Spaziergang durch die Stadtgeschichte

Das Tübinger Stadtmuseum wurde 1992 im ehemaligen Kornhaus eröffnet. Die 2003 komplettierte Dauerausstellung folgt einer chronologischen Ordnung: Im Erdgeschoss des Hauses beginnt der Gang durch die Geschichte der Stadt mit der Dokumentation mittelalterlicher Funde (archäologisches Fenster) und der Darstellung der Veränderungen des Stadtbildes im Laufe der Jahrhunderte.

Es schließt sich ein „stadthistorischer Spaziergang" an, der unter anderem auf Besucher der Stadt zielt, die sich intensiver mit dem touristischen Ziel befassen möchten. Ihnen und natürlich auch Einheimischen
bietet die Dauerausstellung im zweiten und dritten Stock des Gebäudes einen geistigen Rundgang durch die Stadt an. Dieser führt vom Marktplatz über das Rathaus, das Schloss, die Stiftskirche, die Ober- und Unterstadt, das Universitätsviertel, die Studentenhäuser,
Handwerker- und Industrieviertel sowie zu Orten des politischen und kulturellen Engagements. In insgesamt neun Räumen werden anhand ausgewählter Exponate die nötigen Informationen darüber vermittelt, welche Funktionen die Gebäude hatten, welches Leben sich einst in ihnen abspielte. Weil die Auswahl der Räume den wesentlichen Strukturen der Stadt entspricht, erhält der Besucher auf diese anschauliche Weise einen eindrücklichen Zugang zur Geschichte Tübingens. Ein Glanzlicht bietet darüber hinaus
das Lotte-Reiniger-Museum im Dachgeschoss. Hier hat der Nachlass dieser durch Buch und
Film bekannten und international bedeutenden Künstlerin des Scherenschnitts seinen Niederschlag gefunden. Ihr berühmtestes Werk ist der Scherenschnittfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed", der 1923-1926 als erster abendfüllender Animationsfilm der Geschichte entstand. Wie schon beim stadtgeschichtlichen Rundgang, so erhält der Besucher auch zu Lotte Reiniger (1899- 1981) multimediale Angebote, z. B. Scherenschnittfilme. Moderne Medien setzt das Stadtmuseum auch im Tübinger Geräuscharchiv (Erdgeschoss) ein, das in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk
entstand. Anhand zahlreicher Hörproben gewinnt man einen Eindruck davon, wie zeittypisch auch die uns umgebende Geräuschkulisse doch ist.
(WS)

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

Die Aufmachung in Gestalt kleiner, appetitlicher Bild- und Texthappen lädt zum Schmöckern und Entdecken ein, der Wechsel der Blickwinkel zwischen Museumsmachern, älteren und jugendlichen Besuchern führt zu einer abwechslungsreichen Kost und gibt viele Anregungen zur Gestaltung von Familienausflügen. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Verkaufsstelle des Schwäbischen Tagblatts erhältlich.

Museumserlebnistage