Verleihung des Lilli-Zapf-Jugendpreises 2020 und Jugendguides-Qualifizierung im Landratsamt - jetzt bewerben

Für besonderes Engagement und couragiertes Handeln in der Erinnerungskultur, für Demokratie und Menschenrechte zeichnete Landrat Joachim Walter am Holocaust-Gedenktag, (27. Januar) im Landratsamt Tübingen junge Menschen mit dem Lilli-Zapf-Jugendpreis 2020 im Gesamtwert von 1000 Euro aus. Über die Vergabe entschied zuvor eine Jury, die sich aus der Jugendvertretung Rottenburg, dem Jugendgemeinderat Tübingen sowie Jugendguides. zusammensetzte. Landrat Joachim Walter benannte Jugendliche und junge Erwachsene als Hauptzielgruppe für die erinnerungskulturelle Arbeit des Landkreises: „Dabei geht es nicht darum, Schuld auf nachfolgende Generationen zu übertragen, sondern vielmehr darum, gerade im Bewusstsein um die Vergangenheit Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.“

Der erste Preis ging an das erinnerungskulturelle Kunstprojekt „Wegweiser“ der Schüler*innen der Jahrgangsstufe 12 des Paul-Klee-Gymnasiums Rottenburg. Zusammen mit dem Künstler Ralf Ehmann und der Gedenkstätte KZ- Außenlager Hailfingen-Tailfingen entwarfen die Schülerinnen und Schüler entwarfen Plastiken, die an die griechischen Zwangsarbeiter und die Kriegsgefangenen (u.a. aus Indien und der Sowjetunion) erinnern sollten, welche neben den 601 jüdischen Häftlingen des KZ-Außenlagers Hailfingen den Nachtjägerflugplatz bauen mussten. Die Plastiken stellen Arbeiter dar, welche sich gegenseitig stützen. Die Schülerinnen und Schüler wollten damit zum Ausdruck bringen, dass es auch in dieser unmenschlichen Zeit Formen von Solidarität und Humanität gab.
 
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Israel-Austauschs des Karl-von-Frisch-Gymnasiums Dußlingen mit der Hof HaCarmel High School in Israel bekamen den zweiten Preis. Seit dem Schuljahr 2007/08 besteht die Schulpartnerschaft; seitdem treffen sich Jugendliche aus Israel und dem Steinlachtal regelmäßig. Das Projekt unterstützt den erinnerungskulturellen Austausch zwischen jungen Menschen.
 
Für ihr soziales Engagement für Demokratie und Menschenrechte wurde die aus Tübingen stammende Kira Hoffmann mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Sie engagiert sich für Geflüchtete, organisiert Ausflüge für sie und gibt ihnen dabei Raum, anderen über Menschenrechtsverletzungen in ihrem Heimatland erzählen zu können.
 
Der Landkreis Tübingen und KulturGUT e.V. zeichnen auch zukünftig junge Menschen aus, die sich im Landkreis Tübingen in der Erinnerungskultur für Demokratie und Menschenrechte engagieren und hierbei besondere Courage zeigen. Für den Lilli-Zapf-Jugendpreis können sich junge Menschen bis zum Alter von 23 Jahren bewerben, die sich im Rahmen von Projekten oder Aktionen seit März 2019 in der Erinnerungskultur für Demokratie und Menschenrechte engagieren. Bewerbungen und Vorschläge mit Begründung und Kontaktdaten können per Email unter jugendguide@kreis-tuebingen.de bis zum 8. November 2020 eingereicht werden. Weitere Informationen unter: www.kreis-tuebingen.de/lillizapf
 
Ein weiterer Programmpunkt am Tübinger Lilli-Zapf-Tag war die Zertifizierung von 21 Jugendguides,- Jugendliche und junge Erwachsene, die Gruppen in Gedenkstätten begleiten oder einzelne Aspekte des Nationalsozialismus, insbesondere Zusammenhänge zu NS-Verbrechen, bei Stadtgängen vor Ort herstellen. Dabei vermitteln sie nicht nur Wissen. Sie stellen auch dar, was sie persönlich zur Befassung mit NS-Verbrechen vor Ort motiviert. Seit 2012 qualifizieren der Landkreis Tübingen und seine Partner jährlich 20 bis 30 Jugendliche in außerschulischen Seminaren und Workshops von insgesamt etwa 40 Stunden Dauer als Jugendguides.
 
Auch in diesem Jahr kann man sich als Jugendguide qualifizieren – nähere Informationen unter www.jugendguides.de

  
 

Landkreis Tübingen

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