Vapes und E-Zigaretten für Jugendliche
Warum Vapes und E-Zigaretten für Kinder und Jugendliche kein harmloser Trend sind
Der Konsum von Vapes und E-Zigaretten unter Jugendlichen ist ein stark wachsender Trend. Dies belegen Zahlen aus dem Präventionsradar, wonach zwischen 2021 und 2024 die Zahl der 14 bis 17-Jährigen, die regelmäßig E-Zigaretten konsumieren um fast 90 % gestiegen ist, obwohl der Konsum für Kinder unter 18 Jahren verboten ist. Hinzu kommt, dass bereits jedes vierte Schulkind aus Klasse 5–10 eine E-Zigarette probiert hat und 7 % diese regelmäßig konsumieren.
Von dieser Entwicklung profitiert die Tabakindustrie, die ihre Produkte u.a. in den sozialen Medien durch farbenfrohe Designs und mit einer breiten Palette an süßen Aromastoffen bewirbt. Während viele Produkte als „weniger schädlich“ oder „cool“ vermarktet werden, warnen Gesundheitsexperten vor einer Verharmlosung – insbesondere mit Blick auf Kinder und Jugendliche. Das Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertags der Deutschen Krebshilfe „Außen nice – innen toxisch“ bringt damit die Problematik auf den Punkt. Daher hat das Gesundheitsamt Tübingen Tipps für Eltern und Bezugspersonen zusammengestellt.
Vapes sind nicht harmlos – auch ohne Nikotin
Viele Jugendliche greifen zu Vapes, weil diese für sie attraktiv sind. Doch Studien zeigen: Beim Verdampfen entstehen gesundheitsschädliche Stoffe, die eingeatmet werden und die Raumluft belasten können. Der Dampf enthält beispielsweise gesundheitsschädliche Metalle wie Chrom, Blei und Nickel sowie krebserregende Chemikalien wie Formaldehyd. Durch die Aromen wird die Aufnahme der schädlichen Substanzen zusätzlich verstärkt, da sie zu einem tieferen Inhalieren anregen. Besonders problematisch: Auch nikotinfreie Vapes bergen die genannten Risiken und erleichtern darüber hinaus den Einstieg in den späteren Tabakkonsum. Gleichzeitig ist die wissenschaftliche Datenlage zu Langzeitfolgen von Vapes noch nicht vollständig geklärt – ein zusätzliches Risiko für junge Nutzer:innen. Erste Studien deuten jedoch auf schwerwiegende gesundheitliche Folgen hin.
Auch Passivrauchen erhöht das Risiko für Krebs – und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders gefährlich ist Passivrauchen für Kinder, weil sie eine höhere Atemfrequenz und ein weniger effizientes Entgiftungssystem als Erwachsene haben. Zum Schutz vor Passivrauchen wurde in Baden-Württemberg das Nichtraucherschutzgesetz grundlegend reformiert. Demnach hat das Land den Schutz deutlich ausgeweitet: Künftig gelten Rauchverbote nicht mehr nur für klassische Zigaretten, sondern ausdrücklich auch für E-Zigaretten, Vapes und ähnliche Produkte – unabhängig vom Inhalt. Zudem werden Rauchverbote auf Orte ausgeweitet, an denen sich viele junge Menschen aufhalten – etwa Spielplätze, Haltestellen, Schulhöfe oder Freizeitbereiche.
Tipps für Eltern und Bezugspersonen
Gerade Eltern spielen eine entscheidende Rolle dabei, Kinder frühzeitig zu sensibilisieren. Offene Gespräche, klare Regeln und Vorbildverhalten sind entscheidend, um Jugendliche vor einem Einstieg zu schützen.
Daher empfehlen Experten:
Frühzeitig das Gespräch suchen – bevor Kinder erste eigenen Erfahrungen machen. Zum Einstieg in das Gespräch könnte man zum Beispiel fragen: „Ich habe gehört, dass viele Jugendliche Vapes ausprobieren – wie ist das bei euch in der Schule?“Über Risiken aufklären: Viele Jugendliche halten Vapes für harmlos. Eltern sollten erklären, dass beim Dampfen gesundheitsschädliche Stoffe entstehen und Nikotin schnell abhängig machen kann, auch bei nicht regelmäßigem Konsum. Offenbleiben und zuhören: Statt nur zu verbieten, hilft ein ehrlicher Austausch. Wer Interesse zeigt, erfährt eher welche Rolle Vapes für das Kind spielen. Sie könnten beispielsweise fragen: „Ist es schwer für dich, nicht mitzumachen, wenn andere vapen?“. Oder wenn das Kind bereits vapt: „Aus welchem Grund vapst du?“. Klare Haltung zeigen: Kinder brauchen Orientierung. Eine klare, begründete Position gegen das Dampfen gibt Sicherheit.Vorbild sein: Wer selbst nicht raucht oder dampft, stärkt die Glaubwürdigkeit.Selbstbewusstsein stärken: Eltern können Kinder darin unterstützen Gruppendruck zu widerstehen.
Der Weltnichtrauchertag im Mai ist daher nicht nur ein Aktionstag zur Raucherentwöhnung, sondern auch ein gut geeigneter Anlass für Eltern, mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen – bevor aus Neugier Gewohnheit wird.
Fachtag zu Vapes am 8. Oktober 2026
Der Landkreis Tübingen veranstaltet am 08. Oktober 2026 in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Reutlingen einen Fachtag zum Thema „Vapes“. Interessierte Fachkräfte (z.B. Lehrer:innen) können sich gerne per E-Mail an suchtpraevention@kreis-tuebingen.de in die Interessentenliste eintragen lassen.
Außerdem wird es für Schulklassen (Stufe 6 bis 8) auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit geben, an dem bundesweiten Wettbewerb „Be Smart – Don’t Start“ teilzunehmen.