Wohnen im Kunstmuseum

Im Schloss Wachendorf wohnt die freiherrliche Familie von Ow-Wachendorf. Sie bewohnt ein Museum. Denn seit Ururgroßvaters Zeiten, Mitte des 19. Jahrhunderts, sammelten die Familienmitglieder. Einerseits all das, was innerhalb der Familie von früher überkommen ist, vor allem Gemälde der Vorfahren aus drei Jahrhunderten, aber auch deren Waffen, Schilde und Ehrenzeichen.

So hängt in einer Wandvitrine eine mittelalterliche „Renntartsche"- einer der ältesten erhaltenen Turnierschilde überhaupt, der schon an viele überregionale Ausstellungen entliehen war. Andererseits galt die Sammelleidenschaft der Ows schon früh allem Historischen. Der eine hatte ein Faible für die Archäologie und beschaffte Fundstücke der Alemannenzeit, die heute kaum ihresgleichen in den staatlichen Museen finden. Insbesondere alemannische Totenbäume aus Oberflacht bei Tuttlingen sind große Raritäten. Ein anderer rettete etwa die spätgotische Kanzel aus der Stephanskirche in Eutingen und ließ sie in Schloss Wachendorf einbauen. Oder er erwarb einen seltenen und besonders frühen Palmesel aus dem Ulmer Raum. Ein Dritter legte eine Waffensammlung an, zu der eine Wallbüchse mit Luntenschloss des 16. Jahrhunderts ebenso gehört, wie ein Türkengewehr aus dem 18. Jahrhundert.
Zwischen all diesen Ausstellungsstücken lebt die freiherrliche Familie, stehen die Bobbycars und Dreiräder der jungen Barone, läuft der Fernseher. Deshalb ist die Sammlung, die wohl die kunstgeschichtlich und historisch bedeutendste aus dem Landkreis ist, nur fachlich besonders interessierten Gruppen auf Anfrage und nach Absprache zugänglich. (WS)


Sammlungen von Ow im
Schloss Wachendorf
Rentamt und Gutsverwaltung

von Ow-Wachendorf
Schlossstraße 9,
72181 Starzach
Ortsteil Wachendorf,
Tel: (0 74 78) 12 85

In diesem Privatmuseum ist nur eine begrenzte Zahl von Führungen für fachlich interessierte Gruppen nach Absprache möglich.

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

Die Aufmachung in Gestalt kleiner, appetitlicher Bild- und Texthappen lädt zum Schmöckern und Entdecken ein, der Wechsel der Blickwinkel zwischen Museumsmachern, älteren und jugendlichen Besuchern führt zu einer abwechslungsreichen Kost und gibt viele Anregungen zur Gestaltung von Familienausflügen. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Verkaufsstelle des Schwäbischen Tagblatts erhältlich.

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