Geschichte
Jugendguides: öffentlicher Stadtgang
Öffentlicher Stadtgang am Sonntag, 11. Oktober: Jugendguides forschen zum "Erbgesundheitsgesetz" in Tübingen
Ein „Erbgesundheitsgericht“ in der Tübinger Doblerstraße, das Staatliche Gesundheitsamt in der Grabenstraße, die „Nervenklinik“, die Frauenklinik, die Chirurgie aber auch die HNO standen zwischen 1933 und 1945 im Dienst der NS-Ideologie. Jugendguides führen am Sonntag, 11. Oktober um 16 Uhr vom Landgericht in der Doblerstraße über Grabenstraße und Kliniken bis hin zum Gräberfeld X auf dem Stadtfriedhof.
Das Erbgesundheitsgesetz von 1933 hatte staatliche Stellen dazu legitimiert, die „Blutlinien“ von mehr als 1000 Menschen aus dem Kreisgebiet durch Zwangssterilisierung zu beenden. Die Ideologie von der „reinen Rasse“ stand auch hinter mehr als 10.000 Morden in der Gaskammer von Grafeneck 1940.
Treffpunkt für den Stadtgang ist am Haupteingang des Landgerichts Tübingen. Der Stadtgang ist kostenfrei, um formlose Anmeldung an info@jugendguide.de wird gebeten.
KulturGUT e.V. und Landkreis Tübingen qualifizieren seit 2012 15- bis 26-jährige zu Jugendguides. Diese zeigen dann mit Hilfe historischer Quellen öffentlich, was ihnen heute an NS-Verbrechen wichtig ist.