Kultur im Landratsamt Tübingen

Veranstaltungen

Mädchen*treff e.V. Tübingen: Ausstellung Mädchen*Wege - Vernissage - Do. , 17.10.2019 um 18.30 Uhr
Die Ausstellung zeigt Exponate, die in der Medienwerkstatt des Mädchen*treff e.V. sowie im Rahmen verschiedener Workshops und Aktionstage entstanden sind. Urheberinnen der Fotografien, Collagen, Filme und Texte sind Mädchen und junge Frauen mit und ohne Migrations- bzw. Fluchterfahrung. Einige der beteiligten Mädchen bzw. jungen Frauen werden bei der Eröffnung vor Ort sein und ihre Projekte vorstellen. Außerdem geben zwei Studierende der Universität Tübingen (Fachbereich Soziologie) einen kurzen Einblick in die Ergebnisse ihres Lehrforschungsprojektes zum Thema Integration. Der Großteil der ausgestellten Exponate findet sich auf dem Blog www.girlistic.de wieder, der von einem Redaktionsteam in der
wöchentlich stattfindenden Medienwerkstatt betrieben wird. Der Blog und die Workshops bieten Mädchen und jungen Frauen eine Plattform, um Themen, die sie beschäftigen, kreativ umzusetzen, spielerisch den Umgang mit analogen und digitalen Medien zu erlernen und damit ihre Medienkompetenz und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Die Vernissage der Ausstellung am Do, 17. Oktober 2019 ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt. Die dort ausgestellten Werke können während der Öffnungszeiten des Landratsamtes vom 17. Oktober bis zum 29. November 2019 besichtigt werden. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Jugendguides aktiv: Eugenik, Euthanasie-Morde und Tübingen
Öffentlicher Stadtgang im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
So, 20.10.2019 um 16.00 Uhr
Für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Massenmord im Nationalsozialismus trugen nicht nur Täter im engeren Sinn Verantwortung. Jugendguides geben während des Stadtgangs Einblicke in das Zusammenwirken der staatlich legitimierten NS-Rassenideologie mit Wissenschaft, Verwaltung, Justiz, Medizin und Gesellschaft. Vom Standort des 1935 gegründeten „Staatlichen Gesundheitsamts“ in der Grabenstraße geht es zum Gerichtsgebäude, wo zeitweise das „Erbgesundheitsgericht“ tagte. Nächstes Ziel ist die Alte Universitätsfrauenklinik, deren Ärzte von 1933 bis 1944 mindestens 740 Zwangssterilisierungen an Frauen vornahmen. Im Denken der NS-Ideologen setzten die „Euthanasie“-Morde in der Tötungsanstalt Grafeneck diese Maßnahmen zum „Schutz der Volksgesundheit“ fort.
 
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Ausstellung: Kurt Gerstein – Widerstand in SS-Uniform
7.11. – 8.12.2019
Eine der eindrücklichsten Schilderungen über den Massenmord an Jüdinnen und Juden wurde in Tübingen verfasst. Ihrem Verfasser widmet der Landkreis Tübingen eine Ausstellung vom 7. November bis zum 8. Dezember 2019 in der Glashalle. Kurt Gerstein (1905 bis 1945) hatte in Tübingen Medizin studiert und hielt sich beim Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Haus in der Gartenstraße auf. Heutzutage geht die Wissenschaft mehrheitlich davon aus, dass Gerstein in die SS eintrat, um Beweise für deren Verbrechen zu sammeln. Andererseits trug er als Abteilungsleiter Gesundheitstechnik beim SS-Führungshauptamt zum Einsatz von Blausäure zum Massenmord in den Vernichtungslagern bei. In einem mehrseitigen Bericht, den er in Tübingen verfasste, beschrieb Gerstein aufgrund eigener Besuche die Abläufe in den Vernichtungslagern detailliert. Er war persönlich Augenzeuge des Gasmordes an 6700 Menschen. Gerstein stellte sich noch im April in Reutlingen der französischen Armee und bot sich als Zeuge an. Er wurde schließlich verhaftet und zur Vernehmung nach Paris gebracht. Am 25. Juli 1945 wurde er in seiner Zelle im Militärgefängnis Cherche-Midi in Paris erhängt aufgefunden. Kurt Gersteins Schicksal hat der Autor Rolf Hochhuth in dem Drama „Der Stellvertreter“ (1963) verarbeitet, das 2002 als Film erschien. Die Ausstellung haben das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Förderkreis Kurt Gerstein erarbeitet.

Landrat Joachim Walter eröffnet die Ausstellung am 7.11.2019 um 18:30 Uhr im Landratsamt Tübingen. Vom Landkreis Tübingen qualifizierte Jugendguides führen am 12.11., 21.11., 28.11. und 3.12. jeweils um 17:30 Uhr durch die Ausstellung. Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Die Ausstellung ist an Arbeitstagen von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Exkursion in die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg
Mi, 6.11.2019 um 10.00 Uhr
Prozesse gegen frühere NS-Täter werden seit 1958 für ganz Deutschland von der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ juristisch vorbereitet. Deren Sitz ist in Ludwigsburg bei Stuttgart. Dort liegen Tausende von Akten, welche auch Täter aus der Umgebung Tübingens aufführen. Im Rahmen der diesjährigen Jugendguides-Qualifizierung durch den Landkreis Tübingen und KulturGUT e.V. findet dort am Mi, 6. November 2019 ein 5-stündiger Workshop „Ermitteln wie ein Staatsanwalt – Nebenlager in der Region“ statt. Bernd Kress von der Zentralstelle wird uns dabei exklusive Einblicke in den Gang eines Ermittlungsverfahrens geben.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und ist in der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg statt. Um eine Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
  
 

Öffentlichkeitsarbeit, Archiv und Kultur

Aufgabenbereich

Kultur im Landkreis

Grundlagen der Kulturarbeit

Veranstaltungen des Landkreises Tübingen 2019

Kulturprojekte

Kulturwelten