Jugendguides aktiv

Hier sehen Sie aktuelle  Veranstaltungen und Aktivitäten der Jugendguides

Jugendguides aktiv: Die Universität Tübingen mit Hakenkreuz
So, 5.5.2019 um 14.00 Uhr
Führungspersonal und mehrere Institute der Universität Tübingen bemühten sich nach der Machtübergabe an Adolf Hitlers 1933 um eine führende Rolle. Sie stellten sich in den Dienst eines zunehmend ideologisch und rassistisch ausgerichteten Staates und der ihn dominierenden Partei. Jugendguides befassen sich bei ihrem Stadtgang unter anderem mit der rassenkundlichen sowie volkskundlichen Forschung auf Schloss Hohentübingen und der Rolle ehemals Studierender als Führer der als „Einsatzgruppen“ bezeichneten Todesschwadronen im Zweiten Weltkrieg.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Redewettbewerb „Jugend redet zu Europa“
Do, 9.5.2019 um 18.30 Uhr
Studierende der Allgemeinen Rhetorik unter Anleitung von Nikos Andreadis bereiten Reden zum Thema vor und konkurrieren in einem öffentlichen Wettbewerb um die besten Argumente und den besten Vortrag. Die Reden kommentieren Landrat Joachim Walter und Joachim Knape, Professor am Institut für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Vortrag Wolfgang Sannwald und Jugendguides aktiv: Abgekriegt. Vom Ersten Weltkrieg zu Europa als Friedensraum
Do, 16.5.2019 um 18.30 Uhr
Wer heutzutage die ehemaligen Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs bereist, erfährt, was Europa als Friedensraum bedeutet. Kreisarchivar Prof. Wolfgang Sannwald zeigt anhand von aktuellen und historischen Bildern, welche Relevanz der seit mehr als 100 Jahren beendete Krieg bis heute hat. Einerseits thematisiert er den regionalen Bezug beispielsweise zu heutigen Namen von Tübinger Stadtquartieren. In Orten wie Thiepval oder Loretto sind zwischen 1914 und 1918 besonders viele Soldaten aus dem Kreisgebiet ums Leben gebracht worden. Andererseits befasst er sich mit dem gesellschaftlichen Umgang damit. Der Umgang mit dem Krieg war ein Topthema der Weimarer Republik und belastete die Demokratie. Die nationalsozialistische Propaganda benutzte in hohem Maße erinnerungskulturelle Themen. Deren Ideologen verfolgten ein revanchistisches erinnerungskulturelles Konzept, dem auch die Benennung von Kasernen in Tübingen Ausdruck verlieh. In der Konsequenz  der „Dolchstoßlegende“ liegen sowohl der Terror gegen Gegner im Deutschen Reich wie auch der absichtsvoll begonnene Zweite Weltkrieg. Anhand der seit 2014 in den französischen Gedenkstätten Thiepval und Loretto errichteten Erinnerungseinrichtungen schlägt Sannwald den Bogen zur aktuellen Dimension Europas als Friedensraum.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und findet in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen statt, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen. Um formlose Anmeldung unter kultur@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Eugenik, Euthanasie-Morde und Tübingen
Öffentliche Führung im Rahmen der Jugendguides-Qualifizierung
Fr, 31.5.2019 Uhrzeit wird bekanntgegeben
Für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Massenmord im Nationalsozialismus trugen nicht nur Täter im engeren Sinn Verantwortung. Wolfgang Sannwald gibt Einblicke in das Zusammenwirken der staatlich legitimierten NS-Rassenideologie mit Wissenschaft, Verwaltung, Justiz, Medizin und Gesellschaft. Vom Standort des 1935 gegründeten „Staatlichen Gesundheitsamts“ in der Grabenstraße geht es zum Gerichtsgebäude, wo zeitweise das „Erbgesundheitsgericht“ tagte. Nächstes Ziel ist die Alte Universitätsfrauenklinik, deren Ärzte von 1933 bis 1944 mindestens 740 Zwangssterilisierungen an Frauen vornahmen. Alfred Brasser als Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts, Amtsgerichtsdirektor Oskar Gmelin als Vorsitzender des Erbgesundheitsgerichts und August Mayer als Leiter der Universitätsfrauenklinik trugen Verantwortung für die Umsetzung der NS-Eugenik vor Ort, die auf die Beendigung von „Blutlinien“ zielte. Im Denken der NS-Ideologen setzten die „Euthanasie“-Morde in der Tötungsanstalt Grafeneck diese Maßnahmen zum „Schutz der Volksgesundheit“ fort.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion nach Buttenhausen zur Erinnerungsstätte Matthias Erzberger
Fr, 28.6.2019 um 14.00 Uhr
Matthias Erzberger unterzeichnete als Verhandlungsführer der deutschen Delegation im Auftrag der Reichsregierung im Wald von Compiègne den Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Großbritannien am Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Dieser beendete die Kampfhandlungen dieses Krieges. Der gebürtige Buttenhauser setzte sich auch für den Abschluss des Friedensvertrags von Versailles ein. Dessen Unterzeichnung führte am 28. Juni 1919 völkerrechtlich zum Ende des Ersten Weltkrieges. Viele Zeitgenossen feindeten Erzberger aufgrund seiner Fürsprache für diesen Vertrag an. Die Mehrheit der Deutschen empfand den Vertrag wegen seiner hart erscheinenden Bedingungen als demütigend. Diese Auffassung wurde später von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken instrumentalisiert.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Treffpunkt ist vor der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger (Mühlsteige 21, 72525 Münsingen-Buttenhausen). Um formlose Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
Exkursion in die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg
Mi, 6.11.2019 Uhrzeit wird bekanntgegeben
Prozesse gegen frühere NS-Täter werden seit 1958 für ganz Deutschland von der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ juristisch vorbereitet. Deren Sitz ist in Ludwigsburg bei Stuttgart. Dort liegen Tausende von Akten, welche auch Täter aus der Umgebung Tübingens aufführen. Im Rahmen der diesjährigen Jugendguides-Qualifizierung durch den Landkreis Tübingen und KulturGUT e.V. findet dort am Mi, 6. November 2019 ein 5-stündiger Workshop „Ermitteln wie ein Staatsanwalt – Nebenlager in der Region“ statt. Bernd Kress von der Zentralstelle wird uns dabei exklusive Einblicke in den Gang eines Ermittlungsverfahrens geben.
 
Die Veranstaltung ist eintrittsfrei und ist in der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg statt. Um eine Anmeldung unter jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
  
 

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Qualifizierung und Fortbildung

Kritische Blicke hinter heimatliche Fassaden

Einsatz und Engagement

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Tel.: 07071 207-5201
Fax: 07071 207-95201
jugendguide@kreis-tuebingen.de

Frau Frech
Raum: A5 13
Tel: 07071 207-5222
Fax: 07071 207-95222
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