Ausbildungsförderung (BAföG/AFBG)

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) unterstützt junge Menschen dabei, eine ihren Eignungen und Interessen entsprechende Ausbildung absolvieren zu können.
Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) können gewährt werden für Ausbildungen an allgemeinbildenden Schulen, Berufsfachschulen, Fach- und Fachoberschulen und Abendrealschulen. Ausbildungsförderung wird grundsätzlich für eine zielstrebig durchgeführte Ausbildung bis zu einem berufsqualifizierenden Abschluss geleistet. Unter besonderen Voraussetzungen ist zudem die Förderung einer einzigen weiteren Ausbildung bis zu deren berufsqualifizierendem Abschluss möglich.

Wer hat Anspruch auf Leistungen?

Staatsangehörigkeit - § 8 BAföG

Ausbildungsförderung erhalten neben Deutschen auch Ausländer/innen. Die konkreten Voraussetzungen für eine Gleichstellung hängen vom jeweiligen ausländerrechtlichen Status ab.

Altersgrenze

Ausbildungsförderung wird grundsätzlich nur denjenigen gewährt, die bei Beginn des Ausbildungsabschnitts, für den sie Ausbildungsförderung beantragen, das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ausnahmen gelten jedoch z.B. für Auszubildende des zweiten Bildungsweges und für Auszubildende mit Kindern unter 10 Jahren.


Wie lange wird Ausbildungsförderung gezahlt?

Ausbildungsförderung wird für die Dauer der Ausbildung geleistet. In der Regel werden Schüler/innen gefördert, solange sie die Ausbildungsstätte besuchen.
Ausbildungsförderung wird vom Beginn des Monats an geleistet, in dem die Ausbildung aufgenommen wird, wenn spätestens in diesem Monat ein schriftlicher Antrag gestellt wurde. Wer den Antrag später stellt, erhält Ausbildungsförderung erst vom Beginn des Monats an, in dem der Antrag gestellt wurde (§ 15 Abs. 1 BAföG). Zur Fristwahrung reicht ein schriftlicher, aber formloser Antrag, der beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung vor dem Monatsende eingeht.


Wie wird die Höhe der Förderung bestimmt?

Bedarf - § 11 ff. BAföG

Ausbildung wird für den Lebensunterhalt und die Ausbildung geleistet. Das BAföG sieht hierfür pauschale Bedarfssätze vor, die nach der Art der Ausbildung und danach differenziert sind, ob die Auszubildenden bei ihren Eltern wohnen. Für Auszubildende mit Kindern unter 10 Jahren wird gegebenenfalls ein Kinderbetreuungszuschlag gewährt.

Familienabhängigkeit - § 11 BAföG

Die Förderung nach dem BAföG erfolgt grundsätzlich familienabhängig. Einkommen und Vermögen der Auszubildenden selbst sowie das Einkommen ihrer Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und /oder ihrer Eltern verringert gegebenenfalls den Förderungsbetrag.
Ausnahmen gelten für besondere Gruppen von Auszubildenden, bei denen das Gesetz aufgrund ihres Lebensalters, ihres Ausbildungsstands und ihrer früheren Erwerbstätigkeit unterstellt, dass die Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig sind.

Vorausleistung - § 36 BAföG

Leisten die Eltern ihren Unterhaltsbeitrag nicht und ist hierdurch die Ausbildung gefährdet, so kann eine Vorausleistung durch den Staat erfolgen, der dann auf die Eltern zurückgreift.


Wo wird eine Förderung nach BAföG beantragt

Beim Besuch von Abendgymnasien und Kollegs sowie Höheren Fachschulen und Akademien sind die Ämter für Ausbildungsförderung bei der Stadt oder dem Landkreis zuständig, in dem die Ausbildungsstätte liegt. Beim Besuch anderer Ausbildungsstätten (insbesondere Schulen) ist das Amt für Ausbildungsförderung zuständig, in dessen Bezirk die Eltern ihren ständigen Wohnsitz haben.
Für Studierende ist das Studentenwerk der Hochschule zuständig, an der sie eingeschrieben sind.
Abweichende Zuständigkeiten erfragen Sie bitte bei Ihrem Amt für Ausbildungsförderung.


Muss die Förderung zurückgezahlt werden?

Schüler/innen erhalten die Förderung als Vollzuschuss, müssen sie also nicht zurückzahlen.
Studierende sowie Auszubildende an höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen des Staates.


Weitere Informationen, sowie Merkblätter und Antragsvordrucke finden Sie unter www.bafög.de

AFBG – „Meister-BAföG“

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) begründet einen individuellen Rechtsanspruch auf Förderung von beruflichen Aufstiegsfortbildungen, d.h. von Meisterkursen oder anderen auf einen vergleichbaren Fortbildungsabschluss vorbereitenden Lehrgängen. Gefördert werden Teilzeit- und Vollzeitmaßnahmen für Handwerker und andere Fachkräfte, die sich auf einen Fortbildungsabschluss vorbereiten und über eine abgeschlossene Erstausbildung verfügen. Die Förderung wird altersunabhängig geleistet.

Wie sieht die Förderung beim „Meister-BAföG“ aus?

Gefördert werden Teilzeitmaßnahmen und Vollzeitmaßnahmen. Für beide gibt es den sog. Maßnahmebeitrag. Dieser wird unabhängig vom Einkommen und Vermögen gewährt. Er besteht aus einem Beitrag zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und einem Beitrag zu den Kosten des Prüfungsstücks. Bei Vollzeitmaßnahmen kann ein Beitrag zum Lebensunterhalt gewährt werden. Dieser wird einkommens- und vermögensabhängig geleistet.

Für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren  (Maßnahmebeitrag) werden bis zu einem Höchstbetrag  30,5 % als Zuschuss geleistet. Für den Rest kann ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch genommen werden.
Das Prüfungsstück wird, unter Berücksichtigung eines Höchstbetrages,  bis zur Hälfte der notwendigen Kosten als zinsgünstiges Darlehen gefördert.

Bei Vollzeitmaßnahmen besteht der Beitrag zum Lebensunterhalt aus einer Zuschuss- und einer Darlehenskomponente. Für Familien erhöht sich der Unterhaltsbeitrag je Kind und Monat um einen weiteren Förderungsbetrag. Alleinerziehende können darüber hinaus einen monatlichen Zuschuss für die Kinderbetreuung erhalten.


Wer gewährt die Darlehen und zu welchen Konditionen?

Die Darlehen des „Meister-BAföG“ werden bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), 53170 Bonn, beantragt und von ihr gewährt. Die Darlehen sind während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit (insgesamt maximal 6 Jahre) zins- und tilgungsfrei. Nach Ablauf der Karenzzeit ist das Darlehen innerhalb von zehn Jahren zu tilgen.

Nach bestandener Abschlussprüfung werden auf Antrag 25 % des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.

Bei Gründung oder Übernahme eines Unternehmens kann unter bestimmten Bedingungen ein weiterer Erlass auf das Restdarlehen erfolgen.


Wo und wann ist der Antrag zu stellen?

Für die Bearbeitung der Anträge zuständig sind die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten an Ihrem ständigen Wohnsitz.
Bei Vollzeitmaßnahmen sollte der Antrag vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, denn die Förderung mit Unterhaltsbeiträgen erfolgt ab dem Maßnahmebeginn, frühestens jedoch ab dem Antragsmonat. Der Unterhaltsbeitrag kann nicht rückwirkend geleistet werden. Der Maßnahmebeitrag muss spätestens bis zum Ende der Maßnahme (letzter Unterrichtstag), bei mehreren Maßnahmeabschnitten bis zum Ende des jeweiligen Maßnahmeabschnitts gestellt werden.


Weitere Informationen sowie Antragsvordrucke finden Sie beim zuständigen Ministerium unter http://www.meister-bafoeg.info/de/99.php

  
 

Soziales

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Ausbildungsförderung nach BAföG/AFBG

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