Informationen für Berufsbetreuer*innen

Der Landkreis Tübingen sucht Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer (im folgenden auch Betreuungspersonen genannt) für die Übernahme von rechtlichen Betreuungen gemäß §§ 1896 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Unter dem Begriff „rechtliche Betreuung“ ist im Sinne des Betreuungsgesetzes die rechtliche Vertretung eines volljährigen Menschen zu verstehen. Sofern dieser aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr besorgen kann, wird ihm in einem Betreuungsverfahren eine rechtliche Betreuungsperson bestellt.

Es ist vorrangig eine ehrenamtliche Betreuungsperson zu bestellen. Häufig ist dies ein Familienmitglied. In Fällen, in denen eine Betreuung nicht für das Ehrenamt geeignet ist oder keine entsprechende geeignete Person zur Verfügung steht, kann die Betreuung auch durch einen anerkannten Betreuungsverein oder eine*n Berufsbetreuer*in erfolgen.

Haben Sie Interesse freiberuflich Berufsbetreuer*in im Landkreis Tübingen zu werden?

Alle notwendigen Informationen finden Sie unter diesen häufig gestellten Fragen. Klicken Sie auf die entsprechenden Fragen, um die Inhalte anzuzeigen.

Wenn Sie nach Durchsicht der Fragen entschieden haben, dass diese Aufgabe das Richtige für Sie ist, würden wir uns sehr über Ihre Bewerbung freuen. Am Ende der Seite finden Sie alle nötigen Informationen zum Bewerbungsprozess.

Werde ich als Berufsbetreuer*in beim Landratsamt angestellt?

Nein, als Berufsbetreuer*in sind Sie nicht beim Landratsamt Tübingen beschäftigt. Es handelt sich dabei um eine selbstständige, gewerbliche Tätigkeit. Diese ist jedoch nicht umsatzsteuer- bzw. gewerbesteuerpflichtig.

Die Selbstständigkeit bietet Ihnen die Möglichkeit der flexiblen Arbeitsgestaltung. Zugleich sollten Sie sich den damit verbundenen Risiken und Verpflichtungen bewusst sein.


Warum muss ich mich beim Landratsamt bewerben?

Die Betreuungsbehörde (BtB) unterstützt das Amtsgericht bzw. Betreuungsgericht. Zuständig für die Amtsgerichte Tübingen und Rottenburg ist dabei die Betreuungsbehörde des Landkreises Tübingen.

Zur Unterstützung gehört auch die Gewinnung geeigneter Betreuungspersonen sowie der konkrete Vorschlag geeigneter Personen an das Gericht (vgl. § 8 Betreuungsbehördengesetz). In diesem Rahmen stellt die BtB die Eignung möglicher Berufsbetreuer*innen in einem Bewerbungsverfahren fest und steht auch nach Abschluss des Verfahrens beratend zur Verfügung.


Welche Aufgaben und Pflichten hat ein*e Berufsbetreuer*in?

Siehe hierzu § 1901 BGB:
(1) Die Betreuung umfasst alle Tätigkeiten, die erforderlich sind, um die Angelegenheiten des Betreuten nach Maßgabe der folgenden Vorschriften rechtlich zu besorgen.

(2) Der Betreuer hat die Angelegenheiten des Betreuten so zu besorgen, wie es dessen Wohl entspricht. Zum Wohl des Betreuten gehört auch die Möglichkeit, im Rahmen seiner Fähigkeiten sein Leben nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.

(3) Der Betreuer hat Wünschen des Betreuten zu entsprechen, soweit dies dessen Wohl nicht zuwiderläuft und dem Betreuer zuzumuten ist. Dies gilt auch für Wünsche, die der Betreute vor der Bestellung des Betreuers geäußert hat, es sei denn, dass er an diesen Wünschen erkennbar nicht festhalten will. Ehe der Betreuer wichtige Angelegenheiten erledigt, bespricht er sie mit dem Betreuten, sofern dies dessen Wohl nicht zuwiderläuft.

(4) Innerhalb seines Aufgabenkreises hat der Betreuer dazu beizutragen, dass Möglichkeiten genutzt werden, die Krankheit oder Behinderung des Betreuten zu beseitigen, zu bessern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern. Wird die Betreuung berufsmäßig geführt, hat der Betreuer in geeigneten Fällen auf Anordnung des Gerichts zu Beginn der Betreuung einen Betreuungsplan zu erstellen. In dem Betreuungsplan sind die Ziele der Betreuung und die zu ihrer Erreichung zu ergreifenden Maßnahmen darzustellen.

(5) Werden dem Betreuer Umstände bekannt, die eine Aufhebung der Betreuung ermöglichen, so hat er dies dem Betreuungsgericht mitzuteilen. Gleiches gilt für Umstände, die eine Einschränkung des Aufgabenkreises ermöglichen oder dessen Erweiterung, die Bestellung eines weiteren Betreuers oder die Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts (§ 1903) erfordern.


Welche beruflichen Voraussetzungen muss ich für die Tätigkeit als Berufsbetreuer*in erfüllen?

Zum Betreuer bestellt das Betreuungsgericht eine natürliche Person, die geeignet ist, in dem gerichtlich bestimmten Aufgabenkreis die Angelegenheiten der*des Betreuten rechtlich zu besorgen und sie*ihn in dem hierfür erforderlichen Umfang persönlich zu betreuen (siehe § 1897 Abs. 1 BGB).

Bei der Betreuung handelt es sich um eine herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgabe, die ein großes Wissen in vielen verschiedenen (Rechts-)Bereichen erfordert. Je nachdem, für welchen Aufgabenkreis eine Betreuung eingerichtet wird, sind auch entsprechende Fach-/Rechtskenntnisse notwendig.

Laut den Empfehlungen Landesarbeitsgemeinschaft für Betreuungsangelegenheiten kommen für die Tätigkeit als Berufsbetreuer*in insbesondere Menschen aus folgenden Berufsgruppen in Frage:

  • Sozialarbeiter, Sozialpädagogen
  • Verwaltungsfachangestellte, Verwaltungsbeamte
  • Rechtsanwälte
  • Notariatsassessoren
  • Betriebswirte, Bankkaufleute
  • Diplom-Pädagogen
  • Diplom-Psychologen
  • Erzieher
  • Altenpfleger

Die Landesarbeitsgemeinschaft für Betreuungsangelegenheiten hat ein Anforderungsprofil erstellt, welches wir Ihnen hier gerne zur Orientierung zur Verfügung stellen.


Welche weiteren Fachkenntnisse muss ich mitbringen?

Neben den oben genannten beruflichen Voraussetzungen sind prinzipiell fundierte Kenntnisse im Sozial- und Betreuungsrecht (insbesondere Sozialgesetzbücher), Bürgerlichen Gesetzbuch und Vermögensrecht notwendig. Je nach Aufgabengebiet kommen weitere Rechtsgebiete dazu (z.B. Mietrecht, Erbrecht, Unterhaltsrecht, etc.).

Diese Kenntnisse können in entsprechenden Fortbildungen auch angeeignet werden. Die Organisation und Kosten hierfür sind von Ihnen selbst zu tragen. Nachweise über die Teilnahme an Fortbildungen zum Betreuungsrecht sind vor der Übernahme der ersten rechtlichen Betreuung bei der Betreuungsbehörde einzureichen.

Eine Übersicht der Fortbildungsmöglichkeiten finden Sie hier:

Berufsverbände, Fortbildungsmöglichkeiten und Kontaktadressen für (81,4 KiB)
Berufsbetreuer*innen (81,4 KiB)

Hinweis: Inzwischen gibt es auch ein Aus- und Weiterbildungsangebot der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) zum Zertifizierte*r Berufsbetreuer*in „Curator de Jure“.


Welche persönlichen Merkmale muss ich mitbringen?

Persönliche Voraussetzungen sind Toleranz, Empathiefähigkeit, Flexibilität, Konfliktfähigkeit, keine Berührungsängste mit Menschen mit körperlichen, seelischen oder psychischen Erkrankungen oder Behinderungen.

Eine professionelle Arbeitsweise, sowie die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung ist Voraussetzung für die Tätigkeit als Berufsbetreuer*in.


Wie aufwendig ist die Tätigkeit als Berufsbetreuer*in?

Die Übernahme einer Betreuung setzt ein hohes Maß an Selbstorganisation und Verlässlichkeit voraus. Der individuelle Aufwand hängt immer auch von der konkreten Fallkonstellation hinsichtlich der betreuten Person und den entsprechenden Aufgabenfeldern ab. Mit zunehmender Erfahrung und steigendem Selbstorganisationsgrad, nimmt auch der Aufwand in gewissem Maße ab.

Der Vorschlag einer beruflichen Betreuungsperson beim Amtsgericht erfolgt nur in enger Abstimmung zwischen Betreuungsbehörde und Betreuungsperson. Zu Beginn der Tätigkeit ist die Betreuungsbehörde bestrebt, dass keine zu komplexen Fälle vermittelt werden.


Muss ich immer erreichbar sein?

Die Erreichbarkeit der Betreuungsperson muss jederzeit sichergestellt sein, um auch auf unerwartete, eilbedürftige Ereignisse, wie bei plötzlicher schwerer Erkrankung oder psychiatrischer Krise, rechtzeitig reagieren zu können.

Für Tage der Abwesenheit/Urlaub oder bei längerer Krankheit sollte ein*e qualifizierte*r Verhinderungsbetreuer*in organisiert werden und durch das Gericht bestellt werden (vgl. § 1899 BGB). Eine Möglichkeit zur Sicherstellung der Betreuung ist zum Beispiel die Gründung einer Bürogemeinschaft mit weiteren Berufsbetreuer*innen.


Ist es möglich eine Betreuung nach Bestellung durch das Gericht kurzfristig abzugeben?

Grundsätzlich ist die Abgabe einer Betreuung möglich, wenn Umstände eintreten, auf Grund derer die Führung der rechtlichen Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (vgl. § 1908b BGB).
 
Die Tätigkeit als Berufsbetreuer*in ist dennoch prinzipiell langfristig angelegt. Dies ist allein schon deshalb empfehlenswert, damit sich die anfänglichen Kosten für Fortbildungen amortisieren. Sie sollten generell die Bereitschaft mitbringen, die Tätigkeit für einen Zeitraum von mindestens 7 bis 10 Jahren auszuüben. Eine kurzfristige Entbindung von den Aufgaben durch das Amtsgericht muss gut begründet werden und ist in der Regel nicht ohne weiteres möglich.


Kann ich die Tätigkeit als Berufsbetreuer*in als Nebentätigkeit ausüben?

Als Berufsbetreuer*in sollten Sie die Bereitschaft haben, mindestens 10 rechtliche Betreuungen zu führen. Dies ist prinzipiell auch als Nebentätigkeit möglich. Das Führen einer rechtlichen Betreuung erfordert aber trotzdem Ihre Aufmerksamkeit in hohem Maße.

Die Regelung, dass Sie als berufliche Betreuungsperson mindestens 10 rechtlichen Betreuungen führen müssen, entfällt mit der Reform des Betreuungsrechts zum 01.01.2023.


Welche Verdienstmöglichkeiten habe ich?

Die Vergütung Ihrer Tätigkeit erfolgt nach dem Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG).
 
Die Vergütung richtet sich dabei nach:

  • Ihrer beruflichen Qualifikation
  • dem gewöhnlichen Aufenthaltsort der betreuten Person (stationär und gleichgestellt / andere Wohnform)
  • der Dauer der Betreuung
  • dem jeweiligen Vermögensstatus des Betreuten.

Die Festsetzung, welcher Vergütungstabelle Sie zugeordnet werden, erfolgt durch die Bezirksrevisorin am Landgericht Tübingen. Das Landratsamt hat keinen Einfluss auf die Vergütungsfestsetzung. Es bietet sich an, die Einstufung im Vorfeld durch die/den Bezirksrevisor prüfen zu lassen.

Die aktuelle Vergütungstabelle finden Sie hier.


Wie viele Betreuungen darf ich führen?

Die Anzahl der Betreuungen die Sie führen können, richtet sich nach Ihrem persönlichen Leistungsvermögen, Ihrem Organisationsgrad und dem zeitlichen Umfang, in dem Sie die Tätigkeit ausüben. Gut organisierte, erfahrende Berufsbetreuer*innen führen in Vollzeit um die 50 Betreuungen gleichzeitig.


Wer kann in der Regel nicht Berufsbetreuer*in werden?

Berufsbetreuer*in kann nur werden, wer in geordneten finanziellen Verhältnissen lebt (keine Überschuldung, Offenbarungseid etc.) und sich darüber hinaus durch ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Rechtstreue auszeichnet (keine Vorstrafen).

Die Entscheidung darüber, wer als Betreuungsperson bestellt wird, trifft das Betreuungsgericht. Dabei sind auch die Wünsche der betroffenen Person zu berücksichtigen.


Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Die Anmeldung eines Gewerbes ist nach §14 Gewerbeordnung notwendig. Zuständig ist das Gewerbeamt der jeweiligen Gemeinde ihres Betriebssitzes.

Die Anzeige Ihrer Gewerbeanmeldung ist sofort zum Beginn der Gewerbetätigkeit fällig, d.h. ab der ersten Bestellung durch das Gericht. Auch Änderung des Betriebssitzes oder Aufgabe der Tätigkeit sind dort anzumelden. Dies gilt auch, wenn sie z.B. mit einer Anwaltskanzlei bereits freiberuflich selbstständig sind!


Muss ich Gewerbesteuer zahlen?

Berufsbetreuer und Verfahrenspfleger unterliegen nicht der Gewerbesteuer (BFH-Urteil 15.06.10 VIII R 10/19 und 14/19). Die selbstständige Tätigkeit muss aber beim Finanzamt angemeldet werden und ist den Einkünften aus sonstiger selbständiger Arbeit zuzuordnen.


Wie bin ich als Berufsbetreuer*in unfallversichert?

Selbständige Betreuungspersonen, auch wenn sie ihre Tätigkeit nur nebenberuflich ausüben, sind bei bestehender Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufserkrankungen versichert (§ 2 Abs. 1 Nr. 9 Sozialgesetzbuch VII).

Die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft ist sofort zum Beginn der Gewerbetätigkeit bzw. sofort nach der Gewerbeanmeldung fällig.

Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Berufsbetreuer*innen ist die:
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Pappelallee 35-37, 22089 Hamburg, Tel.: 040/20207-0, www.bgw-online.de
Es handelt sich hierbei um eine gesetzliche Pflichtversicherung.

Für selbstständige Rechtsanwälte die zusätzlich als Berufsbetreuer*innen tätig sind, ist abweichend zuständig die:

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, VBG-Bezirksverwaltung Ludwigsburg, Martin-Luther-Str.79, 71636 Ludwigsburg Tel. 07141 919-0, http://www.vbg.de

Es besteht eine gesetzliche Anmeldepflicht, jedoch keine Versicherungspflicht
Achtung: Sobald Sie Angestellte beschäftigen gilt für diese die Versicherungspflicht!


Welche Versicherungen muss ich abschließen?

Der Abschluss einer Berufs- und Vermögenshaftpflichtversicherung ist zwingend notwendig. Ab dem 01.01.2023 beträgt die Deckungssumme zwingend 250.000 Euro für jeden Versicherungsfall (vgl. § 23 Abs. 1 BtOG).

Achten Sie auch auf Ihren Versicherungsschutz bei den Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosenversicherungen). Fragen Sie ggf. direkt dort nach, ob diese eine gesonderte Meldung benötigen.


Gibt es Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren?

Wer sich unsicher ist, ob eine Betreuung im beruflichen Kontext das Richtige ist, sich aber trotzdem qualifiziert einbringen möchte, kann den Kontakt zum Betreuungsverein Landkreis Tübingen e.V. suchen und die Möglichkeit der Übernahme einer ehrenamtlichen Betreuung besprechen.
Informationen gibt es hier.


Wo finde ich weiterführende Informationen zum Thema Betreuungen?

Weitere Informationen zum Betreuungsrecht und Vorsorgevollmachten erhalten Sie vom Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz.

Zudem bietet der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg weitergehende rechtliche Informationen und Fortbildungen an.


Haben Sie noch weitere Fragen? Gerne können Sie sich an die Mitarbeiter*innen der Betreuungsbehörde wenden.

Informationen zum Bewerbungsverfahren

Wenn Sie Interesse an der Tätigkeit als Berufsbetreuer*in haben, senden Sie uns Ihre Bewerbung mit einem aussagekräftigen Motivationsschreiben als pdf-Dokument an die Mailadresse: Betreuungsbehoerde@kreis-tuebingen.de

Die Bewerbungsunterlagen müssen Ihre Kontaktdaten (Adresse, Telefonnummer, Mailadresse) enthalten, sodass wir uns bei Ihnen melden können.

Weiter bitten wir um Angaben zu Ihrer beruflichen Ausbildung und bisherigen Berufstätigkeit im Sinne eines Lebenslaufs. Geben Sie auch an, inwieweit Sie bereits Kontakt mit dem Betreuungsrecht hatten und ob Vorkenntnisse oder Fortbildungen diesbezüglich vorhanden sind.

Eine Schufa-Auskunft und ein polizeiliches Führungszeugnis sind vorab nicht erforderlich.
Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung und werden uns nach Erhalt dieser wieder bei Ihnen melden.

Welche Unterlagen muss ich einreichen? – auf einen Blick

Bewerbungsunterlagen zu Beginn:

  • Schriftliche Bewerbung mit Angaben zur Motivation
  • Aussagekräftiger Lebenslauf, aktuelles Lichtbild
  • Abschlusszeugnisse

Im weiteren Bewerbungsverfahren sind einzureichen:

  • Polizeiliches Führungszeugnis (aktuell)
  • Schufa-/Schuldnerverzeichnis-Auskunft (aktuell)
  • Nachweis einer Berufs- und Vermögenshaftpflichtversicherung
  • Nachweis der Gewerbeanmeldung
  • Nachweis über fundierte Fortbildung in den Grundlagen des Betreuungsrechts

Wie läuft das Bewerbungsverfahren bei der Betreuungsbehörde ab?

Nach Eingang Ihrer Bewerbung erhalten Sie von uns eine Eingangsbestätigung. Wir prüfen dann zunächst, ob Ihre Unterlagen vollständig sind und Sie von Ihrem Profil und Ihrer Motivation grundsätzlich geeignet erscheinen, Betreuungen zu führen.

In diesem Fall würden wir uns freuen, wenn wir Sie in einem nächsten Schritt zu einem Gespräch einladen dürften. Das Gespräch findet im Landratsamt Tübingen statt. Es dient zur tiefergehenden Klärung Ihrer Qualifikation und Motivation und bietet zudem die Möglichkeit, Ihre/unsere Erwartungshaltung und Fragen zu klären.

Wenn beide Seiten zu der Überzeugung gelangen, dass der Beginn einer (freiberuflichen) selbständigen Tätigkeit als Berufsbetreuer*in der richtige Schritt ist, würden wir weitere notwendige Unterlagen, wie ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis und eine aktuelle Schufa-/Schuldnerverzeichnis-Auskunft, von Ihnen anfordern und prüfen. Sie hätten zudem Zeit, notwendige Fortbildungen zu organisieren und die Vergütungseinstufung durch die Bezirksrevision prüfen zu lassen. Hierbei werden wir Sie unterstützen.

Wenn wir in Absprache mit Ihnen einen konkreten Fall gefunden haben, für den Sie aufgrund Ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse besonders geeignet erscheinen, würden wir Sie gegenüber dem Betreuungsgericht im Rahmen eines Sozialberichts als Betreuer*in vorschlagen.

Eine Bestellung durch das Gericht findet nur statt, wenn Sie bis dahin auch einen Nachweis über die Fortbildung in den Grundlagen des Betreuungsrechts sowie die Gewerbeanmeldung und einen Nachweis zur Berufs- und Vermögenshaftpflichtversicherung vorgelegt haben.


Wie läuft das Verfahren der Bestellung als Betreuungsperson ab?

  • Betreuungsanregung beim Amtsgericht/Betreuungsgericht (z.B. durch die Betroffenen selbst, Angehörige, Soziale Dienste, Kliniken, Bekannte)
  • Das Gericht gibt ein medizinisches Gutachten in Auftrag und
  • beauftragt die Betreuungsbehörde mit einer Sachverhaltsermittlung, Stellungnahme zur Notwendigkeit und Erstellung eines Sozialberichts.
  • Gegebenenfalls sucht die Betreuungsbehörde eine geeignete Betreuungsperson (in Absprache mit der betreuten Person) und schlägt diese dem Gericht vor.
    Achtung: Es darf kein Interessenskonflikt mit der/m Betreuten bestehen!
  • Das Gericht führt persönlich eine Anhörung durch.
  • Gegebenenfalls wird eine Betreuungsperson bestellt. Dies kann je nach Sachlage einen Tag bis mehrere Monate in Anspruch nehmen.
  • Die Betreuungsperson hat das Recht auf Akteneinsicht bei Gericht und damit u.a. Zugriff auf ärztliche Gutachten und den Sozialbericht. In diesen Dokumenten sind weitestgehend alle Informationen erhalten, die bisher in Erfahrung gebracht wurden, z.B. zum Krankheitsbild oder zu möglichen Angehörigen.

  
 

Abteilung Soziales

Aufgabenbereich

Betreuungsbehörde

Kontakt und Sprechzeiten

Die Büros der Abteilungsleitung und des Sekretariats befinden sich im Gebäude Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen

Lage/Anfahrt

Allgemeine Sprechzeiten
Mo.-Mi., Fr. 08:00-12:00 Uhr
Do. 14:00-16:00 Uhr

Ansprechpersonen

Sekretariat

Herr Voss
Raum: A3 03
Tel.: 07071 207-6162
Fax: 07071 207-96298
betreuungsbehoerde@kreis-tuebingen.de