Die Museumslandschaft Landkreis Tübingen

Besonders spannend im Landkreis Tübingen ist das Nebeneinander von überregional, ja international bedeutsamen Sammlungen, überraschenden Spezialausstellungen und innovativen oder traditionellen Heimatmuseen. Verhältnismäßig viele der hiesigen Museen zählen zu den „global players" des Museumswesens.

Museumslandschaft im Landkreis Tübingen: Antike Bronzeskulptur "Tübinger Waffenläufer"
Museumslandschaft im Landkreis Tübingen: Antike Bronzeskulptur "Tübinger Waffenläufer"

Vor allem einzelne Ausstellungsstücke und komplette Sammlungen der Universitätsmuseen (z. B. Schloss Hohentübingen, Paläontologie, Mineralogie) besitzen Weltgeltung. Auch einigen nichtuniversitären Museen der Region verleiht ihre lange und mitunter eigenwillige Sammeltradition eine überregionale Bedeutung. So dem seit 1862 aufgebauten Rottenburger Diözesanmuseum seine Sammlung von Reliquiengläsern, einzelnen Tafelbildern, Plastiken und etwa dem „Bursa-Reliquiar" von Ennabeuren. Glückliche Umstände führten dazu, dass das Stadtmuseum Tübingen mit der Sammlung Lotte Reiniger einen Schatz von internationalem Rang erhielt. Privater Sammelleidenschaft und der Bereitschaft, entsprechend zu investieren, verdankt das Auto- und Spielzeugmuseum Boxenstop seinen internationalen Rang.
Manches Museum gewinnt seine überregionale Bedeutung weniger durch die Qualität seiner Ausstellungsstücke als durch die Bedeutung von Persönlichkeiten oder Themen, denen es sich widmet. Hierzu gehören vor allem die literarischen Museen, die an Friedrich Hölderlin (Tübingen) und Gustav Schwab (Gomaringen) erinnern.
Die Sammlung ist der Kern fast jedes Museums. Deren Qualität kann einer Ausstellung bereits überregionalen oder gar internationalen Rang verleihen. Je früher mit dem Sammeln begonnen wurde, desto bedeutender sind in der Regel die Bestände. Nach den Instituten der Universität sammelten am frühesten der Sülchgauer Altertumsverein (1894) und das Stadtmuseum Tübingen (1895). Die übrigen Heimatmuseen im Gebiet des Landkreises Tübingen sind jüngeren Ursprungs und stammen aus der Zeit lange nach dem Zweiten Weltkrieg. Als erstes Museum in einer nichtstädtischen Kommune entstand das Heimatmuseum in Neustetten-Remmingsheim 1976. Einen wahren Museumsboom erlebten und erzeugten die Kommunen, die Universität Tübingen sowie einige Privatpersonen im Landkreis Tübingen während der 1980er und 1990er Jahre. In diesen beiden Jahrzehnten entstand etwa die Hälfte der heute bestehenden Sammlungen neu oder wurde neu ausgestellt.

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

Die Aufmachung in Gestalt kleiner, appetitlicher Bild- und Texthappen lädt zum Schmöckern und Entdecken ein, der Wechsel der Blickwinkel zwischen Museumsmachern, älteren und jugendlichen Besuchern führt zu einer abwechslungsreichen Kost und gibt viele Anregungen zur Gestaltung von Familienausflügen. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Verkaufsstelle des Schwäbischen Tagblatts erhältlich.

Museumserlebnistage