Das Gebäude

Das neue Landratsamt steht oberhalb der Talaue des Mühlbachs. Es wird von zwei Gebäuderiegeln dominiert, die sich in Nord-Süd-Richtung erstrecken und am Verlauf des Bahndamms und an der Flußrichtung des Mühlbachs orientieren. Die Grundrisse der beiden Gebäuderiegel sind etwas schräg zueinander angeordnet und durch zwei Querspangen miteinander verbunden. Die längere Querspange öffnet sich nach Norden zu Schloss und Stiftskirche hin, sie besteht aus einer verglasten, dreigeschossigen Eingangshalle. Die südliche Querspange ist dreigeschossig und enthält Büroräume. Längsriegel und Querspangen umgeben einen Innenhof, in den sich der runde Sitzungssaal von der Glashalle her hineinwölbt.
Der Baukörper zum Bahndamm hin ist sechsgeschossig, jener auf der Seite des Mühlbachs viergeschossig. Insbesondere vom Bahndamm her gesehen dominieren horizontale Elemente das 116 Meter lange Gebäude: die durchgängigen, großflächigen Fensterfluchten in Verbindung mit den Verblendungen für die Jalousien. Trotz dieser starken horizontalen Gliederung gewinnt das Gebäude eine gewisse Leichtigkeit dadurch, dass an den Enden der Längsriegel jeweils untere Geschosse ausgespart bleiben und die oberen Geschosse auf schlanken Säulen stehen. Dadurch löst sich der Baukörper optisch vom Boden. Zudem dritteln zwei verglaste Treppen- und Lüftungsschächte die Fassade und brechen dadurch die Horizontale.
Glas dominiert das Erscheinungsbild des Gebäudes und öffnet die Büros nicht nur zur umgebenden Landschaft hin, sondern in Gestalt schlanker Lichtausschnitte auch zueinander und zum Korridor. Die zentrale gestalterische Bedeutung des Baustoffs Glas kommt insbesondere auch im Bereich der nördlichen Querspange zur Geltung, wo er in filigranem Metallrahmen eine dreigeschossige Halle umspannt. Beton spielt nach außen hin keine besondere Rolle. Im Inneren freilich verraten die vielen Säulen, Sichtbetonwände und –decken seine tragende Bedeutung.