Doblerstraße 13

Der weitere Ausbau des Standortes Doblerstraße hängt mit der Landkreisordnung des Jahres 1955 zusammen. Der Landkreis hat eine Doppelfunktion: einerseits setzt er als untere Verwaltungsbehörde des Staates Gesetze und Verordnungen des Bundes und des Landes um. Andererseits bilden seine Städte und Gemeinden eine Fürsorge-Gemeinschaft, die übergreifende kommunale Aufgaben im Kreisgebiet gemeinsam erledigt und Sonderlasten gerecht verteilt. Seit 1955 sind unter Leitung des nun „kommunalen“ Landrats beide Bereiche enger miteinander verzahnt. Dies und der extreme Raumbedarf jener Jahre machte die „räumliche Konzentration des Landratsamtes als Behörde der Landkreisverwaltung“ erforderlich. Seinerzeit verteilten sich die Ämter noch auf die drei Standorte Doblerstraße (Kreisverband), Rümelinstraße („staatliches Landratsamt“) sowie Marktplatz. Angesichts einer sehr günstigen Kreisumlage von circa 11 Prozent fiel den Kreisverordneten die Zustimmung zu einem neuen Gebäude in der Doblerstraße 13 und einer Aufstockung der Doblerstraße 15 relativ leicht. Zumal der Landkreis Tübingen seinerzeit wegen seiner niedrigen Umlage Gefahr lief, vom Land zu Ausgleichsabgaben gezwungen zu werden. Seine Flachdächer verdankt der 1959 eingeweihte Gebäudekomplex übrigens dem Umstand, dass eine Grunddienstbarkeit zugunsten des benachbarten Jusitzgebäudes enge Höhen-Grenzen setzte. Die „moderne Bauweise“ garantierte eine optimale Nutzung auch der obersten Stockwerke. Architekt Artur Achstetter versicherte den Kreisräten: „Dafür stehe ich gerade, dass die Dächer die auf sie zukommenden Belastungen aushalten und dass sie dicht bleiben, selbst bei starkem Schneefall wie in den letzten Wochen!“ Nach der Fertigstellung galt das Gebäude als ausgesprochen modern, es erregte „unverhohlene Bewunderung“. Als Glanzstück galt die schwungvolle Treppenanlage.