Waldfunktionen

Der Wald im Landkreis Tübingen wird gemäß den Anforderungen des Landeswaldgesetzes nach dem Konzept der Naturnahen Waldwirtschaft bewirtschaftet, sodass er den Erfordernissen einer modernen multifunktionalen Forstwirtschaft gerecht wird. Der Begriff der multifunktionalen Forstwirtschaft bedeutet, dass der Wald die und gleichzeitig erfüllen soll. Im Folgenden sollen die drei Funktionen kurz dargestellt werden:

  • Nutzfunktion
  • Schutzfunktion
  • Erholungsfunktion
     

Nutzfunktion

Die Nutzfunktion bezieht sich im Wesentlichen auf die Produktion und Bereitstellung des Rohstoffes Holz. Durch die nachhaltige Nutzung wird ein dauerhafter Erhalt des Waldes sichergestellt. Auf der gesamten Fläche des Landkreis Tübingen stehen ungefähr 5,3 Mio. Vorratsfestmeter (m3) Holz, wovon jährlich zwischen 50.000 und 60.000 Festmeter Holz, im Kommunal- und Privatwald, geerntet und verkauft werden. Holz wird in verschiedenen Formen und Qualitäten für die unterschiedlichsten Verwendungen angeboten:

  • Furnierholz
  • Stammholz zur Herstellung von Möbeln, Weinfässern, Parkett,Treppen, Dachstühlen usw.
  • Industrieholz zur Herstellung von Papier, Platten(Pressspanplatten, OSB usw.) oder als Energieholz (Pellets, Hackschnitzel)
  • Brennholz

Besonders die Nachfrage nach Brennholz hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Dieser Boom führt allerdings auch dazu, dass die verkaufbare Menge von Konkurrenzprodukten wie Industrieholz sinken muss, damit nicht mehr Holz genutzt wird, als wieder nachwächst. Die Verteilung der Hauptsortimente geht aus folgendem Diagramm hervor:

Holzverkaufsübersicht des Jahres 2012

So vielseitig wie die oben genannten Verwendungen ist auch das Spektrum von holzbe- und verarbeitenden Betrieben. Zu unserenKunden gehören unter anderem:

  • Sägewerke
  • Furnierindustrie
  • Hersteller von Holzfässern
  • Möbelindustrie
  • Papierindustrie
  • Hersteller von Platten und Holzwerkstoffen
  • Hersteller von Werkzeugstielen
  • Schreinereien / Zimmereien
  • Heizkraftwerke
  • Private Brennholzkunden

Erholungsfunktion

Eine große Rolle in den Wäldern des Landkreises spielt die Erholung der Bevölkerung. Die Wälder sind im dicht besiedelten Raum für die Erholung und die Freizeitgestaltung der Bürger in besonderem Maße von Bedeutung. Zum einen bildet der Wald ein eigenes Innenklima aus, welches Extreme wie Hitze, Kälte oder starke Sonneneinstrahlung ausgleicht. Durch die Filterwirkung der Bäume ist die Luft gereinigt und durch Austritt von ätherischen Ölen teilweise mit Duftstoffen angereichert. Zudem dämpft die Baum- und Strauchschicht den Lärm von außen. Diese positiven Wirkungen führen dazu, dass sich Waldbesucher besonders gut entspannen und erholen können. Aber nicht nur die besondere Atmosphäre des Waldes sondern auch ausgewiesene Premiumwanderwege, Fahrrad- und Mountainbikestrecken sowie etliche Erholungseinrichtungen locken die Besucher in den Wald. Vor allem der Schönbuch, der Rammert und der Albtrauf sind beliebte Ziele für Jogger, Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber aus den umliegenden Städten Tübingen, Rottenburg, Mössingen und Herrenberg genauso wie für Besucher aus dem Großraum Stuttgart. Ein besonderer Besucherschwerpunkt ist selbstverständlich der Naturpark Schönbuch als ältester Naturpark in Baden-Württemberg.

Schutzfunktion

Neben den vorgenannten Nutz- und Erholungsfunktionen erfüllen die Wälder des Landkreises zusätzlich noch verschiedene Schutzfunktionen. Diese Schutzfunktionen werden durch die Waldbiotop- und Waldfunktionenkartierung der Landesforstverwaltung erfasst. Im Kartenmaterial werden die einzelnen Funktionen dargestellt, sodass bei der Bewirtschaftung der Flächen die entsprechenden Funktionen angemessen berücksichtigt werden. Die beiden häufigsten Schutzfunktionen sind der Wasserschutzwald und der Bodenschutzwald.
Wasserschutzwald dient dazu das Grundwasser reinzuhalten und ist somit von entscheidender Bedeutung für die Sicherstellung der Trinkwasserqualität. Außerdem sind Wälder in der Lage durch eine erhöhte Versickerung und Verdunstung gegenüber dem Offenland bei starken Niederschlagsereignissen Hochwasserspitzen zu puffern.

Bodenschutzwald soll den Waldboden vor allem vor Erosion, d.h. vor Abtrag durch Wind- und Wasserkraft schützen. Dabei sind vor allem Rutschhänge und besonders steile Hänge erosionsgefährdet. Durch die erhöhte Versickerung im Wald wird mit dem Oberflächenabfluss auch die Erosionskraft des Wassers verringert.

Außer diesen beiden Schutzfunktionen sind regional vereinzelt noch weitere erfasst:

  • Klimaschutzwald
  • Immissionsschutzwald
  • Sichtschutzwald
Herbstwald

Weiterführende Informationen

  
 

Forst

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