Unter gotischem Gewölbe

Wer unter gotischen Gewölben gehen will wie Mönche im Mittelalter und dabei Einblick in deren Lebensweise bekommen möchte, ist im Klostermuseum Bebenhausen am rechten Platz. Bei dessen Besuch wird das Leben der Zisterzienser-Mönche, die die Gebäude des Klosters errichteten und vom 12. bis zum 16. Jahrhundert bewohnten, lebendig.

Moderne Texttafeln und Vitrinen fügen sich zurückhaltend in die alten Gemäuer ein und vermitteln interessante Informationen: Auch wenn Arbeit und Gebet die zentralen Aufgaben der Mönche waren, so zeigen Klosterküche, Speisesäle (Refektorien) und Schlafsaal (Dormitorium), dass auch ganz weltliche Dinge den Alltag bestimmten.
Das Parlatorium (Sprechsaal) und der Kapitelsaal, in dem die Mönche bei Verfehlungen Abbitte leisteten, geben einen Eindruck vom Leben nach der strengen Ordensregel. Die
Vitrinen enthalten beispielsweise archäologische Funde und Objekte zur Klostergeschichte. So dokumentieren Bruchstücke von Eß-, Koch- und Trinkgeschirr die Zubereitung und den Verzehr von Nahrung. Aber auch an den Landtag von Württemberg-Hohenzollern wird erinnert, der von 1946 bis 1952 als erstes demokratisches Parlament nach nationalsozialistischer Herrschaft und Gewalt in den Klostermauern tagte. Während das Klostermuseum zu den Öffnungszeiten frei zugänglich ist, müssen sich die Besucher des
benachbarten Schlosses Bebenhausen einer Führung anschließen. Der Rundgang durch das Schloss führt schlaglichtartig württembergische Geschichte zwischen 1870 und
1946 vor Augen. König Karl hatte das ehemalige Klostergebäude zu einem Jagdschloss umbauen lassen.
Dieses wählten der letzte württembergische König Wilhelm II. und seine Gemahlin Charlotte nach Abschaffung der Monarchie 1918 als Ruhesitz. Neben Speisesälen und
Rauchsalon geben vor allem die stilgerecht eingerichteten Privatgemächer einen Eindruck vom Leben des letzten württembergischen Königspaars, das hier eher bescheiden und
zurückgezogen wohnte. Blicke hinter die Kulissen gewähren das Ankleide- und das Badezimmer der Königin sowie die Schlossküche aus den Jahren 1915/16.
(WS)


Öffnungszeiten Kloster:
April bis Oktober
Mo 9-12, 13-18; Di-So 9-18
November bis März
Di-So 9-12, 13-17

Führungen Kloster:
1. April - 31. Oktober Sa, So,
Feiertag 10-17 immer zur
vollen Stunde außer 13 Uhr,
wochentags Gruppen nach
Voranmeldung

Das Schloss
ist nur im Rahmen von Führungen
(immer zur vollen Stunde,außer 13 Uhr) zugänglich:

April bis Oktober:
Di-Fr 9-17, Sa, So, Feiertag 10-17.
November bis März
Di-Fr 9-16, Sa, So, Feiertag 10-16

Klostereintritt:
Erwachsene 3 €,
Ermäßigt 1,50 €

Klosterführung:
Erwachsene4,50 €,
Ermäßigt 2,20 €,
Gruppen ab 20 Personen 4 €.

Kombinierte Karten für Schloss, Kloster und Schlossküche:
Erwachsene 6 €/ 6,50 €,
ermäßigt 3 €/ 3,20 €,
Gruppen ab 20 Personen 5,40 €/ 5,80 €,
Kinder unter 6 Jahren frei

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

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Museumserlebnistage