Aidsberatung / Beratung für sexuelle Gesundheit

Die Beratungsstelle bietet individuelle Beratung zu HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen an.
Die Beratungen sind anonym und kostenfrei. Sie erhalten Informationen und Hilfe bei Infektion/Erkrankung.
Wir unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Es gibt keine Altersbegrenzung.

Der HIV-Screening-Test ist kostenlos. Der Test ist frühestens 6 Wochen nach einem Risikokontakt durchführbar. Das Testergebnis liegt nach einer Woche vor und kann nur persönlich abgeholt werden.
 
Der HIV-Schnelltest kostet 15 €. Der Test ist frühestens 3 Monate nach einem Risikokontakt durchführbar. Das Testergebnis liegt nach 30 Minuten vor.
 
Im Fall eines positiven Befundes beim HIV-Test muss mit einer zweiten Blutprobe ein Bestätigungstest durchgeführt werden, um eine falsch positive Reaktion auszuschließen.
 
Der Test auf Hepatitis B kostet 8 €. Ein zuverlässiges Testergebnis ist spätestens 8 Wochen nach dem Ansteckungsrisiko zu erwarten. Der Test auf den Hepatitis B Impftiter kostet 4 €. Dieser Test ist sinnvoll, um zu klären, ob die Impfung erfolgreich war, bzw. eine Auffrischungsimpfung benötigt wird (erstmals 10 Jahre nach Erstimpfung). Bringen Sie Ihren gelben Impfpass mit zur Beratung.
 
Der Test auf Hepatitis C kostet 6 €. Hier ist momentan keine Impfung verfügbar. Bis zum Ansprechen des Tests können bis zu 6 Monate vergehen. Der Suchtest unterscheidet nicht zwischen einer akuten, chronischen oder ausgeheilten Hepatits C.
 
Der Syphilis Test kostet 3 €. Hier ist mit einem zuverlässigen Ergebnis spätestens 5 Wochen nach dem Ansteckungsrisiko zu rechnen. Der Suchtest bleibt nach einer ausgeheilten Syphilis positiv. Deshalb ist es wichtig, dies in der Beratung anzugeben.
 
Der Kombinationstest für Chlamydien und Gonokokken ist momentan kostenlos im Rahmen einer Studie. Ein zuverlässiges Ergebnis ist spätestens 3 Wochen nach dem Risikokontakt zu erwarten. Für die Testung kann Urin verwendet werden. Hierfür dürfen Sie 1 ½ Stunden vor Abgabe des Testurins nicht zur Toilette gegangen sein. Für Frauen besteht auch die Möglichkeit eines vaginalen Abstrichs. Des weiteren sind auch Rachen- und Analabstrich möglich.
 
Auf Grund der Anonymität sind nur Barzahlungen möglich.
 
Ebenso auf Grund der Anonymität können keine schriftliche Bestätigungen über Testergebnisse ausgestellt werden. Sie können jedoch bei positiver Testung auf Wunsch einen anonymisierten Brief an den weiterbehandelnden Arzt erhalten.
 
Bei akuten Beschwerden können Sie direkt Ihren Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen aufsuchen. In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die nötigen Tests.

Aktuelles:

HIV-Präexpositionsprophylaxe

Zur Vorbeugung einer HIV-Infektion übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab September in bestimmten Fällen die Kosten für eine Präexpositionsprophylaxe. Danach haben künftig Versicherte ab dem vollendeten 16. Lebensjahr mit einem substanziellen HIV-Risiko ein Anrecht auf eine medikamentöse Präexpositionsprophylaxe (PrEP) und die damit erforderliche Beratung, Medikation und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: www.aidshilfe.de/hiv-prep

HIV-Präexpositionsprophylaxe - Ausführliche Informationen

Was versteht man unter PrEP?

PrEP steht für HIV-Präexepositionsprophylaxe. Es ist eine Möglichkeit, die Gefahr einer HIV-Infektion zu verringern, indem man regelmäßig Tabletten einnimmt. Eine Schutzwirkung besteht bei korrekter Einnahme zu ca. 86 %. Die PrEP-Medikamente dürfen nur von HIV-negativen Personen eingenommen werden.
Die PrEP ist eine zusätzliche Möglichkeit der HIV-Prävention, wird die bisherigen Methoden (z. B. Kondom, Schutz durch Behandlung, PEP) jedoch nicht ersetzen. Sie ist als ein Präventionsangebot für Menschen geeignet, die sich vor HIV schützen möchten, die durch andere Angebote aber noch nicht erreicht wurden oder die andere Methoden zur Vermeidung einer HIV-Infektion nicht – oder nicht durchgängig – nutzen oder nutzen können.

Für wen ist PrEP sinnvoll?

PrEP ist für Personen gedacht, die nicht bereits mit HIV infiziert sind, aber ein hohes Risiko für eine HIV-Infektion haben. PrEP kann von Menschen (homo- oder heterosexuell) verwendet werden, die viele unterschiedliche Sexpartner haben oder häufig ohne Kondom Sex haben. Die PrEP kann auch von Menschen verwendet werden, deren Sexualpartner mit HIV infiziert ist und deren Infektion noch nicht mit Medikamenten behandelt wird, oder um den Zeitraum, bis diese Behandlung voll wirksam ist, zu überbrücken. Auch Personen, die sich Drogen injizieren und keinen ausreichenden Zugang zu sterilem Injektionsbesteck haben, können sich durch Einnahme einer PrEP vor HIV schützen.

Wenn Sie erwägen, eine PrEP zu beginnen, wenden Sie sich an einen hierfür ausgebildeten Arzt.

Wie funktioniert eine PrEP

Die PrEP verhindert, dass das HI-Virus in Zellen eindringen und sich vermehren kann. Dies verhindert, dass sich HIV im Körper festsetzt.
Bei der oralen Tabletteneinnahme werden im Blut und in den Schleimhäuten des Genitaltrakts und des Enddarms Medikamentenspiegel erreicht, die eine Vermehrung von HI-Viren an diesen Eintrittsstellen verhindern können.

Wie wird PrEP eingenommen?

Truvada®(Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat) ist in Deutschland zur PrEP nur für die tägliche Einnahme zugelassen (eine Tablette täglich).
Der Schutz beginnt bei Männern am 2. Tag nach dem Start, bei Frauen am 7. Tag nach dem Start. In den Schleimhäuten des weiblichen Genitaltrakts werden die Medikamente schneller abgebaut, weshalb es etwas länger dauert, bis ein Schutz erreicht wird. Wenn man die PrEP beenden will, sollte man mindestens 2 Kalendertage (Frauen 7 Tage) nach dem letzten Sex weiterhin jeweils eine Tablette täglich einnehmen.

Tabletten vergessen?

Wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt.

Schützt PrEP auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten und vor Schwangerschaft?

Nein! Die PrEP schützt nur vor HIV.
Der fehlende Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen ist der Grund, warum weiterhin zum Kondomgebrauch geraten wird. Die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen, auf die geachtet werden sollte, sind Hepatitis B und C, sowie die Syphilis, die Gonorrhö (Tripper) und die Chlamydieninfektion.

Was bedeutet „PrEP bei Bedarf“/ „PrEP on-demand“?

Bei der anlassbezogenen PrEP (intermittierenden PrEP, / „PrEP bei Bedarf“ / „PrEP on-demand“) nimmt man zwei Tabletten spätestens 2-24 Stunden vor dem Sex ein, gefolgt von jeweils einer Tablette am ersten und zweiten Tag nach dem Risikokontakt. In der Studie war die Wirksamkeit der PrEP bei Bedarf ähnlich gut wie bei täglicher Einnahme. Eine anlassbezogene Einnahme der PrEP kann als Gebrauch außerhalb der Zulassung (off label use) im individuellen Fall erwogen werden. Hierzu sollten Sie sich ausführlich durch den verschreibenden Arzt beraten lassen.

Die anlassbezogene PrEP wird für Frauen nicht empfohlen.

Während der PrEP

PrEP-Gebraucher sollten sich zudem regelmäßig (z.B. alle 3-6 Monate) auf die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen (s.o.) testen lassen. Diese Infektionen können oft vorliegen, ohne Beschwerden zu verursachen. Deshalb sollte regelmäßig darauf getestet werden, um vorliegende Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Natürlich können auch noch andere Infektionen sexuell übertragen werden. Wenn Symptome auftreten, sollte daher ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden, der/die dann die notwendigen Untersuchungen zur Abklärung der Ursache veranlassen kann.

Wechselwirkungen

Nicht angewendet werden sollte die PrEP bei chronischer Hepatitis B und bestehenden Nierenfunktionsstörungen.
Wechselwirkungen mit anderen Medikament z.B. Entzündungshemmer, Schmerzmittel und Antibiotika sind bekannt. Teilen Sie Ihrem behandelnden Arzt mit, wenn Sie weitere Medikamente einnehmen.
Über mögliche Nebenwirkungen informiert Sie ihr behandelnder Arzt.

Wie bekomme ich die PrEP?

Seit September 2019 können in Deutschland PrEP-Medikamente von einem dafür ausgebildeten Arzt bei gegebener Indikation auf Kassenrezept verschrieben werden.

Welche Untersuchungen sollten vor und während einer PrEP durchgeführt werden?

Vor Beginn der Einnahme von PrEP-Medikamenten muss soweit wie möglich sichergestellt sein, dass noch keine HIV-Infektion vorliegt und dass keine anderen Probleme vorliegen, die zu erhöhten Risiken bei der Einnahme von PrEP-Medikamenten führen.
Dafür sollten ein HIV-Labortest (der eine HIV-Infektion nach spätestens 6 Wochen sicher erkennt) und ein Test auf Hepatitis B durchgeführt sowie die Nierenwerte gemessen werden. Ein erneuter HIV-Test 4 Wochen nach PrEP-Beginn soll sicherstellen, dass zu PrEP-Beginn noch keine frische HIV-Infektion bestand, die noch nicht im Test nachgewiesen werden konnte.
Gegebenenfalls sollte eine Impfung gegen Hepatitis B erfolgen.
Während der PrEP-Einnahme werden folgende Untersuchungen empfohlen:

Wozu brauche ich regelmäßige HIV-Tests, wenn ich die PrEP nehme?

Wenn die PrEP nicht richtig durchgeführt wird, kann es zu einer HIV-Infektion kommen. Wird die Infektion dann nicht schnell festgestellt, kann HIV gegen das PrEP-Medikament resistent (unempfindlich) werden. Das Medikament kann dann zur Behandlung der HIV-Infektion nicht mehr eingesetzt werden. Wichtig ist daher, unmittelbar vor dem Start der PrEP, vier Wochen nach Beginn der PrEP sowie im weiteren Verlauf mindestens alle 3 Monate einen HIV-Test durchführen zu lassen.

Was sollte ich bedenken, wenn ich mit der PrEP wieder aufhören möchte?

PrEP (Präexpositionsprophylaxe) wird vorbeugend als zusätzlicher Schutz vor HIV eingenommen. Die Einnahme erfolgt täglich.
PEP bedeutet Postexpositionsprophylaxe, das heißt die entsprechenden Medikamente werden nach einem Risikokontakt eingenommen.
Um eine HIV-Infektion noch zu verhindern, beginnt man mit der PEP-Einnahme so früh wie möglich nach einem Risikokontakt (nach Möglichkeit innerhalb von 24 Stunden, besser noch innerhalb von 2 Stunden). Bei mehr als 72 Stunden zwischen Risikokontakt und möglichem PEP-Beginn kann nach derzeitigem Kenntnisstand eine PEP nicht mehr empfohlen werden.
Die PEP besteht üblicherweise aus einer Kombination von drei Wirkstoffen und wird vier Wochen lang täglich eingenommen.

Links mit weiteren Informationen


HIV-Test für zu Hause

Seit 29.09.2018 sind in Deutschland HIV-Selbsttests in Apotheken und Drogerien, sowie über das Internet zu kaufen. Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite des Paul Ehrlich Instituts.
www.pei.de/hiv-selbsttests

Seit Mitte Mai 2016 gibt es eine neue Informations-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Unter dem folgenden Link  www.liebesleben.de finden Sie Informationen und Spots zu den Themen Schutz, Test, Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten von HIV und anderen STI´s.

Wissenquiz sexuell übertragbare Infektionen

Anlässlich des Welt-Aidstag-Tag hat die AIDS Beratung des Landratamts Tübingen gemeinsam mit Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit beim Kreisgesundheitsamt Reutlingen ein kleines Quiz erarbeitet, mit dem Sie Ihr Wissen zu den wichtigsten sexuell übertagbaren Infektionen (kurz: SIT) testen können. Außerdem wurden die wichtigsten Informationen über sexuell übertragbare Infektionen in einem übersichtlichen Merkblatt zusammengestellt. Quiz und Merkblatt können über folgende Links aufgerufen werden:

Informationen zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten:

Die Aidsberatung hat Informationen zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhöe, Herpes genitalis, HPV (Genitalwarzen), Syphilis, Chlamydien und Hepatitis B in kleinen Merkblättern zusammensgestellt, die jeweils als PDF-Dokument über die nachfolgenden Links aufgerufen werden können:

Über die Infektion mit HPV (Genitalwarzen) können Sie sich auf einer besonderen Internetsteite der AIDS-Beratung informieren, zu der Sie über folgenden Link gelangen:

Publikationen / Veröffentlichungen:

Links:

  
 

Gesundheit

Aufgabenbereich

Aidsberatung

Kontakt und Öffnungszeiten

Gebäude Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen, Raum B1 38

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Beratung und Testung nur nach Terminvereinbarung

Terminvereinbarung telefonisch unter 07071 207- 3318

Mo-Do  7.30 – 16.00 Uhr
Fr          7.30 – 12.30 Uhr



Aidsberatung / HIV-Test / STI-Sprechstunde (nur mit Termin):

Di. 15:00-18:00 Uhr
Do. 09:00-12:00 Uhr


Für Ihren Termin bekommen Sie bei der Anmeldung einen dreistelligen Zahlencode zur Verifizierung Ihrer anonymen Anmeldung. Zum Beispiel 245. Diesen Code bitte zum Termin mitbringen.

Telefonische Erreichbarkeit zur Befundabfrage:
Di. 14:00-15:00 Uhr
Do. 12:00-13:00 Uhr

Ansprechpartner

Allgemeine Kontaktmöglichkeit

(Keine Terminvergabe)
Tel.: 07071 207-3303
Fax: 07071 207-3399

 

Beratungsärztin

Frau Dr. med. Dipl. Biol. Anke Bonnet
Raum: B1 37
Tel. 07071 207-3312
Fax: 07071 207-93312
a.bonnet@kreis-tuebingen.de