Tiergesundheit (Tierseuchenbekämpfung/Tierkörperbeseitigung)

Die Bekämpfung von Tierseuchen, vor denen sich der einzelne Tierhalter nicht wirksam zu schützen vermag, ist die klassische Aufgabe der Veterinärverwaltung. Sie dient nicht nur der Landwirtschaft durch Gesunderhaltung der Viehbestände, sondern, da viele Krankheiten der Tiere auch auf den Menschen übertragbar sind, gleichermaßen allen Bürgern, die beruflich oder in ihrer Freizeit mit Tieren in Kontakt kommen.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden Erfolge bei der Tilgung einstmals verbreiteter Seuchen wie der Tuberkulose, der Brucellose oder der Leukose der Rinder erzielt. Nun stellt auch der von den Mitgliedsstaaten beschlossene Verzicht auf Schutzimpfungen gegen hochansteckende Infektionskrankheiten wie Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche eine besondere Herausforderung für die Veterinärverwaltung dar.

Der freie Handelsverkehr innerhalb der EU, der Import exotischer Waren und davon insbesondere Lebensmittel, oder auch Fernreisen erhöhen das Risiko, dass Krankheitskeime, die bisher unbekannt bzw. unbedeutend waren, nach Deutschland eingeschleppt und dort rasch verbreitet werden.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Tierseuchenbekämpfung ist deshalb, den Standort empfänglicher Tierarten zu kennen und die Handelswege lückenlos nachvollziehen zu können. Deshalb ist es wichtig und rechtlich vorgeschrieben, dass alle Tierbesitzer, ob Landwirte oder Hobbyhalter, ihre Bestände bei der Kreisveterinärbehörde melden und die Tiere vorschriftsmäßig gekennzeichnet sind. Zu den Nutztieren zählen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen ,Einhufer, Hühner, Enten, Gänse, Fasanen, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln und Laufvögel sowie Bienen.

Aktuelle Meldungen

Fuchsräude

Fuchsräude im Kreis Tübingen: Hundehalter und Jäger werden um besondere Vorsicht gebeten

Das Veterinäramt des Kreises Tübingen weist aus aktuellem Anlass auf das Vorkommen von Räude bei Füchsen hin. Die Untersuchung eines in der Gemeinde Bodelshausen erlegten Fuchses ergab den Nachweis dieser Erkrankung.

Die Räude wird durch Milben hervorgerufen und ist vor allem in Südbaden und Südwürttemberg verbreitet. Die Übertragung der Erkrankung erfolgt in der Regel direkt von Tier zu Tier, kann aber auch über die Umgebung, z. B. den Fuchsbau oder genutzte Scheuerstellen, erfolgen.
 
Die Räude geht mit starkem Juckreiz einher und führt so zu Verletzungen (Kratzen, Scheuern, Benagen etc.) sowie nachfolgenden bakteriellen Infektionen. Die Haare fallen aus und die Haut entwickelt borkige Krusten. Bei starkem Befall kann die Erkrankung sogar zum Tode des Tieres führen.
 
Eine Übertragung der Erkrankung auf den Hund ist bei intensivem Kontakt möglich.
Daher und aufgrund einer möglichen Übertragung der ansteckenden Viruserkrankung Staupe von Füchsen auf Hunde werden Hundehalter und Jäger um besondere Vorsicht gebeten. Hunde sollten nur im Einwirkungsbereich des Halters frei laufen und der Impfschutz von Hunden gegen Staupe sollte überprüft werden.
 
Wer tote, kranke oder verletzte Wildtiere findet, sollte den zuständigen Jäger informieren.
 
Informationen zur Räude oder der Staupe erteilt das Landratsamt,
Abteilung Veterinärwesen, Tel. 07071/207-3202.


Ausbruch der Blauzungenkrankheit

Im Landkreis Rastatt wurde der Ausbruch der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) am 13.12.2018 amtlich festgestellt.
Dies bedeutet, dass das gesamte Land Baden-Württemberg zum BTV-8-Sperrgebiet für Rinder, Schafe, Ziegen und gehaltene Wildwiederkäuer erklärt wurde.
 
Nach § 6 Blauzungenverordnung ist jeder, der in einem Sperrgebiet empfängliche Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen, gehaltene Wildwiederkäuer) hält, verpflichtet, den Standort der Tiere sowie die Anzahl der Tiere unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt mitzuteilen. Bitte verwenden Sie für diese Meldung das Formular zur Anzeige der Tierhaltung.
 
Das Verbringen von empfänglichen Tieren (Rindern, Schafen, Ziegen und gehaltenen Wildwiederkäuern) innerhalb des Sperrgebiets Baden-Württemberg ist möglich, sofern die zu verbringenden Tiere am Tag der Verbringung keine klinischen Symptome der Blauzungenkrankheit aufweisen (Tierhaltererklärung zum Verbringen innerhalb des Sperrgebietes (269 KiB)) und der Betrieb nicht wegen eines Blauzungenausbruchs gesperrt ist.

Generell ist bei Auftreten von klinischen Symptomen sofort das Veterinäramt Tübingen durch den Tierhalter oder den praktizierenden Tierarzt zu verständigen.

Für das Verbringen innerhalb des Sperrgebietes gilt:

Die vom abgebenden Tierhalter ausgefüllte „Tierhaltererklärung zum Verbringen innerhalb des Sperrgebietes (269 KiB)“ ist

- bei Schlachttieren bei der Anlieferung der Tiere am Schlachthof dem amtlichen Tierarzt, bzw. bei Abholung der Tiere dem Viehhändler/Transporteur zur Abgabe an den amtlichen Tierarzt

- bei Abgabe von Zucht- und Nutztieren dem aufnehmenden Tierhalter am Bestimmungsort bzw. bei Abholung der Tiere dem Viehhändler/Transporteur zur Abgabe an den aufnehmenden Tierhalter
zu übergeben.

Die Tierhaltererklärung muss vom amtlichen Tierarzt bzw. vom aufnehmenden Tierhalter mindestens 5 Jahre aufbewahrt und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorgelegt werden.


Verbringen aus dem Sperrgebiet in freie Gebiete innerhalb Deutschlands

Das Verbringen von empfänglichen Tieren von Baden-Württembergs in ein nicht reglementiertes BTV-8-Gebiet ist an bestimmte Anforderungen gebunden.

Seit 18.05.2019 können nur noch Rinder, Schafe, Ziegen und Gatterwild mit einem wirksamen Impfschutz oder mit einem Antikörpernachweis gegen das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) aus Baden-Württemberg in BTV-8-freie Regionen anderer Bundesländer verbracht werden. Die Sonderregelung zum Verbringen ungeimpfter Nutz- und Zuchtrinder (negativer Virusnachweis und Repellentbehandlung innerhalb 7 Tagen vor Verbringen) ist seit 18.05.2019 vorzeitig außer Kraft. Beim Verbringen von Kälbern gilt seit 18.05.2019 folgende Änderung: Wurden die Muttertiere nicht bereits vor Beginn der Trächtigkeit geimpft, ist zusätzlich eine Blutprobenentnahme und Laboruntersuchung erforderlich. Eine Repellentbehandlung ist nicht mehr erforderlich.

 
Näheres kann im Einzelfall bei der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung erfragt werden.


Staupe im Kreis Tübingen

Die Staupe ist eine virale Infektionskrankheit, die für Hunde, Füchse, Dachse und Marder (Frettchen!) hochansteckend und lebensgefährlich ist. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen, die mit hohem Fieber einhergehen und verschiedene Organsysteme wie Lunge, Verdauungsapparat, Zentralnervensystem oder Haut betreffen können. Krämpfe, Lähmungen und Hautveränderungen treten bei einem besonders schweren Verlauf auf.
Die Staupe bei Wildtieren wurde im Jahr 2013 erstmalig im Kreisgebiet festgestellt. Seitdem erkrankten vermehrt hauptsächlich Füchse, vereinzelt auch Marder und Dachse. Kleintierpraktiker berichteten dem Veterinäramt nunmehr auch von einzelnen Fällen an Staupe erkrankter Hunde. 
Hundehalter und insbesondere Jäger sollten daher den Impfschutz ihrer Hunde gegen Staupe überprüfen und ggf. auffrischen lassen. Außerdem sollten Hunde nur im Einwirkungsbereich des Halters frei laufen.
Bei der Staupe handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die für den Menschen nicht ansteckend ist.

Weitere Informationen zur Staupe erteilt das Landratsamt, Abteilung Veterinärwesen,
Tel.: 07071/207 3202


Risiko Hundeimport

Das Geschäft mit illegal eingeführten Welpen aus bestimmten Gebieten der EU sowie aus sogenannten Drittländern, also Nicht-EU Mitgliedstaaten, boomt. Abgesehen von den „Urlaubssouvenirs“, die Reisende selbst mit nach Hause bringen, werden Welpen zu Schnäppchenpreisen häufig im Internet oder auf Parkplätzen aus dem Kofferraum heraus angeboten. Diese Tiere sind meist fehlernährt, verhaltensauffällig und ohne gültigen Impfschutz. Es besteht das Risiko ein schwer erkranktes, vielleicht sogar mit Tollwut infiziertes, Tier zu kaufen. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass infizierte, aber noch symptomfreie Tiere das Tollwutvirus bereits ausscheiden und übertragen können.
Da es sich bei der Tollwut um eine tödlich verlaufende Erkrankung bei Mensch und Tier handelt, bestehen strenge gesetzliche Anforderungen an die Einfuhr bzw. das Verbringen von Tieren aus gefährdeten Gebieten und Ländern:

  • Welpen dürfen innerhalb der EU oder aus sogenannten „gelisteten Drittländern“, deren Tollwut -Status dem der EU entspricht, frühestens im Alter von 4 Monaten (21 Tage nach der ersten Tollwutimpfung im Alter von 12 Wochen) verbracht bzw. eingeführt werden.
  • Aus nicht gelisteten Drittländern wie beispielsweise Ägypten, Türkei, Thailand, Marokko, Tunesien, Bosnien-Herzegowina, Serbien oder Montenegro, dürfen Hunde frühestens im Alter von 7 Monaten eingeführt werden. Die erste Tollwutimpfung muss im Alter von 12 Wochen erfolgen. 30 Tage danach hat eine Blutuntersuchung auf Antikörper zu erfolgen. Danach sind nochmals 3 Monate abzuwarten.
  • Werden Hunde entgegen den tierseuchenrechtlichen Bestimmungen nach Deutschland verbracht, bedeutet die daraus resultierende Quarantänehaltung massive Einschränkungen für die Hunde. Die Kosten hat der Halter zu tragen!

Augen auf beim Welpenkauf:

  • Achten Sie auf die Herkunft des Hundes, seriöse Züchter gewähren Ihnen auch Einblick in ihre Zuchtanlage. Bestehen Sie darauf, das Muttertier zu sehen, Welpen im Alter von unter 8 Wochen dürfen nicht von der Mutter getrennt werden!
  • Werden Sie misstrauisch, wenn viele unterschiedliche Rassen von nur einem „Züchter“ und zu Dumpingpreisen angeboten werden. Das Geld, das beim Welpenkauf vermeintlich gespart wird, muss meist in umfangreiche tierärztliche Behandlungen und weitere anfallende Kosten investiert werden.
  • Viele der importierten Hunde leiden nicht nur unter starkem Parasitenbefall oder unter hierzulande seltenen Tierseuchen, sondern können auch Krankheiten auf den Menschen = Zoonosen übertragen.
  • Bei einem in einem Verband organisierten Züchter sowie im Tierheim können die Hunde in der Regel vor dem Kauf oder der Übernahme mehrmals besucht werden. So können Frauchen bzw. Herrchen sich ein Bild über Wesen und Charakter des Hundes und den damit verbundenen Anforderungen machen.

Weiterführende Informationen

Vogelgrippe

Bovine Virusdiarrhoe

Bovine Herpesvirusinfektion

Kennzeichnung Nutztierarten

Registrierung Tierbestand

Für die Registrierung Ihres Tierbestandes füllen Sie bitte den nachfolgenden Antrag aus und schicken Sie ihn an uns zurück:

Darüber hinaus bestehen für den Tierhalter besondere Vorschriften zur Kennzeichnung einzelner Nutztierarten wie Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Equiden. Nähere Informationen zur Kennzeichnung finden Sie auf der Homepage des Landesverbands Baden-Württemberg für Leistungsprüfungen in der Tierzucht e.V., die Sie über folgenden Link aufrufen können:

  
 

Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung

Aufgabenbereich

Tiergesundheit (Tierseuchenbekämpfung / Tierkörperbeseitigung)

Kontakt und Sprechzeiten

Die Büros des Aufgabenbereichs befinden sich im Gebäude Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen.

Lage/Anfahrt

Allgemeine Sprechzeiten

Mo.-Fr. 08.00-12:00 Uhr,
Do. 13.00-16:00 Uhr

Ansprechpartner

Geschäftszimmer

Frau Süß
Raum: B0 55
Tel.: 07071 207-3203
Fax: 07071 207-3299
veterinaerwesen@kreis-tuebingen.de

Sachgebietsleitung

Frau Dr. Schröder-Frank
Raum: B0 45
Tel.: 07071 207-3216
Fax: 07071 207-3299
u.schroederfrank@kreis-tuebingen.de

Stellvertretende Sachgebietsleitung

Frau Dr. Wheeler
Raum: B0 47
Tel.: 07071 207-3219
Fax: 07071 207-3299
s.wheeler@kreis-tuebingen.de

Tierärztin

Frau Köhler
Raum: B0 49
Tel.: 07071 207-3220
Fax: 07071 207-3299
p.koehler@kreis-tuebingen.de

Veterinärhygienekontrolleurinnen

Frau Kazmaier
Raum: B0 49
Tel.: 07071 207-3229
Fax: 07071 207-3299
c.kazmaier@kreis-tuebingen.de

Frau Middelkoop
Raum: B0 47
Tel.: 07071 207-3228
Fax: 07071 207-93228
m.middelkoop@kreis-tuebingen.de