Beim Rechenmacher daheim…

Als Wilhelm Wagner, der vorletzte Rechenmacher Mössingens, 1980 starb, war sein Haus in der Waibachstraße seit über 275 Jahren im Familienbesitz. Mit ihm endete ein traditioneller Mössinger Handwerkszweig für Holzrechen und Holzgabeln.

Rechenmachermuseum Mössingen: Werkstatt eines Rechenmachers
Rechenmachermuseum Mössingen: Werkstatt eines Rechenmachers

Dieses Gewerbe verhalf in guten Zeiten bis zu 30 Kleinbauern und Kleinhandwerkern zum bescheidenen
Lebensunterhalt. Ihre Produkte waren für die Arbeit in Feld, Wiese und Stall nahezu unverzichtbar und fanden bis auf die Schwäbische Alb und in den Schwarzwald Verbreitung. Nach dem Tod Wagners erwarb der Nachbar und Restaurator Karl Schmid, der sich der Familie Wagner persönlich verbunden fühlte, das kleinbäuerliche Handwerksanwesen. „Angetrieben aus einer Mischung von Sentimentalität und Idealismus" restaurierte er von 1981 bis 1988 das Gebäude in seiner Freizeit und richtete darin das Rechenmacher- Museum ein. Werkstatt, Stube, Kammer und „Ernküche" (im Flur) vermitteln einen anschaulichen Eindruck vom Leben in den vergangenen 150 Jahren. Seit dem Tod von Karl Schmid 1992 führen seine Kinder das private Kleinmuseum weiter. In diesem kommt Entdeckerfreude auf. Und es wirkt so authentisch und lebendig, dass man den Eindruck hat, der Bewohner käme jeden Augenblick zur Tür herein und würde sich schlafen legen oder aber noch zwei Stunden in seiner Werkstatt arbeiten.
(CH)


Rechenmacherhaus
Waibachstraße 15
72116 Mössingen

Kontakt
Hermann Berner

Brunnenstr. 3a
72116 Mössingen
Tel. (0 74 73) 27 20 12
Fax (0 74 73) 37 01 63
moessingen.museum@t-online.de

Öffnungszeiten:
Das Museum ist von Mai bis Oktober an jeweils einem Sonntag im Monat vom 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet:

Führungen:
Für Gruppen sind Besichtigungen mit Führung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich (gegen Gebühr).

Eintritt:
Der Eintritt ist frei

  
 

Museumsführer

Das 2005 erschienene Buch "AnsichtsSachen" macht Appetit auf Tübingens Museumsreichtum, vom international bedeutenden Universitätsmuseum auf Schloss Hohentübingen bis hin zum bezaubernden Tante-Emma-Laden in Rottenburg-Obernau.

Für diese Veröffentlichung hat der Verein KulturGUT im Landkreis Tübingen 53 Museumsbesichtigungen durchgeführt, davon 22 mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen.

Die Aufmachung in Gestalt kleiner, appetitlicher Bild- und Texthappen lädt zum Schmöckern und Entdecken ein, der Wechsel der Blickwinkel zwischen Museumsmachern, älteren und jugendlichen Besuchern führt zu einer abwechslungsreichen Kost und gibt viele Anregungen zur Gestaltung von Familienausflügen. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Verkaufsstelle des Schwäbischen Tagblatts erhältlich.

Museumserlebnistage