Doblerstraße 15

Der unmittelbare Anlass zum Bau eines neuen Landratsamts kam aus Rottenburg. Dort besaß der Landkreis Tübingen ein Verwaltungsgebäude des 1938 aufgelösten Oberamts Rottenburg. Dieses „Kreisverbandsgebäude“ kaufte die Stadt Rottenburg 1950. Der Verkauf und die damit verbundenen Einnahmen boten der Kreisverwaltung den Anlass, für ihre Beschäftigten ein eigenes Kreisverbandsgebäude in Tübingen neu zu erstellen, „als einer der letzten Kreise des Landes“. In der Doblerstrasse 15 errichtete Kreisbaumeister Alfons Zentner 1951 ein dreigeschossiges Gebäude in „neuzeitlichem Stil“. Bei der Einweihung würdigte Landrat Hermann Zahr das Gebäude als „leuchtendes Symbol der Einigkeit des Kreises, des Lebenswillens, der Selbstverwaltung und der Freiheit“. Es solle „nicht ein Haus der Bürokratie sein, jeder, der hier arbeite, sollte sich als Diener an der großen Aufgabe des Wiederaufbaues fühlen.“ Selbst Josef Schneider, ein bekannter Kämpfer für die Selbständigkeit des Raumes Rottenburg vom Landkreis Tübingen, konnte zu dem „Symbol der Geschlossenheit des Kreises freudig Ja und Amen sagen“.