Ausgestopft und angedrahtet

Die Zoologische Schausammlung der Universität Tübingen stellt eine Tier-Welt für sich dar. Das Erdgeschoss ist exotischen Tieren vorbehalten, die nach den Kontinenten Australien, Afrika, Asien und Amerika zusammengestellt sind. Sowohl die Vitrinen als auch die Gesten dieser präparierten Tiere spiegeln die Zeit ihres Entstehens im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wider.

Oberschenkel Elefant

Der ausgestellte Gorilla könnte auch in einem alten Tarzanfilm mitgespielt haben. Das führt zu einer zusätzlichen Verfremdung, die dem Museum einen besonderen Charme verleiht. Einige der einheimischen und exotischen Tiere gelten heute als ausgestorben. Im Obergeschoss zeigt die Sammlung in ausgestopfter oder anderweitig konservierter Form sämtliche Wirbeltiere und Insektengruppen Mitteleuropas. Einen direkten Bezug zu Tübingen und Umgebung haben die Sonderausstellungen über Forstschädlinge mit ihren Fraßbildern und über die Fische des Neckars. Bei den Fischen im Neckar ist zu lesen, dass die meisten gefährdet sind. Ihnen fehlen geeignete Kiesbänke
oder Überschwemmungsflächen, an denen sie ihre Eier ablegen können. Nur dank der Anglervereine, die regelmäßig Nachzuchten aussetzen, können sie sich im Tübinger
Neckar halten. Nur ein Fisch wie der Döbel, der seine Eier über schlammigem Untergrund ablegt, kann sich auch ohne fremde Hilfe in ausreichendem Maße fortpflanzen. Wer Glück hat, darf auch einen Blick in die bedeutende Skelettsammlung im Dachgeschoss des Gebäudes werfen: Komplette Knochengerüste von Wal, Elefant, Pferd, Rind, Schlange oder anderen Tieren sind hier aufgebaut. Schülerinnen und Schüler der Grundschule Pfrondorf waren von diesem Museum und der Führung hell begeistert, obwohl fast alle Präparate hinter Glas geschützt sind.
(WS)


Zoologische Schausammlung
Sigwartstraße 3
72076 Tübingen
Tel: (0 70 71) 2 97 26 16
Fax: (0 70 71) 2 94 63

Erich Weber
Tel: (0 70 71) 297 2668
Jürgen Rösinger
Tel: (0 70 71) 297 2616
erich.weber@uni-tuebingen.de
www.uni-tuebingen.de/Zoologie/main.html

Öffnungszeiten:
Mi u. Do 9-12 und 13-16
und nach Vereinbarung
Führungen nach Vereinbarung
Eintritt wird nicht verlangt

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

Die Aufmachung in Gestalt kleiner, appetitlicher Bild- und Texthappen lädt zum Schmöckern und Entdecken ein, der Wechsel der Blickwinkel zwischen Museumsmachern, älteren und jugendlichen Besuchern führt zu einer abwechslungsreichen Kost und gibt viele Anregungen zur Gestaltung von Familienausflügen. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Verkaufsstelle des Schwäbischen Tagblatts erhältlich.

Museumserlebnistage