Aufforstungsgenehmigung

Aufforstungsgenehmigung

Wer ein Grundstück in der offenen Landschaft ganz oder teilweise aufforsten will, bedarf der Genehmigung.
 
Die Genehmigung erlischt insoweit, als nicht innerhalb von drei Jahren nach ihrer Erteilung von ihr im Wesentlichen Gebrauch gemacht worden ist. Sie kann vor Fristablauf auf Antrag einmalig um bis zu drei Jahre schriftlich verlängert werden.

Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn

  1. Erfordernisse der Raumordnung und Landesplanung der Aufforstung entgegenstehen,
  2. durch die Aufforstung die Verbesserung der Agrarstruktur behindert oder die Ertragsfähigkeit benachbarter Grundstücke erheblich gemindert würde,
  3. der Naturhaushalt, die Lebensstätten von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, naturschutzfachlich hochwertiges Dauergrünland oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt würden,
  4. die Aufforstung den konkretisierten Zielvorstellungen der Gemeinde über die Entwicklung des Gemeindegebiets widerspricht oder
  5. die Aufforstung geeignet ist, die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs oder der Sicherheit von Gebäuden und deren Bewohner nachhaltig zu gefährden,

ohne dass die nachteiligen Wirkungen durch Auflagen verhütet oder ausgeglichen werden können.
 
Wird ein Grundstück ohne die erforderliche Genehmigung oder unter Missachtung von Auflagen ganz oder teilweise aufgeforstet, kann die untere Landwirtschaftsbehörde die Beseitigung oder die Wiederherstellung eines ordnungsgemäßen
Zustands anordnen, wenn nicht auf andere Weise ein rechtmäßiger Zustand hergestellt werden kann.

Weitergehende naturschutzrechtliche Bestimmungen bleiben unberührt.
 
Der Antrag ist beim Landratsamt Tübingen Abteilung 40 Landwirtschaft und Naturschutz zu stellen.

Genehmigung und Anzeige von Weihnachtsbaumkulturen und Kurzumtriebsplantagen

I. Genehmigungspflichtige Kulturen

Nach § 25 a Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz (LLG) sind genehmigungspflichtig:

  1. Weihnachtsbaumkulturen und Kulturen zur Gewinnung von Schmuck- und Zierreisig (§ 25 a Absatz 1 LLG)
    1. auf Flächen von mehr als 20 Ar,
    2. auf kleineren Flächen auch dann, wenn die Pflanzen einer Weihnachtsbaumkultur eine Höhe von 3 m, die Pflanzen einer Kultur zur Gewinnung von Schmuck- und Zierreisig eine Höhe von 6 m überschreiten;
  2. Kurzumtriebsplantagen (§ 25 a Absatz 2 LGG)
    1. auf Flächen von mehr als 20 Ar,
    2. auf kleineren Flächen auch dann, wenn die oberirdischen Pflanzenteile nicht jeweils spätestens bis zum 31. Dezember des zwanzigsten auf die Anpflanzung oder den letzten Erntezeitpunkt folgenden Jahres geerntet werden.

II. Anzeigepflichtige Kulturen

Anzeigepflichtig nach § 25 a Absatz 3 Satz 2 LLG sind:

  1. Weihnachtsbaumkulturen und Kulturen zur Gewinnung von Schmuck und Zierreisig auf Flächen bis zu 20 Ar, bei denen die Pflanzen einer Weihnachtsbaumkultur eine Höhe von 3 m, die Pflanzen einer Kultur zur Gewinnung von Schmuck- und Zierreisig eine Höhe von 6 m nicht überschreiten.
  2. Kurzumtriebsplantagen auf Flächen bis zu 20 Ar, bei denen die oberirdischen Pflanzenteile jeweils spätestens bis zum 31. Dezember des zwanzigsten auf die Anpflanzung oder den letzten Erntezeitpunkt folgenden Jahres geerntet werden.

Die Anzeige bei der unteren Landwirtschaftsbehörde hat drei Monate vor der Pflanzung schriftlich unter Angabe der Gemarkung, der Flurstücksnummern und, soweit für die Identifizierung der Fläche erforderlich, Vorlage einer Schlagskizze zu erfolgen.

  
 

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