Historische Messerschmiede

Das Kernstück der Messerschmiede in der Hirschgasse 13 bilden zwei Werkstätten, von denen die ältere aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die jüngere aus dem Jahr 1920 stammt. Beide Werkstätten befinden sich im Originalzustand mit Schmiedeesse, ledernem Blasebalg, voluminösem Schleifmechanismus, alten Werkbänken und historischen Werkzeugen.

Das Haus selbst stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde jedoch schon nach wenigen Jahrzehnten geteilt und zu verschiedenen Zwecken genutzt, bis 1863 der Nagelschmied Conrad Nill eine Haushälfte kaufte und eine Schmiedewerkstatt einrichtete. Anfang der 1880er Jahre übernahm der Messerschmied Johannes Nill die Werkstatt und übergab sie 1920 an seinen jüngsten Sohn Robert, der sie erweiterte und bis Mitte der 1970er Jahre dort arbeitete.
Im Eingangsbereich der Messerschmiede wird die Geschichte des Hauses und der Bewohner erklärt. Im Anschluss daran können die beiden im Originalzustand vorhandenen Werkstätten besichtigt werden. In einem kleinen Raum hinter der Werkstatt läuft ein Film über die Entstehung eines Messers, der in der Hirschgasse gedreht wurde. Im ehemaligen Verkaufsraum wird in Zukunft eine Ausstellung über die Geschichte des Taschenmessers mit zahlreichen Exponaten aus einer Mössinger Sammlung zu sehen sein.
Abgerundet wird das kleine Museum mit der Geschichte der Anna Nill. Anna Nill wurde in der Hirschgasse als Tochter des Messerschmieds Johannes Nill geboren, wanderte mit 16 Jahren nach Amerika aus und brachte es dort zu einem ansehnlichen Vermögen. Anhand der Lebensgeschichte der Anna Nill wird in diesem Raum auf das Schicksal der Mössinger Auswanderer eingegangen. Mössingen hat mit die höchsten Auswandererzahlen, sowohl im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wo das vorwiegende Auswanderungsziel der Südosten Europas bildete, als auch in der zweiten Hälfte des 19. und weit hinein ins 20. Jahrhundert als es die Menschen über den großen Teich nach Amerika zog.

Historische Messerschmiede
Hirschgasse 13
72116 Mössingen
Hermann Berner
Tel. (0 74 73) 27 20 12
Fax (0 74 73) 37 01 63
moessingen.muesum@moessingen.de

Öffnungszeiten:
Apr.-Okt. monatlich
ein Sonntag, nach Ankündigung:
10 Uhr - 12.30 Uhr
und 13-18 Uhr

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

Die Aufmachung in Gestalt kleiner, appetitlicher Bild- und Texthappen lädt zum Schmöckern und Entdecken ein, der Wechsel der Blickwinkel zwischen Museumsmachern, älteren und jugendlichen Besuchern führt zu einer abwechslungsreichen Kost und gibt viele Anregungen zur Gestaltung von Familienausflügen. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Verkaufsstelle des Schwäbischen Tagblatts erhältlich.

Museumserlebnistage