Gesundheit
Tag des Gesundheitsamtes
Vielfalt für Gesundheit: Gesundheitsämter begleiten Menschen in vielen Lebenslagen. Tag des Gesundheitsamtes am 19. März 2026.
Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ist neben der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung eine zentrale Säule des Gesundheitswesens. Ein Teil des ÖGD sind die Gesundheitsämter.
Zum diesjährigen Tag des Gesundheitsamtes am 19. März unter dem Motto „Vielfalt für Gesundheit“ wird deutlich, wie viele Lebensbereiche durch die Arbeit der Gesundheitsämter unmittelbar berührt werden: von der Geburt bis ins hohe Alter. Dazu arbeiten in den Gesundheitsämtern viele verschiedene Berufsgruppen zusammen – auch hier in der Region im Gesundheitsamt Tübingen.
Angebote für Familien
Die Schwangerenberatungsstellen in Gesundheitsämtern sind beispielsweise Anlaufstellen für werdende Eltern. Bereits in der Schwangerschaft erhalten sie bei Bedarf fachliche Beratung und Unterstützung zu medizinischen und sozialen Fragen. So tragen Gesundheitsämter dazu bei, dass Familien gut informiert und gestärkt in die neue Lebensphase starten.
In der Kindheit sind Gesundheitsämter zusätzlich zu den Kinderarztpraxen wichtige Ansprechpartner. Bei der Einschulungsuntersuchung wird der Gesundheits- und Entwicklungsstand von Kindern im vorletzten Kindergartenjahr untersucht. Dabei geht es um Fein- und Grobmotorik, Sprache und Merkfähigkeit, Sehen oder Hören, mathematische Vorläuferfähigkeiten, Verhalten sowie auch die Dokumentation des Impfstatus. Eltern erhalten individuelle Beratung und Empfehlungen. Ziel ist es, allen Kindern die bestmöglichen Startchancen für die Schule zu ermöglichen und ggf. frühzeitig Förderbedarfe zu erkennen.
Schutz vor Infektionen und schädlichen Umwelteinflüssen
Eine der Kernaufgaben ist der Infektionsschutz. Gesundheitsämter überwachen meldepflichtige Krankheiten wie Tuberkulose oder Masern und koordinieren Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung. Während der Corona-Pandemie ist diese Arbeit in das öffentliche Bewusstsein gerückt, doch auch im Alltag sorgen Gesundheitsämter durch Ermittlung von Kontaktpersonen, Impfberatung und Aufklärung für Sicherheit. Ein spezielles Angebot ist zudem die sogenannte Sprechstunde für sexuell übertragbare Erkrankungen, in der Bürgerinnen und Bürger vertraulich und kostenfrei Beratung und Tests erhalten. Diese niedrigschwellige Versorgung trägt erheblich zur Prävention und Aufklärung bei.
Gesundheitsämter sorgen auch für die Qualität und Sicherheit grundlegender Lebensbereiche. Sie überwachen die Hygiene in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen, um Infektionsketten zu verhindern und hohe Standards sicherzustellen. Ebenso überprüfen die Mitarbeitenden regelmäßig die Qualität von Trinkwasser und Badegewässern. Auch der umweltbezogene Gesundheitsschutz fällt in den Aufgabenbereich: Gesundheitsämter beraten bei Fragen zu Auswirkung von Klimawandel, Luftqualität, Lärm oder Schadstoffen und tragen so zu einer gesunden Lebenswelt bei.
Prävention und Gesundheitsförderung
Neben Schutz und Überwachung engagieren sich Gesundheitsämter aktiv in der kommunalen Gesundheitsförderung. Das Angebot beinhaltet Programme zu Bewegung, Ernährung und Gesundheitskompetenz sowie Projekte zur Suchtprävention.
Die Aufgabenvielfalt zeigt: Das Gesundheitsamt ist zwar eine Behörde, aber auch eine wichtige Anlaufstelle, wenn es um die Gesundheit der Bevölkerung geht – sichtbar bei Untersuchungen, Beratungen und Umweltkontrollen, oft aber auch im Hintergrund tätig. Die beschriebenen Aufgaben sind nur ein Teil des umfangreichen Spektrums.
Im Gesundheitsamt Tübingen arbeiten viele verschiedene Berufsgruppen gemeinsam dafür, die Bevölkerung auf vielfältige Weise zu unterstützen, z. B. Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Psychologen, Natur-, Gesundheits- und Sportwissenschaftler, Sozialpädagogen, Fachkräfte wie Hygienekontrolleure, medizinische Fachangestellte und Verwaltungsfachkräfte. Jeder davon bringt seine Fachkenntnisse ein, um die Gesundheit der Kreisbevölkerung chancengerecht zu fördern.
Hintergrund
Mit dem Tag des Gesundheitsamtes möchte das Robert Koch-Institut (RKI) diese Bandbreite sichtbar machen und erinnert daran, dass Gesundheit immer im Zusammenspiel vieler Faktoren entsteht. Den Tag des Gesundheitsamtes hat das RKI erstmals 2019 ausgerufen.