Sie die Zeit in Ihrer Familie gestalten wollen – wie es mit den Schulaufgaben läuft, wann Pausen sind, wann wer ansprechbar ist, wann man sich trifft zum Essen, zum Spielen. Je nach Alter der Kinder können Sie einen schriftlichen Plan erstellen oder Symbole für die jeweilige Situation finden. Geduld und Klarheit helfen bei der Umsetzung in den Alltag. Versuchen Sie, das Ganze als eine Art gemeinsames Experiment zu sehen - was sich nicht bewährt und sich als nicht hilfreich erweist, wird angepasst. Wichtig ist, dass das transparent geschieht und klar kommuniziert wird.
Wichtig sind genügend Entspannungsmöglichkeiten für alle – auch für die Eltern! Wenn Sie merken, dass Ihre eigene Anspannung wächst, versuchen Sie, irgendeine Art von Pause einzubauen, sei es auch nur in Form eines Gedankens an ein kleines Alltagshighlight.
Sollte das Streiten sich schon verselbständigt haben und zu einem beliebten Kontaktmodus zwischen ihren Kindern geworden sein: Sprechen Sie die Kinder gemeinsam an, eröffnen und unterstützen Sie andere Lösungswege, definieren Sie streit-freie Zeiten und belohnen Sie Ihre Kinder gemeinsam, wenn es geklappt hat – Streitigkeiten dagegen sollten Sie nur mit dem allernotwendigsten Maß an Aufmerksamkeit quittieren. Bestärken Sie Ihre Kinder für alles, was, wenn auch noch so zaghaft, andere Wege versucht, ermutigen und bestärken Sie sie dabei.


Meine 15jährige Tochter ist immer wieder stinksauer mit mir, weil ich ihr den direkten Kontakt mit ihren Freundinnen momentan nicht erlaube. Was soll ich denn machen?

Versuchen Sie, den Frust Ihrer Tochter nicht allzu persönlich zu nehmen – es ist schließlich viel leichter, eine(n) Schuldige(n) vor sich zu haben als ein unsichtbares Virus…
Vielleicht gelingt es mit Hilfe dieser Einstellung, die Situation objektiver zu betrachten, sie gar etwas abzumildern oder zumindest aus der reinen Schuldposition herauszukommen. Versuchen Sie, mit Ihrer Tochter ins Gespräch zu kommen, und vermeiden Sie ein eine „Entweder-Oder“- Dynamik und einen Machtkampf. Sprechen Sie von sich selbst und Ihren Gefühlen und Gedanken und bitten Sie Ihre Tochter, das auch zu tun. Für Jugendliche ist es ein besonders schmerzvoller Einschnitt, sich nicht mit Freunden und Freundinnen treffen zu können. Das Bedürfnis ist so groß, dass die möglicherweise gefährlichen Folgen in den Hintergrund treten. Je eher es gelingt, die Gründe der Einschränkung verständlich zu machen, desto akzeptabler kann diese werden.
Informieren Sie sich daher gemeinsam und bitten Sie Ihre Tochter um eigene Lösungsideen. Vielleicht kann auch über einen Kompromiss nachgedacht werden, falls das Leiden sonst zu groß wird, etwa in Form eines distanzierten Spaziergangs mit einer besonders wichtigen Freundin.
Trotz aller Mühe kann es sein, dass Ihre Tochter ihre verärgerte Haltung zumindest dem Anschein nach beibehält, weil es ihr auf diese Weise leichter fällt, mit der Situation fertig zu werden und die Grenze einzuhalten. Bleiben Sie dennoch bzw. gerade dann klar, geduldig und unterstützend. Verhindern Sie, dass sich der ganze Familienalltag um dieses Thema dreht; bleiben Sie wach für gute Begegnungsmöglichkeiten mit Ihrer Tochter und versuchen Sie, diese zu nutzen.


Mein Mann ist jetzt viel mehr zu Hause als sonst und wir streiten immer öfter. Was hilft zur Entspannung?

Die meisten von uns sind jetzt erhöhtem Stress ausgesetzt. Die Situation ist völlig neu, gewohnte Abläufe brechen weg, eine diffuse Angst begleitet den Alltag; das Zuhause wird zu einem Ort, an dem plötzlich fast alles geschehen soll – es verdichten sich Gefühle und Erwartungen und fast unvermeidlich auch Stress und Ärger.
Viele Abläufe sind eingespielt und bewährt, doch mit der Situation verändern sich auch die Notwendigkeiten. Verstehen Sie sich als Team, das herausgefordert ist, diese Krise kreativ zu bewältigen. Experimentierfreudigkeit, Fehlerfreundlichkeit, Pragmatismus und ein möglichst geringer Anspruch auf Perfektion sind gute Krisenbegleiter.
Strukturieren Sie Ihren ungewohnten neuen Alltag; teilen Sie Zuständigkeiten auf. Klare Absprachen sind sinnvoll, da sie vor un- und/oder halbausgesprochenen Erwartungen und damit verbundenen Enttäuschungen schützen können.
Respektieren Sie, dass Ihr Partner es anders macht als Sie selbst. Falls es doch Gesprächsbedarf gibt, nützen Sie dafür eine ruhige und abständige Situation.
Achten Sie besonders auf Pausen und Freiräume – sowohl auf geplante als auch situativ notwendige. Achten Sie auf ihre Bedürfnisse und formulieren Sie Ihre Wünsche an den andern möglichst konkret.
Entdecken Sie Neues aus, entweder alleine oder gemeinsam – vielleicht probieren Sie eine der vielfältigen Entspannungstechniken und –übungen, die sich im Internet finden, aus, testen eine Yoga-App, versuchen sich in Autogenem Training, gehen in die Natur oder finden Zeit für ein altes oder neues Hobby.
Sorgen Sie für Zeiten mit Ihrem Partner – auch wenn kein Kino- oder Restaurantbesuch möglich ist, können Sie sich verabreden, einander überraschen und dem Alltag etwas entgegensetzen.


Ich möchte nicht, dass mein Kind jedes zweite Wochenende zum anderen Elternteil geht, weil ich Sorge habe, ob es richtig geschützt wird. Was meinen Sie dazu?

Solange keine angeordnete oder freiwillige Quarantäne des umgangsberechtigten Elternteils besteht, besteht auch kein Grund die bisherige Regelung auszusetzen.
Die Verordnungen und Allgemeinverfügungen der Länder stehen einer Wahrnehmung der Umgangskontakte nicht entgegen. Die Verordnungen bzw. Allgemeinverfügungen sehen vor, dass physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zum eignen Hausstand gehören, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sind. Angesichts der Bedeutung von Umgangskontakten für die Eltern-Kind-Beziehung sind diese grundsätzlich zum „absolut nötigen Kontaktminimum“ zu zählen.
Gerade in einer Zeit, in der viele stabilisierende soziale Kontakte wegfallen ist es für Kinder wichtig, dass zu den engsten Bezugspersonen eine Kontinuität besteht, damit ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität bestehen bleibt.
Es gibt aber eine weitere, nämlich eine psychologische Ebene in dieser Frage:
Wenn ein Umgangsrecht oder gar gemeinsames Sorgerecht besteht, bedeutet das generell, dem anderen Elternteil zuzutrauen und sich darauf verlassen zu müssen, dass dieser für das gemeinsame Kind nach bestem Wissen und Gewissen sorgt.
Sollte das Thema des gegenseitigen Vertrauens ein Konfliktthema sein, dann scheuen Sie sich nicht, dafür ein Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen. Sofort oder in ruhigeren Zeiten, alleine oder gemeinsam. Jede Verbesserung der Stimmung zwischen den Eltern wirkt sich direkt positiv auf Ihr Kind aus.
Zudem kann gerade bei häuslicher Quarantäne und ständigem Zusammensein mit den Kindern die Umgangszeit beim anderen Elternteil auch gut für die eigene Entlastung und Selbstfürsorge genutzt werden.
Generell sollten Eltern alles daransetzen, diese ohnehin anstrengende Zeit nicht zusätzlich durch Machtkämpfe zu belasten, sondern auch hier solidarisch im Interesse des Kindes ruhig gegenseitig etwas großzügiger zu sein.


Was tun bei einer möglichen Infektion des umgangsberechtigten Elternteils?

Steht der umgangsberechtigte Elternteil oder das Kind selbst unter vom Gesundheitsamt angeordneter häuslicher Quarantäne, scheidet ein Umgangskontakt grundsätzlich aus. Dies gilt auch für gerichtlich angeordnete Umgangsvereinbarungen.
Begeben sich der Umgangselternteil oder das Kind oder der betreuende Elternteil in freiwillige Quarantäne, sollten sich die Eltern einvernehmlich abstimmen, welche Auswirkung die freiwillige Quarantäne auf die Umgangskontakte hat. Aus Infektionsschutzgründen spricht in diesem Fall vieles für ein Aussetzen des Umgangs. Da es sich bei der freiwilligen Quarantäne um „nur“ 14 Tage handelt, also in etwa einem Urlaub entspricht, sollte das Entfallen des Kontaktes möglichst nicht zu hoch gehängt werden. Auch ein späteres Nachholen der Umgangszeit ist möglich, wenn dies eine einvernehmliche Lösung ist.


Drohen Zwangsmaßnahmen bei einer Verweigerung des Umgangsrechts?

Zwangsmaßnahmen können vom Familiengericht verhängt werden, wenn Umgänge vereitelt werden. In dem Fall, dass Zwangsmaßnahmen verhängt werden, geht das Gericht von einem Vorsatz und von mangelnder Bindungstoleranz zum anderen Elternteil aus.
Zwangsmaßnahmen werden nur auf Antrag verhängt und bedeuten in der Regel Ordnungsstrafen, bei denen hohe Geldbeträge verlangt werden.
Im Interesse Ihres Kindes sollten Sie grundsätzlich versuchen so gut es geht einen Konsens mit dem anderen umgangsberechtigten Elternteil zu finden. Nicht nur, damit Sie vermeiden einer Zwangsmaßnahme ausgesetzt zu werden. Vor allem geht es darum Ihr Kind zu entlasten vom elterlichen Streit und ihm zu ermöglichen eine unbelastete Beziehung zu beiden Elternteilen leben zu dürfen.
Dies ist gerade in diesen schwierigen Zeiten für Ihr Kind besonders wichtig. Schützen Sie Ihr Kind, indem Sie es nicht noch zusätzlich mit Streit auf Elternebene belasten, sondern beweisen Sie Bindungsfürsorge und fördern Sie so gut es geht diese wichtige Bindung zum anderen getrenntlebenden Elternteil.
Wenn Sie mit diesen Bemühungen alleine nicht weiterkommen, sind wir von den JFBZ oder auch andere Erziehungsberatungsstellen gerne bereit, Ihnen dabei Unterstützung zu leisten.


Muss mein Kind mit dem Zug zum Vater reisen oder ist das zu gefährlich?

Generell ist das Fahren mit dem Zug oder das Benutzen des ÖPNV von der allgemeinen Situationseinschätzung der Behörden abhängig und wird entweder erlaubt oder nicht. In Fall der behördlichen Erlaubnis gelten auch hier die allgemeinen Hygieneregeln, z. B. den Abstand zu Mitreisenden, einzuhalten.
Ist Ihr Kind alt genug um alleine mit dem Zug reisen zu können, wird es sicherlich auch die Hygieneregeln verstehen und einhalten können.
Von Seiten der Bahn ist bekannt, dass diese einen geänderten Fahrplan eingeführt hat, aber mit längeren Zugeinheiten operiert damit es mehr Raum für die Passagiere gibt und an den Haltestellen vom Zugpersonal aus alle Türen geöffnet werden, sodass man den Türknopf nicht bedienen muss.
Sie sollten sich also vor Antritt der Fahrt vergewissern, ob Ihr Kind die Hygieneregeln kennt und befolgen möchte und selbst über den Reiseplan Ihres Kindes wie mit dem geänderten Fahrplan Bescheid wissen.
Im Zweifel oder bei sehr verlängerten Fahrzeiten aufgrund der Einschränkungen können Sie auch hier mit dem Vater eine Abweichung vom „normalen“ Vorgehen versuchen zu vereinbaren.
Vielleicht begleiten Sie das Kind auf dem Weg zum Vater, damit Sie sichergehen, dass das Kind gut ankommt und die Hygieneregeln befolgt werden.
Wird das Benutzen des ÖPNV vorübergehend nicht gestattet oder sind die Fahrtzeiten durch die Fahrplanänderung sehr ungünstig, gibt es alternative Möglichkeiten: wenn Sie oder der Vater ein Auto besitzen, kann das Kind gebracht oder abgeholt werden. Wenn Sie beide Zugang zu einem Fahrzeug haben, könnten Sie sich „in der Mitte“ treffen, damit der für Ihr Kind wichtige Umgangskontakt stattfinden kann.
Sollte keiner von Ihnen Zugang zu einem alternativen Verkehrsmittel haben, dann wäre dies eine Form von höherer Gewalt und der Umgang wäre für die Zeit der Beschränkung ausgesetzt.


Wie erkläre ich meinem Grundschulkind, was das Corona-Virus ist, und warum es so gefährlich ist?

Sprechen Sie das Thema offen an: Finden Sie heraus, wie viel Ihr Kind bereits weiß, und greifen Sie dies auf. Nützen Sie Zeiten, in denen eine entspannte, geborgene Atmosphäre im familiären Rahmen möglich ist, als Basis für ein gemeinsames Gespräch. Malen, Geschichten erzählen und andere spielerische Aktivitäten können helfen, das Thema anzusprechen und dabei gut darauf zu achten, was Ihr Kind an Fragen, Sorgen und weitergehenden Überlegungen dazu hat. Sie können auch ein Video (https://www.youtube.com/watch?v=_kU4oCmRFTw) nutzen, um auf eine kindgerechte Weise das, was gerade passiert und notwendig ist, zu besprechen. Um Ihrem Kind Sicherheit und Zuversicht zu geben, erklären Sie ihm abschließend noch einmal, wie es sich selbst (und damit auch Andere) schützen kann. Der beste Weg, Kinder vor dem Coronavirus zu schützen, ist regelmäßiges Händewaschen. Zeigen Sie den Kindern auch, wie man beim Husten oder Niesen das Gesicht mit dem Ellbogen verdeckt. Sie helfen Ihrem Kind, mit Stress und Angst umzugehen, indem Sie sich Zeit nehmen, mit ihm spielen, ihm immer wieder Raum für Entspannung bieten. Halten Sie Routinen und eingespielte Tagesabläufe so weit wie möglich ein, zum Beispiel ein wohltuendes, vertrautes Ritual vor dem Schlafengehen.


Sollte man einem 3-jährigen Kind die aktuelle Situation überhaupt erklären? Und falls ja, wie am besten?

Je kleiner Kinder sind, umso wichtiger ist eine klare Alltagsstruktur, die emotionale Sicherheit vermittelt. Auch wenn Sie kleinen Kindern noch keine genaueren Erklärungen geben können, was Corona für alle Menschen bedeutet, wird Ihr Kind wahrnehmen, dass gerade eine außergewöhnliche Zeit ist. Umso wichtiger ist alles, was Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit vermitteln kann. Dazu gehören Körperkontakt, eine freundliche, ruhige Stimme und aufmerksame Zuwendung neben guter Versorgung, Hygiene und mehr. Sie können das häufigere Händewaschen attraktiv machen, indem Sie Ihrem Kind eine besonders schöne, bunte Seife zum Händewaschen geben und dieses Reinigungsritual gemeinsam machen. Auch hier können Sie positives Modell sein und die notwendigen Schutzmaßnahmen interessant gestalten.


Wie kann ich meine Kinder davor bewahren, in Angst und Panik zu verfallen?

Versuchen Sie als Mutter/Vater in erster Linie selbst möglichst ruhig zu bleiben, denn Ihre Kinder schauen sich die Verhaltensweisen und Stimmungen ihrer Eltern im Hinblick auf Angst und Panik ab und je gelassener und klarer sie in ihrer eigenen Haltung bleiben, umso besser. Sie vermitteln damit Ihren Kindern Sicherheit und das Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Erklären Sie Ihren Kindern, dass Corona für die meisten wie eine harmlose Grippe verläuft, bei der man Husten, Schnupfen und Fieber hat. Für Menschen, die jedoch schon krank oder alt sind, kann Corona in der Lunge großen Schaden anrichten und diese Menschen müssen im Krankenhaus versorgt werden. Weil nicht alle Menschen gleichzeitig im Krankenhaus gut versorgt werden können, sorgen alle Menschen zurzeit dafür, dass sich das Virus nur ganz langsam verbreitet. Wenn das gelingt, können ganz viele Menschen im Krankenhaus gut versorgt und wieder gesundwerden.


Was antworte ich auf die Frage meines Kindes: "stirbt Oma jetzt?"

Sprechen Sie mit Ihren Kindern zunächst ganz allgemein über Krankheiten, Tod und Sterben. Kinder setzen sich natürlicherweise mit Leben und Tod auseinander und wollen auf ihre Fragen alters- und kindgerechte Antworten hören. Erzählen Sie ihrem Kind, dass kranke und auch alte Menschen wieder gesund werden können, selbst wenn sie sich mit dem Virus angesteckt haben. Ab einem gewissen Alter ist die Wahrscheinlichkeit zu sterben größer, deshalb werden sich Oma und Opa aktuell auch ganz arg schützen und vorsichtig sein, um sich möglichst nicht anzustecken.


Wie gehe ich gegenüber meinen Kindern mit meiner eigenen Angst vor einer Erkrankung (auch von mir nahestehenden Personen) um?

Sprechen sie als Eltern offen über eigene Ängste und dass Sie sich auch Sorgen machen um nahestehende Personen, wie z.B. Großeltern, die Verwandtschaft, Freunde… Zeigen Sie ihrem Kind jedoch auch, dass Sie sich in ihrer Angst nicht lähmen lassen und dennoch ihren Alltag so gut es geht meistern werden. Erklären Sie Ihren Kindern, dass sich derzeit viele Menschen damit beschäftigen, so schnell wie möglich einen Impfstoff zu entwickeln und dass es immer wieder Krankheiten geben wird, mit denen man noch keinerlei Erfahrung hat und für die nach Medikamenten und Impfstoffen geforscht werden muss. Vermitteln Sie dennoch Freude, Zuversicht und Hoffnung und bleiben Sie selber guter Dinge, denn Ihr Kind nimmt Sie zum Vorbild.


Wie schaffe ich es, dass mein Kind nicht nur zockt oder fernschaut?

Generell ist es sinnvoll, klare Medienzeiten mit dem Kind/ Jugendlichen zu vereinbaren und bei Überschreitung der Medienzeit an die Vereinbarung zu erinnern. Eltern sollten sich von ihren Kindern zeigen lassen, welche Spiele sie spielen bzw. wofür sie das Internet nutzen. Dadurch signalisieren sie Interesse an der Lebenswelt des Kindes und stärken damit die Beziehung zum Kind.
Für die medienfreien Zeiten sollten andere Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten und eventuell auch neue Spielideen eingeführt werden (siehe dazu „Alltag und Corona – Tipps für Familien“ und „Links für die ganze Familie“).


Ich scheue mich, meinen Kindern zusätzliche Medienzeit zu gewähren, auch aus der Sorge heraus, später wenn es wieder Richtung "Normalbetrieb" geht, Konflikte zu bekommen. Was kann ich tun?

Wir befinden uns gerade in einer Ausnahmesituation. Zur Bewältigung des Familienalltags unter den gegebenen Umständen kann eine Ausweitung der üblichen Medienzeit sinnvoll sein, vor allem auch um Eskalationen zu verhindern. Die verlängerten Medienzeiten sollten den Kindern gegenüber als Ausnahmeregelung für diese Zeit benannt werden. Mit dem Verweis auf das Ende der Ausnahmezeit, einer klaren Haltung, Geduld und Ausdauer wird es den Eltern gelingen, die davor üblichen Regelungen bei den Kindern wiedereinzuführen. Ein zusätzlicher Anreiz wird für Kinder dann auch das Treffen mit ihren Freunden sein, die sie medienfrei gut gestalten können.


Ich möchte mich mit meiner Freundin treffen, aber meine Mutter erlaubt es nicht. Wenn ich Abstand halte, müsste das doch möglich sein, oder?

Du weißt ja, dass zum Schutz der Älteren und Vorerkrankten alle Menschen ihre direkten Kontakte so weit wie möglich zurückfahren sollen. Je mehr Menschen du triffst, umso höher ist das Risiko, dass das Corona-Virus über dich weitergegeben wird. Gleichzeitig sind menschliche Kontakte wichtig und vor allem für Jugendliche sind die Kontakteinschränkungen sehr hart. Klar geregelt ist die Sache in der Öffentlichkeit: du darfst dort nicht mit mehr als einer Person außerhalb der Familie zusammen sein und musst die Abstandsregel einhalten. Innerhalb der Wohnung kommt noch das Risiko einer Virusweitergabe über Gegenstände oder die Raumluft hinzu. Deshalb ist es besser, dort wirklich nur mit Familienangehörigen zusammen zu sein. Wenn du deine Freundin unbedingt treffen willst, mach das im Freien mit korrektem Abstand. Und sei realistisch: Wenn ihr das Abstandhalten nicht ganz sicher durchhalten könnt, dann schreibt euch lieber über soziale Netzwerke oder nutzt Videochats.


Mit meinen Eltern verstehe ich mich sowieso nicht gut. Jetzt wo wir alle zuhause sind, gibt es nur noch Stress. Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück, aber meine Eltern wollen, dass ich mit ihnen esse und Zeit verbringe. Was sagen Sie dazu?

Wenn du dich mit deinen Eltern sowieso nicht so gut verstehst, ist die Corona-Krise eine wirkliche Herausforderung für dich. Bevor ihr nur noch streitet, ist es tatsächlich besser, wenn du dich häufiger in dein Zimmer zurückziehst. Du kannst versuchen, deinen Eltern zu erklären, dass du damit Streit vermeiden willst. Vielleicht kannst du ja doch gelegentlich mal aus dem Zimmer schauen, wie die Stimmung momentan aussieht. Mit einzelnen könnte es zum Beispiel leichter sein als mit der ganzen Familie. Gemeinsames Essen könnte auch eine Chance sein, wenn ihr dabei ruhig bleiben könnt. Denn eigentlich könnte es dir auch guttun, neben deinen medialen Kontakten noch ein paar ganz reale Menschen zu treffen.


  
 

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