Am Anfang stand der Waffenläufer

Im Ost- und Nordflügel des renovierten Schlosses Hohentübingen präsentiert die Universität Tübingen seit 1997/98 Objekte aus den Lehrsammlungen mehrerer Institute (vergleiche nebenstehende Liste). Aufgrund ihrer Vollständigkeit, ihrer Zusammenstellung aber auch von Einzelstücken genießt jede dieser Sammlungen einen hohen Stellenwert.

Auf 2000 qm ist eines der weltweit bedeutendsten archäologischen Universitätsmuseen untergebracht. In ihm sind einzigartige Stücke von Weltrang ausgestellt. Dank einer ausgeklügelten und doch äußerst ansprechenden Didaktik und Ausstellungsarchitektur
(Büro Locher, Stuttgart) ist es gelungen, einerseits mit Hilfe einer Fülle von Exponaten eine Lehrsammlung für Studienzwecke einzurichten, andererseits deren wesentliche Inhalte auch interessierten Laien nahe zu bringen. Erkenntnisgewinn und gleichzeitig
eine Belebung der gesamten Ausstellung bringen deren Arrangements: Fundzusammenhänge, z.B. alles, was man in einem Heiligtum findet - Zusammenstellungen, z.B. Abgüsse der wichtigsten Kunstwerke vom Beginn der griechischen Großplastik bis in die römische Kaiserzeit aus den Museen der Welt im
Rittersaal, die Entwicklung von der Keilschrift zu den Alphabetschriften, die Geschichte von Schloss Hohentübingen, Stadt und Land anhand ausgewählter württembergischer Münzen und Medaillen, Holzschnitzereien aus Polynesien, Mikronesien und Melanesien - Gegenüberstellungen, z.B. über das qualitative Nachhinken der italischen gegenüber der griechischen Keramik - Verfremdungen, z.B. „Anticomix", Comic-Zeichnungen zu antiken Motiven oder die gezielte Einbindung von Fälschungen, etwa in die Ausstellung über die Pfahlbauzeit (Jungsteinzeit, vor 6300 bis 5800 Jahren) im Federseegebiet. Am Anfang dieser Sammlung stand das mit viel Liebe und Forschungsarbeit angelegte Münz und
Antikencabinett des Carl Sigmund Tux, eines Regierungsrats am Stuttgarter Hof. Er vermachte der Tübinger Universität 1798 seine Sammlung testamentarisch „ad usus publicos", d.h. „zu öffentlichem Nutzen".
(WS)


Öffnungszeiten:
1.5. - 30.9. Mi - So 10-18;
1.10. - 30.4. Mi - So 10-17,
Mo u. Di für Gruppen nach Vereinbarung

Eintritt:
Erwachsene 3 €;
Kinder, Schüler,Studenten, Rentner, Schwerbehinderte 2 €,
Tübinger Studenten frei

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

Die Aufmachung in Gestalt kleiner, appetitlicher Bild- und Texthappen lädt zum Schmöckern und Entdecken ein, der Wechsel der Blickwinkel zwischen Museumsmachern, älteren und jugendlichen Besuchern führt zu einer abwechslungsreichen Kost und gibt viele Anregungen zur Gestaltung von Familienausflügen. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Verkaufsstelle des Schwäbischen Tagblatts erhältlich.

Museumserlebnistage